BLKÖ:Stadler, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 37 (1878), ab Seite: 71. (Quelle)
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Noch sind folgende Personen des Namens Stadler bemerkenswerth:

1. Anton (geb. im Jahre 1753, gest. in Wien 15. Juni 1812). Anton und sein Bruder Johann waren beide seit dem Jahre 1787 bei der kaiserlichen Hofcapelle in Wien als Clarinettisten angestellt und spielten ihr Instrument mit großer Meisterschaft. Johann, der jüngere der Brüder (geb. 1756, gest. 2. Mai 1804), spielte die erste Clarinette, Anton, der ältere, die zweite. Dieser hatte, wie Gerber in dem unten genannten Werke berichtet, im Jahre 1790 sein Instrument an tiefen Tönen noch um eine Terz vermehrt; so daß er statt dem tiefsten E noch Dis, D, Cis und C mit besonderer Leichtigkeit darauf blies. [Vergleiche über Stadler’s Verbesserung der Clarinette Schwaldopler’s „Historisches Taschenbuch“ (Wien 1808, Doll, 8°.) I. Jahrg. (1801), S. 264.] Auch berichtet Gerber, daß einer dieser Brüder im Jahre 1780 „Tabellen, Menuetten und Trios fürs Clavier herauszuwürfeln“ habe stechen lassen. Anton wurde im Jahre 1799 pensionirt. Dieser Anton ist es auch, der mit Mozart befreundet war und in mehr als freundschaftlicher Weise Mozart’s Herzensgüte mißbraucht hat. Mozart componirte für ihn das sogenannte Stadler’sche Quintett (v. Köchel’s Mozart-Katalog, Nr. 581), das am 22. December 1787 im Concert für den Pensionsfond der Tonkünstler zum ersten Male gespielt wurde; ferner am 28. September 1791, wenige Wochen vor seinem Tode, ein Clarinett-Concert, mit welchem Werke, nach Ausspruch der Musikgelehrten, der Grund zur modernen Clarinett-Virtuosität gelegt worden ist. [Gerber (Ernst Ludwig), Historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1814, Kühnel, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 556. – Derselbe, Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, gr. 8°.), Bd. IV, Sp. 248. – Köchel (Ludwig Ritter von), Die kaiserliche Hof-Musikcapelle in Wien von 1543 bis 1867[WS 1]. Nach urkundlichen Forschungen (Wien 1869, Beck, 8°.), S. 91, Nr. 1241, 1242 und S. 94, Nr. 1335 und 1336.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1567.