BLKÖ:Habsburg, Maximilian III.

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 106. (Quelle)
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264. Maximilian III., Erzherzog von Oesterreich, Hoch- und Deutschmeister, erwählter König von Polen, (geb. 12. October 1558, gest. 23. October 1620 nach [107] Hübner). Sohn des Kaisers Maximilian II. aus dessen Ehe mit Maria, Tochter des Kaisers Karl V. Im Jahre 1585 erwählte ihn der deutsche Orden zum Großmeister, und zwei Jahre später, 22. August 1587, berief ihn die Zborowski’sche Partei in Polen auf den durch Stephan Bathory’s Tod erledigten Thron des Landes. Die Partei des Krongroßkanzlers Zamoyski hatte sich aber für den schwedischen Prinzen Sigismund entschieden. Maximilian und Sigismund wollten nun im Kampfe ihre Rechte geltend machen und trafen sich bei Bitschin, einem Städtchen in Schlesien. Maximilian wurde von Sigismund in der genannten Stadt belagert, zur Uebergabe genöthigt und gefangen. Der gänzlichen Verzichtleistung auf die polnische Krone verdankte er 1588 seine Freiheit. Als im Jahre 1590[WS 1] Erzherzog Karl von Steiermark mit Tod abging und nur minderjährige Kinder hinterließ, übernahm Maximilian als Vormund der Erben die Verwaltung des Landes, zugleich war er Befehlshaber der kaiserlichen Truppen in Niederungarn gegen die Türken. Als solcher nahm er den Türken eine von ihnen stark befestigte Position in Niederungarn; zwang sie ferner das Fort Petrinia zu verlassen, welches sie aber vor dem Abzuge noch in Brand steckten. Als 1595 Erzherzog Ferdinand von Tirol starb, übernahm er die Regierung des Landes, sein Commando in Ungarn beibehaltend. Er nahm nun den Türken Sarosch, St. Nicolas und einige andere Ortschaften ab. Im Jahre 1596 erhielt er den Oberbefehl in ganz Ungarn, Adolph von Schwarzenberg und Franz Nádasdy eroberten nun Hatvan, besetzten das verlassene Waitzen, brachten Papa zum Falle und der Erzherzog selbst führte das Hauptheer nach Erlau, um welches sich die ganze 200.000 Mann starke türkische Macht gelagert hatte. Durch Verrath ging Erlau in die Hände der Türken früher über, ehe Maximilian mit seinem Heere, welches, obgleich mit dem siebenbürgischen Hilfsheere verstärkt, doch nicht mehr als 40.000 Mann zählte, heranrücken konnte. Immerhin griff er den fünfmal stärkeren Feind an und schlug ihn das erste Mal gänzlich. Am 26. October 1596 kam es bei Keresztes, vor dessen Morästen das türkische Heer sich nunmehr gelagert hatte, zum neuen Angriffe, in welchem Maximilian und der Fürst von Siebenbürgen das türkische Heer bereits in die Flucht geschlagen hatten. Der Sieg wäre einer der glänzendsten geworden, wenn die kaiserlichen Völker, statt zu plündern, den fliehenden Feind verfolgt hätten. Alles Abmahnen Maximilian’s, sich der Plünderung nicht hinzugeben, blieb erfolglos. Die Wache des vom Sultan bewohnten Hauptzeltes, die sich bei der allgemeinen Flucht der Türken abgeschnitten sah, feuerte in ihrer Noth das schwere Geschütz ab; dieß erschreckte die gedankenlosen Plünderer derart, daß sie, von panischem Schrecken ergriffen, sich überlistet und von Neuem angegriffen glaubten. Alles floh nun, und es entstand eine heillose Verwirrung, welche Cicala Pascha, der Commandant des türkischen Hintertreffens, benützte, auf dem Rückzuge, den er bereits angetreten, umkehrte, die Plünderer angriff und zu Tausenden in den Morast trieb, in welchem sie alle umkamen. Aber auch Cicala Pascha benützte den Sieg nicht, und so geschah es, daß sich beide Heere, das kaiserliche und das türkische, auf dem Rückzuge befanden, während das türkische Lager [108] verlassen und nur Christoph von Teufenbach mit einigen Bedienten in demselben zurückgeblieben war, der erst am folgenden Morgen mit seinem Gepäcke dem kaiserlichen Heere nach Kaschau nachrückte. Als dann die Türken erfuhren, daß die Bauern das Lager plündern, kehrten sie in dasselbe zurück und holten ihr Geschütze ab. Im Jahre 1600 übernahm Maximilian für sich und seine Brüder die Regierung im Elsaß, und 1616 noch jene in Niederösterreich. Seinen politischen Einfluß im Familienkreise machte Maximilian mit Erfolg geltend; so vermittelte er die Einwilligung der Agnaten, als Kaiser Mathias Ferdinanden in Ungarn und Böhmen krönen ließ, ferner, da sein und Rudolph’s II. Bruder und Nachfolger Mathias keine Erben hatte, so hätte nach Mathias Maximilian, und nach diesem Albrecht, dessen nächster Bruder, als Statthalter in den Niederlanden folgen sollen. Aber beide Brüder waren, als Mathias starb, in Jahren vorgerückt und so vermittelte wieder Maximilian, daß Erzherzog Albrecht gleich ihm der Nachfolge entsagte und diese an Ferdinand, des Erzherzogs Karl von Steiermark, ihres Oheims, ältesten Sohn, abtraten. Maximilian verband, wie sein Vater, mit der Ruhe Sanftmuth und Bedächtigkeit seines Charakters, Muth, Tapferkeit und Hochsinn. Volk und Heer liebten ihn, in der Reichsversammlung genoß er Vertrauen; im deutschen Orden, dem er große Aussichten eröffnete, stand sein Name in hohem Ansehen. Als er als Hochmeister in Ungarn den Oberbefehl führte, bildeten 400 Ritter und fränkische Edelleute seine Leibwache.

Bergmann (Joseph), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844–1857, Tendler, 4°.) Bd. I, S. 33, 38, 142, 177; Bd. II, S. 12 (Anmerkung), 38, 52, 64 (Anm.), 162 (Anm.), 225, 226, 248, 255, 278, 279, 373, 374. – Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1730, Thomas Fritschens Erben, Fol.) 3. Auflage, Bd. III, S. 482. – Reilly (Franz Joh. Joseph von), Skizzirte Biographien der berühmtesten Feldherren Oesterreichs von Maximilian dem I. bis auf Franz den II. (Wien 1813, kl. 4°.) S. 120 [nach diesem geb. 3. October 1558 und gest. 2. November 1618]. – Thaten und Charakterzüge berühmter österreichischer Feldherren (Wien 1818, Degen, kl. 8°.) I. Bd. 1. Abthlg. S. 124. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, bibliographisches Institut, gr. 8°.) Bd. 20, S. 1128, Nr. 12. [Es würde diese Quelle hier nicht angeführt werden, wenn es nicht gälte, einen sehr komischen historischen Schnitzer, der daselbst begangen wird, zu berichtigen. Es heißt nämlich daselbst: „die maximilianischen Thürme haben von ihm ihren Namen erhalten“. Nun aber sind die Maximilianischen Thürme nicht vor dritthalbhundert Jahren, sondern erst im Jahre 1831 von Maximilian, Erzherzog von Oesterreich-Este [siehe Bd. IV dieses Lexikons, S. 88], erbaut und nach diesem Erbauer benannt worden. Denselben Irrthum begeht auch, auffallend genug, das Pierer’sche, sonst mit Sorgfalt gearbeitete „Universal-Lexikon“, und noch dazu in seiner neuesten, d. i. 4. Auflage, Bd. XI, S. 31, Nr. 11.] – Khevenhüller, Annales Ferdinandei. – Ortelius, Ungarische Chronik. – Schikfusius, Schlesische Chronik. – Spener, Sylloge historico-genealog.Porträte. 1) D. Custos sc., aus der Ambraser-Sammlung (gr. Fol.), ganze Figur; 2) G. Hoefnagel fec. (8°.); – 3) P. P. Rubens p., P. de Jode sc. (8°.); – 4) P. P. Rubens p., J. Suyderhof sc. (Fol.), schönes und seltenes Blatt; – 5) P. P. Rubens p., L. Vorstermann sen. sc. (kl. 4°.).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1594.