BLKÖ:Straßer, Franz Seraph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Straßer, Methodius
Band: 39 (1879), ab Seite: 276. (Quelle)
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2. Franz Seraph Straßer (geb. zu Waldkirchen am Wesen im oberösterreichischen Decanat Peuerbach am 1. August 1806, gest. im Stifte St. Florian am 29. August 1858). Ein ebenso ausgezeichneter Priester als trefflicher Schulmann. Nach in Linz beendeten Studien trat er 1827 in das regulirte Chorherrenstift zu St. Florian, wo er 1831 die Priesterweihe erhielt und zunächst in der Seelsorge thätig war. Aber schon im folgenden Jahre berief ihn sein Abt, damals General-Director der Gymnasien von Oberösterreich und Salzburg, an das k. k. Gymnasium in Linz. Daselbst wirkte Straßer 25 Jahre auf das verdienstlichste. 1832–1836 als Gymnasial-, 1836–1846 als Humanitätslehrer, 1846–1849 als Präfect und 1849 bis 1857 als provisorischer Director des nach der neuen Organisirung aus acht Classen bestehenden Ober- und Unter-Gymnasiums. [277] Als Präfect und Director war er in einer ereignißreichen Zeit (1848–1857) auf das erfolgreichste bemüht, die Anstalt ihren höheren Zwecken entsprechend zu leiten, sie im Bewegungsjahre 1848 von allen Versuchen der Verführung, die nur zu sichtlich an sie herantraten, fern zu halten und, als der neue Studienplan ins Leben trat, im Geiste desselben ein einheitliches Zusammenwirken der verschiedenen Lehrkräfte zu Stande zu bringen. Dabei ging er den armen Studenten hilfreich zur Seite, indem er sie ebenso aus Eigenem mit Geld, Kleidern und Büchern unterstützte, als ihnen auch anderweitige Gönner und Wohlthäter verschaffte. Er war, wie ein ausführlicher Nachruf ihn bezeichnet, „ein würdiger Mitbruder seiner Stiftsgenossen, ein liebevoller College der Professoren, ein wohlmeinender Lehrer und hilfreicher Freund der Schüler und tüchtig als Vorsteher der Lehranstalt“. 1857 erhielt er seiner geschwächten Gesundheit wegen die Erlaubniß zur Rückkehr in das Stift, wo er noch in demselben Jahre einem Leiden erlag, an dem er bereits in der letzten Zeit seines Directorats gelitten. [Linzer Zeitung, 1858, Nr. 205, im Feuilleton: „Nekrolog“.] –