BLKÖ:Schlesinger, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schlesinger, Louis
Band: 30 (1875), ab Seite: 92. (Quelle)
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4. Karl Schlesinger (geb zu Wien 19. August 1813, gest. ebenda 18. Jänner 1871). Neun Jahre alt, begann er die Violine zu spielen, wendete sich aber nach wenigen Jahren schon dem Violoncell zu, auf welchem er sich zum tüchtigen Meister heranbildete. Im Jahre 1837 wurde er als Solospieler im Theater an der Wien engagirt. Am 2. Februar dess. J. gab er ein Concert, dessen hier aus dem Grunde ausdrücklich gedacht wird, weil Joh. Gab. Seidl dazu in der Bäuerle’schen Theater-Zeitung (1837, Nr. 19) eine versificirte Einladung unter dem Titel: „Der Dichter und der Geiger“ veröffentlichte. Im Jahre 1838 nahm S. die Stelle eines Solospielers am Orchester des Pesther National-Theaters an, an welchem er bis zum J. 1845 blieb, worauf er nach Wien zurückkehrte und daselbst Orchestermitglied des Hof-Operntheaters wurde. Nach Merk’s [Bd. XVII, S. 396] Tode wurde er Mitglied der k. k. Hofcapelle und im November 1858 als Violoncellist an derselben angestellt. Seit 1852 war S. auch Professor des Wiener Conservatoriums und wirkte seiner Zeit an den bekannten Hellmesberger’schen Quartetten mit. Nach mehrjährigem Brustleiden starb er im Alter von 58 Jahren. Ob er auch als Compositeur thätig gewesen, ist dem Herausgeber nicht bekannt, doch scheint es, daß dieß nicht der Fall war, da ihn L. Ritter von Köchel in seiner Schrift: „Die kais. Hofmusikcapelle in Wien von 1543 bis 1867 (Wien 1869), in der 2. Beilage, welche biographische Notizen der Capellmeister, Compositeure u. s. w. enthält, nicht anführt. [Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden 1856, Rob. Schäfer, Lex. 8°.) Bd. III, S. 471.] –