BLKÖ:Schemmerl Ritter von Leythenbach, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schenach, Georg
Band: 29 (1875), ab Seite: 195. (Quelle)
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Schemmerl Ritter von Leythenbach, Joseph (k. k. Hofbaudirector, geb. zu Laibach im Jahre 1752, gest. um 1837). Bei seiner Vorliebe für das Baufach [196] wendete sich S. frühzeitig dem Studium der Straßen- und Wasserbaukunst zu und unternahm, um im Hinblick auf letztere seine Kenntnisse in der Hydraulik zu vervollkommnen, auf eigene Kosten eine zweijährige Reise nach Holland und an den Rhein, um dort die verschiedenen Wasserbauten zu studiren und das für seine Zwecke Entsprechende daheim zu verwenden. Nach gedruckten Quellen hätte er diese Reise schon im Jahre 1769, nach dem Ritterstands-Diplom aber erst im Jahre 1777 unternommen, welch letztere Angabe im Hinblick, daß er damals 25 Jahre alt war, die richtige sein dürfte. Er war in der Bauabtheilung in den kaiserlichen Staatsdienst getreten, wurde stufenweise Cameral-Ingenieur und Straßeninspector, zuletzt Hofbauraths-Director, Hofbau-Buchhaltungs-Vorsteher und Hofrath. Außer seiner schriftstellerischen Thätigkeit in seinem Fache – die Titel seiner Schriften folgen später – sind als Ergebnisse seines Wirkens bemerkenswerth: im Jahre 1772 die Regulirung der Save, so daß dieselbe mit größeren Schiffen befahren werden konnte; der Bau der Brücke von Tschernutsch über die Save; die Wiederherstellung der bis 1788 größtentheils verfallenen Straßen in Krain; die Führung neuer Straßenzüge, besonders jener zwischen Oberlaibach und Adelsberg an der Triester Straße, wodurch die steilen Gebirge bei Oberlaibach, Loitsch und Alben umgangen, den Ueberschwemmungen des Mounizer Thales Einhalt gethan und dadurch aber dem Handel wesentliche Dienste geleistet wurden. Als Referent der im Jahre 1804 aufgestellten Hof-Baucommission übte S. nächsten Einfluß auf die Abänderung des steilen und gefahrvollen Konowitzer Berges in Untersteier und auf die Wiederherstellung der verfallenen Straßen in Niederösterreich. Im Jahre 1799 übernahm S. auf ah. Befehl die Direction der Ausführung des im Baue begriffenen Wiener Schiffahrts-Canales, der 1802 bis über die Leitha vollendet und seit 1803 befahren ward. Die Titel seiner vorerwähnten Schriften sind: „Abhandlung über die vorzüglichste Art, an Flüssen und Strömen zu bauen“ (Wien 1782, Kraus; neue Aufl. 1803, gr. 8°., mit K. K.); – „Abhandlung über die Schiffbarmachung der Ströme“. Mit 14 K. K. (Wien 1788, gr. 8°.); – „Ausführliche Anleitung zu Entwerfung, Erbauung und Erhaltung dauerhafter und bequemer Strassen“, 3 Theile. Mit 28 K. K. (Wien 1807, gr. 8°.); – „Erfahrungen im Wasserbaue“, I. Thl. 1. Bd. a. u. d. Titel: „Erfahrungen über den Strombau“. 1. Bd. Mit 13 K. K. (Wien 1809, gr. 8°.); – „Vorschläge zu Erleichterung und Erweiterung der inländischen Schiffahrt und des Handels in dem Erbkaiserthume Oesterreich“. Mit 4 K. K. (Wien 1810, gr. 8°.). Für seine verdienstvolle Thätigkeit namentlich als Director des Wiener-Neustädter Canalbaues wurde er mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens ausgezeichnet und den Statuten desselben gemäß im Jahre 1811 in den erbländischen Ritterstand erhoben. Im Jahre 1823 feierte S. am 13. Februar sein 50jähriges Dienstesjubiläum, blieb aber noch fortan im Amte, dem er noch im Jahre 1836, also damals bereits im 63. Dienstjahre, mit Rüstigkeit vorstand. S. war auch Rath der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien, Ehrenmitglied der k. Akademie der schönen Künste zu Venedig und der Gesellschaft des Ackerbaues in Laibach. Schließlich sei bemerkt, daß S. gewöhnlich Schemerl von Leytenbach geschrieben erscheint, die Schreibung seines Namens im Adelsdiplom ist aber [197] die obige: Schemmerl von Leythenbach.

Ritterstands-Diplom ddo. 10. August 1811. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XV, S. 181. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon u. s. w. Zweite Abthlg. Bd. VII, S. 611. – Wappen. Ein in die Länge und halb quer getheilter Schild. In der vorderen goldenen Hälfte eine steinerne Meilensäule; im hinteren oberen silbernen Felde zwei Faschinen in Form eines Andreaskreuzes; im unteren blauen Felde zwei goldene Schiffe übereinander, das obere ein Fluß-, das untere ein Canalschiff. Auf dem Schilde ruhen zwei gegeneinander gekehrte goldgekrönte, rechts mit Blau und Gold, links Blau und Silber vermischt herabhängender Decke bekleidete Turnierhelme mit offenen Rosten und ihren goldenen Halskleinodien. Die Krone des rechten Helms trägt einen wachsenden einwärtsgekehrten ausgebreiteten schwarzen Adler; aus der Krone des linken Helms wallen drei Straußenfedern empor, eine weiße zwischen zwei blauen.