BLKÖ:Reinhardt, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 25 (1873), ab Seite: 208. (Quelle)
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Reinhardt, Johann (k. k. General-Major, geb. zu Andrichau in Galizien im Jahre 1780, gest. zu Wien 23. Februar 1865). Trat im J. 1796, damals 16 Jahre alt, in das Infanterie-Regiment Graf Colloredo Nr. 5, mit dem er sofort in’s Feld rückte. In einem Rückzugsgefechte zwischen Friesach und Neumarkt bei Dürnstein in der Steiermark wurde er am 2. April 1797 im heftigen Kampfe Mann gegen Mann schwer verwundet. Auch in den Feldzügen der Jahre 1800 und 1801 kämpfte er mit Tapferkeit. Bereits im Jahre 1798 zum Fähnrich und im Jahre 1800 zum Lieutenant befördert, verließ er wegen Familienverhältnissen im Jahre 1805 mit Beibehalt seines Officierscharakters den activen Dienst, kehrte aber, als im Jahre 1808 der allgemeine Aufruf zur Organisirung der Landwehr erging, zur Armee zurück und kam als Capitän in das mährisch-schlesische Teschner Landwehr-Bataillon, in welchem er schon in einem Vierteljahre zum wirklichen Hauptmann vorrückte. Als solcher that er sich am 30. Juni 1809 in einem Gefechte bei Slawkow besonders hervor, indem er mit seiner Compagnie, einer Compagnie Szekler, einem Flügel Cavallerie und zwei Dreipfündern den doppelt so starken Feind in einem Bajonnetangriffe zurückwarf und zum Rückzuge zwang. Bei diesem Gefechte verlor der Feind über 130 Mann an Gefangenen und Verwundeten, während der Verlust von unserer Seite nur in einigen Verwundeten bestand. Nach dem Feldzuge des Jahres 1809 kam er in sein früheres Regiment Nr. 56 zurück, wurde aber aus demselben im Jahre 1814 in das Infanterie-Regiment Nr. 20 transferirt, in welchem er nach 28jähriger Dienstzeit zum Obersten vorrückte. Die Feldzüge vom Jahre 1809 bis 1815 und die Expedition nach Neapel im Jahre 1821 hatte er alle mitgemacht. Am 16. Juni 1845 wurde er Commandant des Wiener Invalidenhauses, in welcher Stellung er bis 11. März 1859 verblieb und an diesem Tage in Anerkennung seiner 60jährigen ausgezeichneten Dienstzeit in den Ruhestand übertrat. R. starb zu Wien im hohen Greisenalter von 85 Jahren.

Der Kamerad (Wiener Soldatenblatt, 4°.) 1865, Nr. 34. – Hoffinger (Ritter von). Oesterreichische Ehrenhalle (Wien, gr. 8°.) III. (1865), S. 3; auch im „Oesterr. Volks- und Wirthschafts-Kalender“ 1867 (Wien, bei Prandl).