BLKÖ:Speckmoser, Ulrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Speckbacher, Caspar
Nächster>>>
Speidel, Ludwig
Band: 36 (1878), ab Seite: 132. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 138475903, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Speckmoser, Ulrich|36|132|}}

Speckmoser, Ulrich (Benedictiner des Stiftes Admont und Schulmann, geb. zu Stegmühl in Obersteier am 2. April 1781, gest. zu Marburg 4. Mai 1845). Sein Vater war Verweser [133] der dem Stifte Admont gehörigen Hammergewerke. Die Schulen besuchte der Knabe in Admont, in dessen Stift er in der Folge trat und seinen bisherigen Taufnamen Alois mit dem Klosternamen Ulrich vertauschte. Am 22. September 1805 las S. seine erste Messe, und nun wendete er sich dem Lehramte zu, in welchem er 40 Jahre lang eine unvergeßlich erfolgreiche Wirksamkeit entfaltet hatte. Zunächst kam er als Humanitätsprofessor an das akademische Gymnasium nach Gratz und war daselbst durch mehr als 30 Jahre, von 1806 bis 1836, thätig. In jener Periode erschienen auch seine lyrischen Dichtungen öfter in dem von Kollmann redigirten Gratzer Unterhaltungsblatte: „Der Aufmerksame“. Am 5. Mai 1837 wurde Speckmoser als Präfect an das k. k. Gymnasium nach Marburg berufen, dort war er der Vater seiner Studenten, der wärmste Freund der Professoren und der Liebling der Stadt. Außer der Dichtkunst betrieb er frühzeitig das Studium der Botanik und unternahm zu diesem Zwecke aus frühester Zeit her weite Excursionen, die er bis wenige Jahre vor seinem Ableben fortsetzte und dadurch eine Kenntniß der naturhistorischen und topographischen Verhältnisse des Oberlandes erwarb, worin ihm kaum ein Anderer gleichkam. Ein Freund der Literatur nach allen ihren Richtungen, hatte er eine schöne Bibliothek gesammelt, welche als Nachlaß in den Besitz seines Stiftes gelangte, zu dessen würdigsten Männern S. zählte. Als Botaniker besaß er einen Ruf in den weitesten Kreisen und hatte ein Herbarium mit der ansehnlichen Zahl von 11.000 Exemplaren, darunter auch äußerst kostbare Centurien von Pflanzen der südlichen Breite gesammelt. Auch dieses befindet sich im Besitze seines Stiftes. Dies Quellen sämmtlich, welche über ihn berichten, nennen ihn übereinstimmend ein Muster von Gewissenhaftigkeit, Umsicht und Humanität.

Fest-Programm des k. k. Gymnasiums in Marburg zur Erinnerung an die hundertjährige Jubelfeier dieser Lehranstalt, veröffentlicht von der Direction im Jahre 1858 (Marburg 1858, gr. 8°.) S. 100 [nach diesem geb. im Jahre 1782]. – Arabesken. Reise-, Zeit- und Lebensbilder aus Steiermark (Gratz o. J. [1861], Fr. Ferstl, 8°.) S. 86. – Puff (Gustav Rudolph Dr.), Marburg in Steiermark, seine Umgebung, Bewohner und Geschichte (Gratz 1847, 8°.) Bd. II, S. 230 [nach diesem geb. 1781].