BLKÖ:Strazza, Giovanni

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Strebinger, Mathias
Band: 39 (1879), ab Seite: 365. (Quelle)
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Strazza, Giovanni (Bildhauer, geb. in Mailand im Jahre 1817). Ein lombardischer Künstler, der zur Zeit der kaiserlich österreichischen Herrschaft seine Ausbildung an der Brera erlangte. Er arbeitete und arbeitet wohl noch in Mailand. Größere Aufmerksamkeit erregte er um die Mitte der Vierziger-Jahre mit seiner Statue „Abel“, welche in Auffassung und Technik Geist und gute Schule bekundete. Im Jahre 1847 folgte sein „Moses, zürnend über das Volk Israels“, eine Kolossalstatue in Marmor, im Auftrage eines Herrn Alex. Finzi für den Dom von Mailand vollendet. Eine Abbildung des schönen Werkes erschien im XI. Jahrgange (1847) des von Canadelli in Mailand herausgegebenen „Album Esposizioni di belle arti“ nach einer Zeichnung von Romolo in Stahl gestochen von Gandini. Hierauf entstanden: ein „Sterbender Ismael“, – eine „Thamar“, – und eine „Statue der Kühnheit“, von welcher das Payne’sche „Universum“ im vierten Bande seiner neuen Folge einen gelungenen Holzschnitt brachte. Getheilt waren die Meinungen über seine im Jahre 1854 in Mailand ausgestellte „Peri“, welche von Einigen als ganz im Geiste des Gedichtes „Die Liebe der Engel“, von Thomas Moore, durchgeführt bezeichnet wurde, während Andere meinten, dem Künstler sei es bei einem so idealen Wesen nicht vollkommen gelungen, die Sprödigkeit des Marmors zu überwinden. – Große Anerkennung wieder fand in Künstlerkreisen seine 1857 in der Brera ausgestellte „Braut“, welche man den gelungensten Werken seines Meißels beizählte. Nicht minder vortrefflich ist seine Gruppe, „Amyntas und Sylvia“ aus dem Jahre 1858. Diesen Idyllenstoff scheint der Künstler wiederholt behandelt zu haben, denn für eine 1867 ausgestellte Gruppe „Sylvia saugt die Wunde des Amyntas“ wurde ihm der zweite Preis zutheil. In der Abtheilung „Kunst“ der Wiener Weltausstellung 1873 war der Künstler durch die Porträtbüste des Dichters Alessandro Manzoni vertreten. Strazza zählt zu den besten Meistern der heutigen Sculptur in Italien und reiht sich würdig den Namen Argenti, Pietro Magni, Corti und Miglioretti an.

Gemme d’Arti italiane. (Milano, Venezia e Verona, Paolo Ripamonti Carpano, 4°.) Anno VII (1854), p. 840; Anno IX (1858), p. 119. – Album, Esposizione di belle arti in Milano ed altre città d’Italia (Milano, C. Canadelli, 4°.) Anno XI (1847), p. 66; anno XV (1853), p. 140. – La Perseveranza (Turiner politisches Blatt), 1864, Nr. 1757, im „Appendice”: „Scultura”. – L’Opinione, 1864, Nr. 261, im „Appendice”. – Le Moniteur (Paris, Fol.) 1861, Nr. 285, im Feuilleton: „Exposition de Florence”.