BLKÖ:Smarzewski, Martin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Smegkal, Joseph
Band: 35 (1877), ab Seite: 163. (Quelle)
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Smarzewski, Martin (polnischer Oberst, geb. zu Izdebnik im Samborer Kreise Galiziens im Jahre 1788, gest. zu Lemberg 23. Juli 1866). Im Jahre 1809 beendete er die Rechtsstudien an der Lemberger Hochschule, darauf trat er in die Reihen der nationalen Armee, u. z. in’s 8. Infanterie-Regiment, welches sich bei Raszyn so hervorgethan hatte. Im Jahre 1811 kam er als Lieutenant zum Stabe des Fürsten Joseph Poniatowski, kehrte aber im Jahre 1812 zu seinem Regimente zurück, worauf er den Feldzug dieses Jahres als Commandant einer Compagnie Voltigeurs mitmachte. Die Strapazen dieses Feldzuges nöthigten ihn, Erholung in seinem Elternhause zu suchen. 1813 eilte er aber wieder zu seinen in Sachsen stationirten Abtheilungen. Bei Leipzig, dann bei Frankfurt verwundet, kam er mit dem Reste der polnischen Armee nach Frankreich und kehrte mit der Escorte des Leichnams des Fürsten Poniatowski im Jahre 1814 in seine Heimat zurück. Er hatte sich im Jahre 1812 das Armee-Kreuz und im folgenden Jahre eine neapolitanische Auszeichnung erkämpft. Nun da er unter dem Großfürsten Constantin nicht weiter dienen mochte, nahm er im Jahre 1816 seine Entlassung, zog sich auf seine Besitzung Myslatice im Przemysler Kreise zurück und vermälte sich mit Euphemia geborenen Krasiński. Die Revolution des Jahres 1831 rief ihn von neuem unter die Fahnen seiner Nation. Nach der Schlacht bei Ostrolenka wurde er zum Organisator der Infanterie-Legion jenseits der Weichsel ernannt, welche anfänglich ihre Station zu Stopnica, später zu Skalbmierz hatte. Nachdem General Rüdiger letztere Stadt eingenommen, hatten auch S.’s Functionen ein Ende. Vom General Rożycki mit dem Range eines Obersten entlassen, kehrte er auf seine Güter zurück und widmete sich dort der Verwaltung derselben. Im Jahre 1848 ernannte ihn General Wybranowski, damals Commandant der Nationalgarde in Galizien, zum Organisator der Nationalgarde im Przemysler Kreise. Sein landwirthschaftlicher Beruf, dem er sich mit ganzer Seele hingab, ließ ihm noch immer Zeit zu literarischen Studien und Arbeiten mannigfacher Art, welche, theils in Originalien, theils in Uebersetzungen bestehend, von ihm doch niemals durch den Druck veröffentlicht worden sind. Als besonders bemerkenswerth wurden in seinen nachgelassenen Schriften die von ihm von [164] früher Jugend bis in seine letzte Lebenszeit fortgeführten Denkwürdigkeiten seines Lebens bezeichnet, welche sicher nicht unwichtiges Material zur Zeit- und Personengeschichte enthalten. Smarzewski war 79 Jahre alt geworden und hatte seit 1864 in Lemberg seinen Wohnsitz aufgeschlagen.

Kalendarz wydawnietwa dzieł tanich i pożytecznych na rok 1867, d. i. Kalender der Verleger wohlfeiler und nützlicher Druckschriften auf das Jahr 1867 (Krakau 1866, W. Kirchmayr, 8°.), S. 65.