BLKÖ:Strebitzky, Irenäus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Strebinger, Mathias
Band: 39 (1879), ab Seite: 367. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Strebitzky, Irenäus|39|367|}}

Strebitzky, Irenäus (Provincial des österreichisch-ungarischen Kapuzinerordens, geb. zu Totis im Komorner Comitate Ungarns im Jahre 1803, gest. zu Moor in Ungarn am 12. Juni 1877). Ein Sohn armer ungarischer Landleute, trat er zu Pesth in das Kapuzinerkloster, in welchem er die theologischen Studien beendete. In seinem Orden genoß er großes Vertrauen; so ward er denn auch viermal zum Provincial dieser in Oesterreich und Ungarn stark vertretenen Körperschaft gewählt und waltete stets mit großer Umsicht seines schwierigen Amtes. Er war von Grund aus wissenschaftlich gebildet, und welche Geltung er in dieser Hinsicht besaß, dafür spricht das Ordensnationale, worin er ausdrücklich als „Societatis Caes. Regiae zoologico-botanicae, geographicae Vindobonensis et Regiae hungaricae Scientiarum naturalium ac historicarum Pestinensis membrum ordinarium“ bezeichnet wird. In den Bewegungsjahren 1848 und 1849 bewies er als Ungar seine Treue zum angestammten Könige. Als nämlich von den Insurgenten das Spital in Moor gänzlich ausgeplündert worden, richtete er dasselbe unaufgefordert für die kaiserlichen Truppen neu ein, wofür ihm über Antrag der kaiserlichen Militärbehörden von Seiner Majestät das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen wurde. Seit dem Jahre 1866 lebte der Ordensprovincial im Wiener Kapuzinerkloster, versah die Stelle des Beichtvaters in der Familie Seiner kaiserlichen Hoheit des Erzherzogs Karl Ludwig und verrichtete in dessen Hauscapelle auch wöchentlich den Gottesdienst; überdies war er erzbischöflicher Ehren-Consistorialrath. 1873 beging er zu Wien sein fünfzigjähriges Priester-Jubiläum, welches er um vier Jahre überlebte. Sein würdevolles und dabei doch gemüthliches Wesen, sowie seine Wohlthätigkeit gegen Arme erwarben ihm die höchste Achtung sowohl seiner Berufsgenossen, als auch der übrigen Stände. Gegen das Ende seines Lebens war er General-Vicar und Custos des Wiener Convents. Im Druck erschien von ihm: „Jesus am Kreuze als Lehrer der christlichen Liebe und Vollkommenheit. Predigt, gehalten am 7. September 1850 u. s. w.“ (Wien 1850, Mechitaristen, gr. 8°.).

Illustrirtes Wiener Extrablatt, 1873, Nr. 94.
Porträt. Im groben Holzschnitt, doch wohlgetroffen, von Weix im vorgenannten „Illustrirten Wiener Extrablatt“.