BLKÖ:Reilly, Franz Johann Joseph von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Reinart
Band: 25 (1873), ab Seite: 198. (Quelle)
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Reilly, Franz Johann Joseph von (Buchhändler und Schriftsteller). Lebte als Buch- und Kunsthändler in den ersten Decennien des laufenden Jahrhunderts in Wien, wo er als sogenannter „gelehrter Buchhändler“ sehr in Achtung stand. Ueber seine sonstigen Lebensverhältnisse, seine Geburt, seinen Lebens- und Bildungsgang sind nähere Nachrichten nicht bekannt. Der Einzige, der zu wiederholten Malen und immer in rühmender Weise seiner gedenkt und bedauernd bemerkt, daß keine Biographie über ihn vorhanden ist, ist Franz Gräffer; einmal gedenkt er seiner, als er eine Revue der älteren Wiener Buch- und Kunsthandlungen abhält, ein anderes Mal, als er interessante Persönlichkeiten seiner Zeit in seiner pikanten Weise in kleinen, aber scharfen Contouren silhouettenartig zeichnet. Reilly war auch als Schriftsteller thätig. Unter seinem Namen sind erschienen: „Katechismus der neuesten Erdbeschreibung“, 2 Theile (Leipzig 1809, Barth; 2. Aufl. Wien 1818, 8°.; die erste Aufl. mit 6 K. K. u. 6 Karten; die 2. Aufl. mit 3 ill. K. K.); – „Skizzirte Biographien der berühmtesten Feldherren Oesterreichs von Maximilian I. bis auf Franz II. In Verbindung mit der Geschichte ihrer Zeit und mit ihren echten Abbildungen“ (Wien 1813, Heubner, mit 60 Abbildungen, gest. von Langer u. A., 4°.); – „Sinngedichte in 3 Büchern. Zweite vermehrte Auflage mit einer Abhandlung über das Sinngedicht“ (Wien 1819, 8°.), das Datum der ersten Auflage gelang mir nicht aufzufinden. Außerdem gab er, ohne sich zu nennen, heraus: eine „Bibliothek der Scherze“, in 6 Bänden, „mit fleißiger ehrlicher Nennung der Quellen und von einer in Stuttgart später herausgegebenen ähnlichen Sammlung stark geplündert“; – „Noradin oder Feen-, Helden-, Ritter- und Romanspiegel“ (Wien 1814, 8°.); – einen großen Atlas, der als Anhang zu Büsching neuer Erdbeschreibung dienen sollte, aber fehlschlug, und ein Schema der k. k. Armee, nach dem Muster des preußischen, aber, wie Gräffer bemerkt, „abscheulich gezeichnet und noch abscheulicher illuminirt“. Seine skizzirte Biographie der berühmtesten Feldherren ist ein gutes Buch und die von Jos. Belling, Seb. Langer und A. Mayer gestochenen Bildnisse der österreichischen Feldherren sind nach guten Vorlagen ausgeführt. Seine „Sinngedichte“ nennt Gräffer „besser als die Epigramme Kästner’s und Lessing’s“. R. lebte als Inhaber des geographischen Verschleiß-Comptoirs m Wien, war aber in seinen letzten Jahren immer leidend und, wie Gräffer bemerkt, „mehr im Bette als in seinem Laden in der Rauhensteingasse“. Sein Todesjahr findet sich nirgends angegeben.

Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) I. Jahrg. (1842), S. 529, im Aufsatze: „Wiens Kunsthandlungen vor einigen Decennien“, von Gffr. (Gräffer); II. Jahrg. (1843), S. 497: „Von unserem Reilly“, von Gräffer.