BLKÖ:Steinthaler, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Steinsky, Franz Anton
Band: 38 (1879), ab Seite: 168. (Quelle)
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Steinthaler, Johann (Missionär, geb. zu Ducla (?) in Tirol, gest. zu Berber in Afrika im Frühling 1863). Die unten bezeichnete Quelle nennt Ducla in Tirol als Steinthaler’s Geburtsort. Dem Herausgeber dieses Lexikons ist wohl ein Dukla im Jasloer Kreise Galiziens bekannt; ein Ducla in Tirol kennt er ebensowenig, als J. J. Staffler, in dessen „Register der Ortschaften, Berge und Gewässer Tirols“ der Name Ducla nicht erscheint. Steinthaler widmete sich dem geistlichen Stande, wurde Franziskaner, beendete die theologischen Studien und ging mit noch anderen seiner Landsleute als Missionär nach dem Innern von Afrika, wo in Chartum das Centrum der dortigen Missionen sich befindet. Steinthaler wurde apostolischer Provicar und Leiter der Mission zu Schellal, wo er mit rastlosem Eifer und bestem Erfolge in seinem Missionsgeschäfte thätig war. Da sich jedoch die Arbeiten von Jahr zu Jahr mehrten und der Mangel an entsprechenden Kräften zur ersprießlichen Fortführung der Mission immer fühlbarer wurde, beschloß S. persönlich nach Europa zu gehen und in seiner Heimat Tirol neue Arbeiter für diese so überaus schwierige und wichtige Mission aus seinen Ordensbrüdern zu gewinnen und nach Afrika mitzunehmen. Mit diesem Vorhaben war er im April 1863 aus Chartum aufgebrochen, war nach elf Tagereisen in Berber, einem drei Tagmärsche von der Wüste gelegenen Orte, angekommen, dort aber erkrankt und auch dem mörderischen Klima jener Gegenden erlegen. Wie Steinthaler in der Vollkraft seines Lebens dahingerafft [169] worden, so sind in wenigen Jahren noch mehrere andere Oesterreicher, so Roch aus Tirol, Otma aus Salzburg, Franz Substerzin aus Görz, Ferdinand Mayoski aus Böhmen und Franz Pichler aus Steiermark, Opfer ihres heiligen Berufes geworden.

Wiener Zeitung 1863, Nr. 204.