BLKÖ:Spitzer, Simon

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 36 (1878), ab Seite: 196. (Quelle)
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Spitzer, Simon (Mathematiker, geb. in Wien 3. Februar 1826). Wendete sich nach beendeten Vorbereitungsstudien dem Studium der mathematischen Wissenschaft und alsdann in dieser Richtung dem Lehramte zu. Im Jahre 1849 wurde er Assistent für elementare und und höhere Mathematik am Polytechnischen Institute in Wien. Nachdem er [197] fünf Jahre in dieser Stellung thätig gewesen, habilitirte er sich 1854 als Privatdocent für höhere Mathematik an eben derselben Anstalt, und wurde 1858 Professor für Mercantilrechnen an der Handels-Akademie in Wien. Zur Stunde bekleidet S. die Stelle eines Professors der analytischen Mechanik an der k. k. technischen Hochschule – vormals Polytechnisches Institut – in Wien, ferner die eines Professors für kaufmännische und polytechnische Arithmetik an der Wiener Handels-Akademie, noch ist er Mitglied der Prüfungs-Commission für Lehramts-Candidaten an Handelsschulen und bekleidet überdieß eine Directorsstelle in der Hypotheken-Bank. Spitzer ist in seinem Fache auch schriftstellerisch ungemein thätig und hat außer etlichen selbständigen Werken eine große Anzahl mathematischer Abhandlungen in gelehrten Fachwerken veröffentlicht. Ueber eine Polemik, in welche Spitzer mit dem Mitgliede der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Joseph Petzval gerathen war. weil S. eine Integrations-Methode zur Lösung einer gewissen Gattung linearer Differential-Gleichungen, deren Entdeckung eben Professor Petzval in seinem Werke: „Integration linearer Differential-Gleichungen“ für sich in Anspruch nahm, dem berühmten Mathematiker Laplace, der sie lange vor Petzval gemacht, zuschrieb, vergleiche man die Sitzungsberichte mathem.-naturw. Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (Bd. XXVIII, S. 253 u. f.) und Spitzer’s Entgegnung in der „Presse“ (1857, Nr. 284). Im Folgenden geben wir eine Uebersicht der mathematischen Arbeiten nach den Fachschriften, in welchen sie erschienen sind.

Uebersicht der mathematischen Arbeiten von Simon Spitzer. „Allgemeine Auflösung der Zahlengleichungen mit einer und mehreren Unbekannten“ (Wien 1851, Gerold, 4°.). – „Studien über die Integration linearer Differential-Gleichungen“ (Wien 1860, 8°.). – „Studien über die Integration linearer Differential-Gleichungen“ (Wien 1860, Gerold, gr. 8°.). Erste Fortsetzung (ebd. 1860, gr. 8°.). Zweite Fortsetzung (Schluß) (ebd. 1862, gr. 8°.). – „Anleitung zur Berechnung der Leibrenten und Anwartschaften“ (Wien 1860, gr. 8°.). – „Anleitung zur Berechnung der im Wiener Coursblatte notirten Papiere, nebst einem Anhange über Prämien u. s. w.“ (ebd. 1863, gr. 8°.). – „Gesammt-Uebersicht über die Production, Consumtion und Circulation der Mineralkohle als Erläuterung zur Kohlenrevierkarte des Kaiserstaates Oesterreich, nach authentischen Quellen. Mit 1 Karte“ (Wien 1864, Prandel, Lex.-8°.) – „Tabellen über die Zinseszinsen und Rentenrechnung mit Anwendung derselben auf die Berechnung von Anlehen, Construction von Amortisationsplänen u. s. w.“ (Wien 1865, Gerold, 8°.). – In den Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftlicher Classe: „Auflösung transscendenter Gleichungen (Bd. III, 1852). – In den Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftlicher Classe: „Zur Theorie nummerischer Gleichungen“ (Bd. V, S. 82); – „Ueber die Auflösung transscendenter Gleichungen mit einer oder mehreren Unbekannten“ (Bd. V, S. 232); – „Ueber die geometrische Darstellung eines Systems höherer Zahlengleichungen“ (Bd. VI, S. 152); – „Zusätze zu meinen Arbeiten über höhere Gleichungen“ (Bd. VII, S. 455); – „Note über Gleichungen“ (Bd. VIII, S. 422); – „Bemerkungen über ausgezeichnete Linien krummer Flächen“ (Bd. X, S. 435); – „Ueber die Kriterien des Größten und Kleinsten bei den Problemen der Variationsrechnung“ (Bd. XII, S. 1014 und Bd. XIV, S. 41); – „Integration der Differential-Gleichung: “ (Bd. XXV, S. 31); – „Integration verschiedener linearer Differential-Gleichungen“ (Bd. XXVI, S. 449); – „Bemerkungen über die Integration linearer Differential-Gleichungen mit Coefficienten, die bezüglich der unabhängig Variablen von der ersten Potenz sind“ (Band XXVI, 479); – „Neue Integrations-Methode für Differenzen-Gleichungen, deren [198] Coefficienten ganze algebraische Functionen der unabhängigen Veränderlichen sind“ (Band XXIX, S. 53). – In CrellesJournal für die reine und angewandte Mathematik: „Bemerkungen zur Theorie des Größten und Kleinsten“ (Bd. XLVIII, 1854); – „Ueber die Differential-Gleichung der hypergeometrischen Reihe“ (Bd. LVII, 1860); – „Ueber die Integration der Differential-Gleichung durch bestimmte Integrale“ (ebd.). – In W. Haidinger’s Berichte über die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften in Wien: „Ueber die Identität der collinear- und affin-verwandten Figuren mit pyramidalen und prismatischen Schnitten“ (Bd. II, 1846/47); – „Anwendung der imaginären Größen auf Polygonometrie“ (Bd. IV, 1848); – „Analogien zwischen ebenen und Kegeldreiecken“ (Bd. V, 1848/49); – „Bestimmungen des Flächeninhaltes und der Winkelsumme bei ebenen Polygonen, die sich vielfach durchschneiden“ (ebd.); – „Integration einiger Differential-Gleichungen“ (Bd. VI, 1849); – „Divisionsvortheile bei Zahlen von der Form “ (Bd. VII, 1850). – In W. Haidinger’s naturwissenschaftlichen Abhandlungen: „Ueber zweiwerthige Functionen“ (Bd. III, 1849); – „Aufsuchung der reellen und imaginären Wurzeln einer Zahlengleichung höheren Grades“ (ebd.); – „Gesetze in den höheren Zahlengleichungen mit einer oder mehreren Unbekannten“ (ebd.); – „Skizzen aus den höheren Gleichungen“ (Bd. IV, 1851). – In Grunert’s Archiv für Mathematik und Physik: „Integration der partiellen Differential-Gleichung “ (Bd. XXII, 1854); – „Ueber Decimal-Brüche“ (Bd. IX, 1857); – „Anwendung des Horner’schen und Budan’schen Substitions-Verfahrens auf die Theorie des Größten und Kleinsten“ (Bd. XXIII, 1854); – „Integration der Differential-Gleichung mittelst bestimmter Integrale“ (ebd.); – „Ueber die kürzesten Linien auf krummen Flächen“ (ebd.); – „Entwicklung von Lim. [WS 1], wenn eine ganz positive Zahl“ (ebd.); – Integration der Gleichung “ (ebd.); – „Ueber die Summenformel “ (ebd.); – „Formeln für die Summen und Differenzen-Rechnungen“ (Bd. XXIV, 1855); – „Integration der Differential-Gleichung unter und positive und unter und ganze positive Zahlen verstanden“ (Bd. XXVIII, 1857); – „Integration der linearen Differential-Gleichung “ (Bd. XXIX, 1857; Bd. XXX, 1858; Band XXXIII, 1859); – „Entwicklung der µ-Differential-Quotienten von “ (ebd. XXX, 1858); – „Darstellung eines unendlichen Kettenbruches in geschlossener Form“ (ebd.); – „Bemerkungen zur Integration der Gleichung “ (ebd.); – „Integration der partiellen Differential-Gleichung “ (ebd.). – „Ueber das größte in und das kleinste um eine Ellipse beschriebene Vieleck von gegebener Seitenzahl“ (ebd.); – „Note über die Differential-Gleichungen“ (Bd. XXXII, 1859); – „Ueber das größte Tetraëder, das sich in ein Ellipsoid beschreiben läßt“ (ebd.); – „Ueber größte einem Ellipsoid eingeschriebene eckige Körper“ (ebd.); – „Ueber Differenz- und Differential-Quotienten von allgemeiner Ordnungszahl“ (Bd. XXXIII, 1859); – „Integration der linearen Differential-Gleichung “ (ebd.); – „Ueber das zwischen Differenz-Gleichung und Differential-Gleichung stattfindende Reciprocitätsgesetz“ (ebd.); – „Ueber unendliche Kettenbrüche (ebd.); – „Integration der Gleichung “ – „Darstellung eines unendlichen Kettenbruches in geschlossener Form“ (ebd.); – „Integration der partiellen Differential-Gleichung :“ (ebd.). – Außerdem schrieb S. Mehreres für das österreichische pädagogische Wochenblatt 1846 u. f. und für die Wiener-Zeitung 1846 u. f.
Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, Joh. [199] Ambr. Barth, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 72. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1857, Nr. 280, in den Tages-Neuigkeiten: „Die Leidenschaft in der höheren Mathematik“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: .