BLKÖ:Stadion, Johann Caspar

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Stadion, Johann von
Band: 37 (1878), ab Seite: 31. (Quelle)
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14. Johann Caspar (geb. 21. December 1567, gest. 21. November 1641). Ein Sohn Johann Ulrichs und Apollonias von Nankenreuth. Erhielt allem Anscheine nach eine Erziehung, die ihn für den Waffen- und kirchlichen Dienst zugleich bestimmte. Er kam in jungen Jahren an den Hof des Erzherzogs Maximilian, damaligen Hoch- und Deutschmeisters [Bd. VII, S. 106, Nr. 264]. Mit diesem Prinzen machte er im Jahre 1595 den Feldzug in Ungarn mit, wo er sich bereits durch seine mit seltener Umsicht verbundene Tapferkeit bewährte. Er trat nunmehr in den deutschen Orden und wurde Landcomthur von Elsaß, Burgund und Hauscomthur zu Alzhausen; befehligte bald ein eigenes Regiment und stand, als die böhmischen Unruhen ausbrachen, Ferdinand II. treu zur Seite. Der Kaiser berief ihn nun in seinem Hofkriegsrath, in welchem er seinen Einfluß alsbald so zur Geltung zu bringen wußte, daß ihn der Kaiser zum Vorsitzenden des Hofkriegsrathes ernannte. Als Johann Eustach von Westernach, Großmeister des deutsches Ordens, mit Tod abging, wurde Johann Caspar zu seinem Nachfolger erwählt und ließ sich dessen Hebung und Förderung, ungeachtet nach dem Verluste von Preußen der Orden viel an seiner Macht eingebüßt, angelegen sein. In den Kämpfen seiner Zeit erscheint der Großmeister Johann Caspar in rühmlichster Weise in der Schlacht bei Lützen (1632), bei Nördlingen (1634), bei Lemgo (1638), in welcher er an der Spitze seines Regiments ruhmvoll focht. In den Feldzügen der Jahre 1639–1641 war er dem Erzherzoge Leopold Wilhelm als militärischer Ajo beigegeben. Seine Kaltblütigkeit in entscheidenden Fällen war bekannt und als im Jahre 1640 das kaiserliche Heer wider die Schweden an der Saale stand und bereits äußersten Mangel litt, wollte Piccolomini das Lager bei Saalfeld verlassen und sich durchschlagen. Diesem Vorhaben aber setzte sich Johann Caspar entschieden entgegen und bemerkte: „Er könne nicht zugeben, daß die Ehre des Hauses Oesterreich in einem gewagten Gefechte von einigen Stunden auf das Spiel gesetzt werde“. Seine Zuversicht hatte sich bewährt, denn der Feind, der gleichen Mangel litt wie die Kaiserlichen, sah sich gezwungen, abzuziehen und alle Bedrängniß der Kaiserlichen hatte ein Ende. Johann Caspar wurde nicht allein zu Unternehmungen im Felde verwendet, auch bei wichtigen Unterhandlungen. namentlich bei jenen, welche dem westphälischen Frieden vorangingen, wurde er beigezogen, wobei ihm seine Stellung als Großmeister des deutschen Ordens besonderes Gewicht und Einfluß gaben. Ein treuer und entschiedener Anhänger des Hauses Oesterreich, erbat er sich vom Capitel im Jahre 1639 den Erzherzog Leopold Wilhelm, Sohn Ferdinands II., zum Coadjutor und Nachfolger. Johann Caspar starb im kaiserlichen Feldlager zu Mühlhausen in Thüringen, im Alter von 74 Jahren. Er zählt zu den edelsten Sprossen des Geschlechtes Stadion. [Porträte. 1) Auf einem Blatte mit Wolfgang Graf von Mansfeld, Christoph Freiherrn von Loebel und Philipp [32] Friedrich Graf von Breuner. Langer sc. [Die Miene Johann Caspars trägt auf diesem Bilde ganz den Stadion’schen Typus]. – 2) Unterschrift: „Johann Caspar a Station“ (sic). Ohne Angabe des Zeichners und Stechers (kl. Fol.).] –