BLKÖ:Starhemberg, Kaspar

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Starhemberg, Ludwig
Band: 37 (1878), ab Seite: 186. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1062591356, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Starhemberg, Kaspar|37|186|}}

50. Kaspar (geb. 11. Juli 1598, gest. zu Linz 4. September 1646), von der Heinrich’schen Hauptlinie, ein Sohn Reichards von S. aus dessen Ehe mit Juliana Freiin von Roggendorf. Kaspar war Kaiser Ferdinands Kammerherr, Landrath in Oesterreich ob der Enns, im Jahre 1634 Verordneter des ob der Enns’schen Herrenstandes. In den Unruhen, welche der Bauer Martin Laimbauer[WS 1] im Marchlandviertel erregte, erscheint Kaspars von Starhembergs Name in ruhmvollster Weise genannt. Als nämlich nach dem Beispiele Fadinger’s und Greimbl’s der Bauer Martin Laimbauer im Lande Unruhen angefacht und diese einen immer drohenderen Charakter annahmen, da stellte sich Kaspar alsbald an die Spitze seiner Getreuen, welche er zu Riedeck versammelt und auf eigene Kosten mit Munition, Lebensmitteln und Waffen ausgerüstet hatte, und zog den rebellischen Bauern nach Frankenberg entgegen. Nachdem Kaspars Versuche, Laimbauer zur Niederlegung der Waffen zu bewegen, vergeblich gewesen und Laimbauer der erste gegen Starhemberg und seine Truppen die Feindseligkeiten begann, da machte nun auch Kaspar Ernst. Der Kampf war ein blutiger, indem die Bauern-Rebellen sich verzweifelt wehrten. Schon war Starhemberg mit einer Hellebarde zweimal verwundet, auch von einer Flintenkugel getroffen, sein Secretär ihm zur Seite erschossen worden; aber der dem Kampfe anwohnende Landeshauptmann ermunterte die bereits schwankenden Kämpfer und gebot, die um die Kirche stehenden Häuser, hinter denen die Rebellen geschützt fochten, anzuzünden. Als dieß geschehen, flüchteten die Rebellen sich in die Kirche, als aber auch diese angezündet wurde und Kaspars Leute nun mit allem Ingrimm den Kampf erneuerten, war es um die Rebellen geschehen. Laimbauer wurde verwundet, dann gefangen und die übrigen sämmtlich aufgerieben; selbst die Weiber, die mit den Rebellen gemeinsames Spiel gemacht und sich wüthend am Kampfe betheiligt hatten, wurden erbarmungslos niedergemäht. Der Aufstand aber war im Keime erstickt und dem Lande die Ruhe erhalten, und dieser Erfolg vornehmlich Kaspars Heldenmuthe zu verdanken. Kaspar war (seit 5. Juni 1635) mit Mar. Anna Gräfin Meggau vermält, doch blieb diese Ehe kinderlos. Als Kaspar im Jahre 1646 im Alter von erst 48 Jahren verstarb, vermälte sich seine Witwe zum anderen Male mit Karl Gottfried von Breuner. [Kurz (Franz), Beyträge zur Geschichte des Landes Oesterreich ob der Enns (Linz 1805 u. f. 8°.) [187] Bd. II, S. 293 und 414. – Porträt. Unterschritt: „Caspar von Starhemberg“. Um den Rand des in Medaillonform gestochenen Bildnisses: „Nach dem Originalgemaelde in Riedeck gezeichn. v. Th. Dialer. Gest. v. J. Neidl in Wien“ (8°.)]. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Martin Aichinger (Wikipedia).