BLKÖ:Schröder, Karl Friedrich Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 31 (1876), ab Seite: 320. (Quelle)
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Schröder, Karl Friedrich Freiherr von (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und General-Verpflegs-Inspector, geb. zu Berlin um 1725, gest. zu Wien im Jahre 1808). Bruder des Gottfried Freiherrn von Sch. [s. d. S. 319] und des Wilhelm Freiherrn Schröder von Lilienhof [s. d. S. 334]. Die Zeit seines Eintrittes in die kaiserliche Armee ist nicht bekannt; er war Hauptmann bei Puebla-Infanterie, jetzt Nr. 26, wurde 1757 Major, 1759 Oberstlieutenant und von 1763 Oberst, in den genannten Stabsofficiers-Chargen in dem bis 1772 bestandenen Artillerie-Fußregimente, dessen Commandant er im Jahre 1768 wurde. Er projectirte 1769 die spanischen Reiter, welche während des Marsches überall aufgestellt werden konnten und mit welchen 1770 im Exercierlager bei Prag der erste Versuch [321] gemacht wurde. Nachdem er im Jahre 1772 bei der Prager Monturs-Commission angestellt worden, wurde er 1783 Feldmarschall-Lieutenant und Inhaber des 7. Infanterie-Regiments, heute Freiherr von Maroičić, 1787 Director des Militär-Fuhrwesencorps und zugleich General-Verpflegs-Inspector, welche Stellung er bis zum Jahre 1795 behielt, in welchem die Direction des Fuhrwesens an den Hofkriegsrath kam. In welchem Ansehen der General bei seinem Monarchen und in der öffentlichen Meinung stand, dafür finden wir einen Beleg in der „Oesterreichischen Biedermanns-Chronik“, welche über den General sich folgendermaßen äußert: „Er ist ein wahrer Kriegsmann und besitzt dabei viel Staatskenntniß; ist fertig in Entschließungen, nicht eigensinnig über Gegenvorstellungen; ein eifriger Vertheidiger der Wahrheit; im Unternehmen erfinderisch, muthvoll in der Ausführung; in Geschäften arbeitssam, unverdrossen, uneigennützig; in Vorstellungen gründlich, fern von aller Heucheley; frey ohne Zurückhaltung, auf Erfahrung gestützet, seiner Meinung getreu; im Umgange gesellig, munter, mit ausgezeichnetem Verstande; ein Liebhaber der Künste und Wissenschaften, mit denen er sich bei müßigen Stunden beschäftigt; mit seinen Untergebenen freundlich, gefällig; freudig, Wohlthaten austheilen zu können, besondere Verdienste vorzüglich zu belohnen, empfindlich im Strafen gegen die Schuldigen, aber nicht feindselig; ein wahrer Menschenfreund; mitleidig, gegen Armuth und Mangel fast bis zur Verschwendung freigebig, mit einem Worte: Lacy würdigt ihn des Zutrauens, das er sich gewiß durch wahre Verdienste erwerben muß“. Es wäre wohl eine lohnende Aufgabe, das Leben der Gebrüder Schröder, die Alle mittellos aus Preußen nach Oesterreich herüberkamen, durch ihre Talente von der Pike auf sich emporgeschwungen hatten, und nicht nur tapfere Generale, sondern auch einflußreich auf die Entwickelung der kaiserlichen Armee waren, einer ausführlicheren Darstellung, als Musterbild für junge Krieger, zu unterziehen.

Freiherrnstands-Diplom für die Brüder Johann Wilhelm und Karl Friedrich von Schröder ddo. Wien 3. Juli 1773. – Oesterreichische Biedermanns-Chronik. Ein Gegenstück zum Phantasten- und Prediger-Almanach (Freiheitsburg [Akademie in Linz] 1784, 8°.) Erster (und einziger) Theil, S. 247. – Wappen. Dasselbe ist ganz gleich mit dem S. 337 bei Wilhelm Freiherrn Schröder von Lilienhof beschriebenen.