BLKÖ:Stella, Joseph Georg Ritter von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Stella, Guglielmo
Nächster>>>
Stella (Sängerin)
Band: 38 (1879), ab Seite: 172. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Stella, Joseph Georg Ritter von|38|172|}}

Stella, Joseph Georg Ritter von (Humanist, geb. zu Plumenau in Mähren 4. April 1804). Sein Vater, Alois Stella, war zuletzt fürstlich Liechtenstein’scher Wirthschaftsrath in Schwarzkosteletz. Der Sohn widmete sich nach in Prag beendeten rechtswissenschaftlichen Studien der Advocatur und war zuletzt mährisch-schlesischer Landesadvocat in Brünn. Neben seinem Berufe als Rechtsanwalt richtete er sein Augenmerk auf die humanitären Anstalten der mährischen Hauptstadt, welche er ebenso durch pecuniäre Beiträge, wie durch eifrige Mitwirkung in der Aufsicht ihrer Verwaltung nach Kräften unterstützte. Seiner unermüdlichen Thätigkeit ist größtentheils die Gründung des mährisch-schlesischen Blinden-Institutes zu danken, welches nur wenige Jahre nach seiner Begründung über einen Fond von mehr denn 60.000 fl. verfügte, in einem neuen, zweckmäßig erbauten Gebäude untergebracht wurde, worin eine namhafte Anzahl von Zöglingen Lebensunterhalt, sorgfältigen Unterricht und die Mittel zu weiterem Erwerbe fand. In dem zur Errichtung dieser gemeinnützigen Anstalt aufgestellten Comité war Dr. Stella das thätigste Mitglied und später als Leiter derselben für deren entsprechende Entwicklung und Vervollkommnung rastlos thätig. In der Folge nahm er wieder wesentlichen Antheil an der Gründung eines Waisen-Institutes für die Stadt Brünn, worin seine Bemühungen gleichfalls vom besten Erfolge begleitet waren. Aber auch an dem politischen und am Gemeindeleben der Stadt Brünn wirkte S. thätigst mit. Das Vertrauen seiner Mitbürger berief ihn 1848 in den durch Abgeordnete der Städte verstärkten mährischen Landtag, in welchem er, der gemäßigten Partei angehörend, für die Sache der gesetzlichen Ordnung wesentliche Dienste geleistet hat. Bei der Organisation des neuen Gemeinderathes der Stadt Brünn wurde auch S. zum Mitgliede, später zum Vorstande desselben, desgleichen zu jenem des Brünner politischen Magistrates gewählt. Ihm zunächst verdankt Brünn, daß der Bezirksausschuß der inneren Stadt die erste mährische Sparcasse gründete, welche er auch als erster Ober-Director leitete; noch wirkte er als Curator der k. k. priv. mährisch-schlesischen wechselseitigen Brandschaden-Assecuranz-Anstalt für das Gedeihen dieses Institutes auf das ersprießlichste. In allen diesen Stellungen leistete S. Wichtiges und war bemüht, die Interessen der Commune im Einklange mit jenen des Staates nach Kräften zu fördern. Auch mit der Errichtung des mährischen Invalidenfonds steht als Förderer sein Name in Verbindung, so daß ihm in Würdigung seiner zahlreichen Verdienste um die Stadt Brünn, um den Staat und um die leidende Menschheit von Seiner Majestät im Jahre 1850 der Orden der eisernen Krone dritter Classe und demgemäß der erbländische Ritterstand verliehen wurde.

Ritterstands-Diplom vom Jahre 1850. – Wiener Zeitung 1860, Nr. 77, S. 1324. – Bohemia (Prager polit. und Unterhaltungsblatt, 4°.) 1860, S. 676.
Wappen. Ein silberner Schild, welchen ein blauer und mit einem goldenen Sterne belegter Querbalken durchzieht. Auf dem Schilde ruhen zwei gegeneinander gekehrte, gekrönte Turnierhelme. Aus der Krone des rechten Helmes wächst ein goldener und goldgekrönter Löwe mit einer ausgeschlagenen rothen Zunge empor; aus der Krone des linken Helmes aber ragt ein von Silber und blauer Farbe quergetheilter, mit dem Sachse einwärtsgekehrter Adlerflügel hervor. Die Helmdecken beider Helme sind durchwegs blau, die des rechten Helmes mit Gold, jene des linken mit Silber unterlegt. Devise. Unter [173] dem Schilde ist auf einem mit den beiden Enden auswärtsflatternden, blauen Bande die Devise: „Treu und beharrlich“ in goldenen Lapidarbuchstaben angebracht.