BLKÖ:Rothmüller, Nikolaus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Rothmüller, Anton
Band: 27 (1874), ab Seite: 114. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rothmüller, Nikolaus|27|114|}}

Rothmüller, Nikolaus (gelehrter Theolog, geb. in Tirol im Jahre 1819, gest. zu Brixen 16. Juni 1853). Nach beendeten Gymnasial- und philosophischen Studien wendete er sich der Theologie zu, erlangte die h. Weihen, und für das Lehrfach sich entscheidend, wurde er Professor der Theologie am bischöflichen Seminar zu Brixen. Auf diesem Posten entfaltete er eine höchst verdienstliche Thätigkeit und zählte unter den jüngeren Priestern der Brixener Diöcese bald zu wenigen Auserlesenen, die zu den schönsten Hoffnungen berechtigten. Ueber seine Wirksamkeit im Lehramte weiß ihm sein Nekrolog nicht genug Gutes nachzurühmen. Ueberdieß beschäftigte er sich viel mit Naturwissenschaften und war ein sehr kenntnißreicher Mineralog. In der Darstellung seiner Gedanken besaß er die Gabe der Klarheit und Volksthümlichkeit in einem hohen Grade, Witz, Humor und Kenntniß des Volkslebens machten ihn besonders zum Volksschriftsteller geschickt und seine meiste literarische Wirksamkeit bewegte sich in diesem Kreise. An der vortrefflichen Volksschrift: „Das christliche Hausbuch“ hatte er das Meiste gearbeitet, auch war er ein fleißiger Mitarbeiter an dem „Tiroler Volksblatte“ und seine Aufsätze in demselben wurden, wie sein Nekrolog berichtet, im ganzen Lande mit Begierde verschlungen. Nach demselben ist auch sein literarischer Nachlaß nicht unbedeutend, und noch in seinen letzten Tagen arbeitete er an einem Werke über Todten- und Begräbnißgebräuche. Druckfertig hinterließ er ein Gebet- und Betrachtungsbuch, das in seiner Fassung von der gewöhnlichen Schablone derartiger Fabricate vollständig abweicht.

Katholische Blätter aus Tirol. Redigirt von Martinus Huber (Innsbruck, Wagner, 8°.) XI. Jahrg. (1853), Bd. I, S. 613, in der „Correspondenz aus Brixen ddo. 19. Juni 1853“.