BLKÖ:Roba, auch Robba, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Robatz, Ferdinand
Band: 26 (1874), ab Seite: 208. (Quelle)
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Roba, auch Robba, Franz (Bildhauer, geb. zu Venedig, lebte im 18. Jahrhunderte). Dieser Künstler, der auch mit zwei b, Robba, geschrieben erscheint und dessen kein Künstler-Lexikon, selbst Nagler, nicht gedenkt, lebte und arbeitete viele Jahre in Laibach, wo auch mehrere Werke seines Meißels noch vorhanden sind. Die Zeit seines Aufenthaltes daselbst fällt in die letzten zwei Jahrzehnde der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1728 vollendete er aus Marmor eine Büste des Kaisers Karl VI., welche zur Ausschmückung eines Triumphbogens bestimmt war und solchen Beifall fand, daß sie später im Stadthause – ob damit das Magistratsgebäude, die Landeshauptmanns-Residenz, oder das Ständehaus gemeint, ist nicht zu bestimmen – aufgestellt wurde. Im Jahre 1733 begann er in Laibach auf dem Marktplatze, gegenüber dem Rathhause, den neuen Brunnen, bestehend aus einer 30 Fuß hohen Pyramide, nebst vier kolossalen Figuren aus Marmor, die aus Nasen und Ohren und anderen Oeffnungen Wasser von sich geben, von welchen H. G. Hoff in dem in den Quellen angeführten Werke bemerkt, „daß sie jeder Kenner noch heutigen Tages bewundert, und daß Stellung und Ausdruck dieser Figuren in der That auch bewunderungswürdig seien“. Roba arbeitete an diesem Brunnen zehn Jahre und wurde in Anerkennung seines Werkes Bürger der Stadt Laibach. Im Jahre 1732 arbeitete er für die damalige Jesuiten-, heutige Stadtpfarrkirche zu St. Jacob einen marmornen Altar sammt Tabernakel und zwei schwebende Engel, womit R., wie Hoff schreibt, ein „großes Meisterstück“ geliefert. Auf der Rückseite des Altars rechts ist Roba’s Name eingemeißelt zu lesen. Endlich sind von ihm noch in der Kathedral- oder St. Nikolauskirche ebenda zwei äußerst gelungen ausgeführte Engel am Tabernakel des Dreifaltigkeitsaltars, aus italienischem Marmor gemeißelt, bekannt, wofür R. die für jene Zeiten ansehnliche Summe von 3250 fl. in Silber erhalten hat. Wohl werden in Laibach und vielleicht in Kirchen und Schlössern Krains noch mehrere Arbeiten R.’s, über dessen Lebensumstände übrigens nichts Näheres vorliegt, vorkommen.

Mittheilungen des historischen Vereins für Krain (Laibach, 4°.) Jahrg. 1858, S. 69. – Hoff (Heinrich Georg), Histor. geogr. Gemälde von Krain (Laibach 1803), S. 88, 102 u. 105. – Kukuljević-Sakcinski (Iván), Slovník umjetnikah jugoslavenskih, d. i. Lexikon der südslavischen Künstler (Agram 1859, L. Gaj, gr. 8°.) S. 370.