BLKÖ:Stadelmann, Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 36 (1878), ab Seite: 321. (Quelle)
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Stadelmann, Georg (Schriftsteller, geb. zu Bregenz am Bodensee um 1780, gest. zu Laibach 15. Jänner 1807). Seine erste Jugendbildung erhielt S. zu Constanz und Innsbruck und dann vollendete er die Studien zu Gratz. Im April 1802 wurde er an der k. k. Lyceal-Bibliothek in Gratz als beeideter Praktikant angestellt. Diese Stelle gewährte ihm reichliche Gelegenheit, seinen Wissensdrang zu befriedigen; er hatte sie eben auch aus dieser Absicht gesucht. Die Literatur des Mittelalters, worin die Bibliothek ziemlich gut bestellt war, und in dieser Richtung manches seltene Werk besaß, zog ihn zumeist an. Er arbeitete in diesem Fache, von dem Wohlwollen seines Vorgesetzten, des [322] Bibliotheks-Custos Marcus Wilhelm Sandmann, auf das theilnahmsvollste gefördert, und hatte Mehreres in Handschrift vollendet, was jedoch nie gedruckt worden, mit Ausnahme eines Aufsatzes über die Errichtung eines Denkmals für Gutenberg, polemischer Natur, gegen die elegante Zeitung gerichtet, welcher in der literarischen Beilage zum allgemeinen Zeitungsblatt für Innerösterreich abgedruckt erschien. Während er bei der Bibliothek arbeitete, besorgte er die Redaction der vorerwähnten Beilage des allgemeinen Zeitungsblattes für Inner-Oesterreich, welche unter seiner Leitung sichtlichen Aufschwung nahm. Er selbst arbeitete darin die Theaterkritik, und lieferte Beurtheilungen, welche seine tüchtige Kenntniß der Classiker alter und neuer Zeit und eine solide ästhetische Vorbildung bekunden. Um diese Zeit arbeitete er auch an dem damals immer beliebter werdenden patriotischen „Tagblatte“, welches Christian Karl André im Jahre 1800 in Brünn begründet hatte, das aber schon nach wenigen Jahren von der Censur unterdrückt wurde. Im Jahre 1804 kam S. von Gratz nach Laibach, und übernahm als gleichzeitiger Pächter der von Kleinmayr’schen Buchhandlung und Buchdruckerei in Laibach auch die Redaction der im Kleinmayr’schen Verlage erscheinenden politischen „Laibacher Zeitung“ nebst der unterhaltenden Wochen-Beilage, welche beide unter seiner Leitung einen gedeihlichen Aufschwung nahmen. Doch war es ihm nicht lange gegönnt, daselbst zu wirken. Zu Anfang des Jahres 1807 erlag er seinem Leiden, an dem er mehrere Monate darniederlag. Sein Biograph rühmt auch Stadelmann’s poetisches Talent, wovon er mehrere Proben gegeben. Im Druck erschienen seine „Empfindungen eines österreichischen Patrioten bei der gänzlichen Befreiung Italiens“. Sein Freund Anton Suppantschitsch widmete dem im Alter von erst 27 Jahren Verblichenen einen poetischen Nachruf.

Kunitsch (Michael), Biographien merkwürdiger Männer der österreichischen Monarchie (Gratz 1812, Tanzer, kl. 8°.) VI. Bändchen, S. 59. – Neue Annalen der Literatur des österreichischen Kaiserthums (Wien, Doll, 4°.) I. Jahrg. (1807) Bd. I, Intelligenz-Blatt October, Sp. 184.
Ende des sechsunddreißigsten Bandes.