BLKÖ:Roblik, Elias Libor

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 26 (1874), ab Seite: 212. (Quelle)
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Roblik, Elias Libor (gelehrter Theolog, geb. zu Krzeczkowicz in Mähren 29. Jänner 1689, gest. zu Wien 1. November 1765). Studirte in Olmütz und erlangte daselbst auch die Priesterweihe, worauf er in die Seelsorge trat, 1720 Caplan bei St. Jacob in Brünn, 1723 Pfarrer in Gurein wurde. Nun kam er 1726 in gleicher Eigenschaft nach Schwabenitz und von da 1731 nach Groß-Meseritsch, wo er auch die Dechantswürde erhielt. Müde der Neckereien, die er wegen Behauptung der Territorialrechte des landtäflichen Pfarrgutes Petrowitz gegen den Herzog von Holstein, als Bescher von Meseritsch, zu erdulden hatte, resignirte er im Jahre 1747 seine Pfarre und zog sich nach Wien zurück, wo er noch 18 Jahre im Privatstande verlebte und nach seinem Ableben sein ganzes, nicht unbeträchtliches Vermögen – 30.000 fl. – dem Staate für Arme und wohlthätige Zwecke vermachte. R. stand im Rufe eines gründlichen Theologen und Kenners der orientalischen Sprachen, von welchen er die hebräische sehr geläufig sprach. Sein Hauptbemühen war dahin gerichtet, die Juden von ihren, von der Urlehre abweichenden Meinungen und Glaubensansichten abzubringen, und zu diesem Zwecke veröffentlichte er das Werk: „Jüdische Augengläser, d. i. den Juden zur Erkenntniss des Glaubens vorgestelltes Buch“, 2 Theile (Brünn 1741, Fol.; auch Königgrätz, dann Znaim 1743). R., der in diesem Werke nicht, wie es sonst üblich, mit Schimpfreden u. dgl. gegen die Juden auftrat, starb im Alter von 76 Jahren.

d’Elvert (Christian), Beiträge zur Geschichte und Statistik Mährens und Oesterreichisch-Schlesiens. I. Band: Geschichte des Bücher- und Steindruckes, des Buchhandels, der Büchercensur und der periodischen Literatur u. s. w. (Brünn 1854, Rohrer’s Erben, gr. 8°.) S. 270. – Neuigkeiten (Brünner polit. Blatt) 1858, Nr. 28. – Wolny, Kirchliche Topographie von Mähren (Brünn, gr. 8°.) Brünner Diöcese, Bd. III, S. 62.