BLKÖ:Rossi, Joseph August

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 27 (1874), ab Seite: 81. (Quelle)
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4. Joseph August Rossi (geb. zu Verona im Jahre 1790, gest. zu Linz am 19., n. A. am 20. Juni 1865). Ueber seine frühere Lebensepoche liegen keine Nachrichten vor. Im Jahre 1819 kam er nach Steiermark, wo er vom Unterrichtertheilen in der italienischen Sprache lebte und im Jahre 1835 Professor der italienischen Sprache an der Universität in Gratz, zugleich auch Dolmetsch bei dem dortigen Landesgerichte wurde. Um diese Zeit erschienen von ihm viele literarische Beiträge über die Pflege der italienischen Sprache, Dicht- und Redekunst in der von A. Bäuerle redigirten „Wiener Theater-Zeitung“, deren Correspondent er bis zum Aufhören dieses Blattes im Jahre 1859 blieb. Im Jahre 1841 wurde er Lehrer an der italienischen ständischen Sprachschule in Linz, welche Stelle er bis zu seinem im Alter von 75 Jahren erfolgten Ableben bekleidete. Nebenbei trug er auch italienische [82] Sprache am k. k. Linzer Staatsgymnasium vor. Rossi war Jahre lang Mitarbeiter des in Linz erscheinenden „Oberösterreichischen Bürgerblattes“, für das er vornehmlich als Referent in Theater- und Kunstsachen thätig war. bis er selbst ein diesen Fächern gewidmetes Blättchen, betitelt: „Linzer Wochen-Bulletin“, das von den Abfällen aus dem Theater- und Kunstleben größerer Blätter sein Dasein fristete, begründete. Während der Zeit seines Gratzer und Linzer Aufenthaltes gab er nachstehende sprachliche Hilfsbücher heraus: „Italienische Sprachlehre für Deutsche nach Meidinger’s Methode“ (Gratz 1826, Miller, gr. 8°.); – „Nuovissima raccolta di scelti dialoghi e proverbj italiani e tedeschi ecc.“, auch mit deutschem Titel: „Neueste Sammlung von ausgewählten italienischen und deutschen Gesprächen und Sprichwörtern u. s. w.“ (Linz 1843, 8°.); – „Der fertige Italiener, oder kurzgefaßte, doch vollständige italienische Sprachlehre für Deutsche“ (ebd. 1845, Fink, gr. 8°.); – „Raccolta dei più necessari vocaboli nelle differenti relazioni sociali“, auch mit deutschem Titel: „Sammlung der nothwendigsten Wörter in den verschiedensten Lebensverhältnissen“ u. s w. (Linz 1845, Eurich, kl. 8°.); – „Libro di lettura italiana ad uso dei giovani amatori di questa lingua“ (ebd. 1856, Fink, gr. 8°.). Auch wird er als Verfasser mehrerer Textbücher – und zwar, wie das Fremden-Blatt berichtet, des „Tancred“, der „Maria di Rohan“, „Linda von Chamounix“ u. a. – bezeichnet, was wohl ein Irrthum und er nicht der ursprüngliche Verfasser, sondern nur der Uebersetzer derselben sein möchte. [Wiener Zeitung 1865, Nr. 142. – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1865, Nr. 171.] –