BLKÖ:Schmidl, Adam Eduard Gorgonius

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schmidl, A. Adolph
Band: 30 (1875), ab Seite: 198. (Quelle)
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Schmidl, Adam Eduard Gorgonius (Techniker, geb. zu Prag im Jahre 1794). Lag vom Jahre 1814 bis 1818 den Studien am ständischen technischen Institute in Prag ob und hörte zugleich an der Hochschule daselbst durch drei Jahre die Vorträge aus der höheren Mathematik, welche Franz Joseph Ritter von Gerstner [Bd. V, S. 161] hielt, und dann in Wien am k. k. polytechnischen Institute jene aus der Vermessungskunde im erweiterten Umfange. Nach seinen Studien arbeitete er einige Zeit bei der Katastral-Mappirung, trat hierauf als Calculator in das k. k. trigonometrische Triangulirungs-Bureau des Katasters, aus demselben als Assistent des Lehrfaches der Vermessungskunde an das k. k. polytechnische Institut in Wien über, wo er in den Jahren 1824–1826 das letztgenannte Lehrfach und das Situationszeichnen supplirte. Zum Ober-Ingenieur befördert, nahm er als solcher an dem Baue der ersten Continental-Eisenbahn – nämlich der österreichischen Eisenbahn von Budweis nach Linz – Theil. In den Jahren 1832–1836 supplirte er die Lehrkanzel der Mechanik und Maschinenzeichnung dann jene der Physik am ständischen technischen Institute in Prag. Im Jahre 1838 als Ober-Ingenieur zur Unternehmung der Wien-Raaber Eisenbahn berufen, übernahm er darauf die ihm angetragene Leitung des zur Ausführung angenommenen Projectes der Preßburg-Tyrnauer Eisenbahn und übertrat im Jahre 1840 als technischer Secretär zum Baue der ungarischen Central-Eisenbahn. Im Jahre 1850 ernannte ihn das damalige k. k. Ministerium für öffentliche Bauten in der Eigenschaft eines Inspectors zum Vorstande der provisorischen k. k. Baudirection für die Wojwodina, berief ihn später zur k. k. General-Baudirection in Wien ein, wo er mit amtlicher Bewilligung die Redaction der „Zeitschrift des österreichischen Ingenieur-Vereins“ und damit zugleich das Secretariat des Vereins übernahm. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sind außer mehreren Aufsätzen in der Zeitschrift des österreichischen Ingenieur-Vereins besonders hervorzuheben sein im Jahrgange [199] 1849 derselben veröffentlichtes und wegen seiner Gründlichkeit von Fachmännern gewürdigtes „Memoire über die Semmeringfrage“; auch nahm er in den Jahren 1830–1833 thätigen Antheil an der Redaction des Handbuches der Mechanik von Franz Joseph Ritter von Gerstner, das, mit Beiträgen von neuen englischen Constructionen vermehrt, Gerstner’s Sohn Franz Anton zu Leipzig in den Jahren 1832 und 1833 herausgegeben hat.

Jelinek (Carl Dr.), Das ständisch-polytechnische Institut zu Prag. Programm zur fünfzigjährigen Erinnerungsfeier u. s. w. (Prag 1856, Haase, 8°.) S. 222. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, Joh. Ambr. Barth, 8°.) Bd. II, Sp. 814.