BLKÖ:Habsburg, Karl Ludwig

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
Band: 6 (1860), ab Seite: 395. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Karl Ludwig von Österreich in der Wikipedia
GND-Eintrag: 119523620, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Habsburg, Karl Ludwig|6|395|}}

146. Karl Ludwig, Erzherzog von Oesterreich, Statthalter in Tirol (geb. 30. Juli 1833). Sohn des Erzherzogs Franz Karl [s. d. Nr. 99] und der Frau Erzherzogin Sophie. Zweiter Bruder Sr. Majestät des regierenden Kaisers Franz Joseph [s. d. Nr. 98]. Nach beendeter Erziehung – im Jahre 1853, der Erzherzog zählte damals 20 Jahre – verfügte sich der kais. Prinz nach Galizien, um in die Verwaltungsgeschäfte eines großen Kronlandes praktisch eingeführt zu werden. Nach zweijährigem Aufenthalte in der Hauptstadt des Landes verfügte sich der Prinz im September 1855 – das Beiblatt der polnischen amtlichen Zeitung in Lemberg hatte über seinen zweijährigen Aufenthalt daselbst ausführlichen Bericht erstattet – an seine Bestimmung nach Tirol, dem sprichwörtlich treuesten Lande des österreichischen Kaiserstaates, in dessen Geschichte das Geschlecht der Habsburger seit fünf Jahrhunderten eine Hauptrolle spielt. – Im Jahre 1863 werden es gerade fünf Jahrhunderte, daß Margaretha Maultasch, als ihr mit Margaretha von Oesterreich, der Tochter Albrecht’s II. von Oesterreich, vermälter Sohn noch im ersten Jahre seiner Ehe (1363) starb, die tirolischen Landesherren berief und mit ihrem Einrath beschloß, den drei Brüdern: Rudolph IV., [396] Albrecht II. mit dem Zopfe und Leopold III. dem Gerechten, als ihren nächsten Anverwandten, die Grafschaft abzutreten. – Am 22. September überschritt der Erzherzog die Landesgrenze und von diesem Tage ab glich seine Reise nach Innsbruck einem Triumphzuge. Am 26. September wurde der Erzherzog an der Kettenbrücke zu Mühlau vom Magistrate der Stadt Innsbruck festlich empfangen und hielt nunmehr seinen feierlichen Einzug in die Stadt. Nach mehrtägigem Aufenthalte in Innsbruck trat der Erzherzog am 6. October seine Rundreise durch das Land an, wo er überall den Wiederhall der Festlichkeiten fand, die zu seinen Ehren in der Landeshauptstadt stattgefunden hatten. Am 6. September 1856 warb für den Prinzen der kais. Gesandte Fürst Metternich-Winneburg zu Dresden in feierlicher Audienz um die Hand der Prinzessin Margaretha, Tochter des Königs Johann von Sachsen. Am 4. November fand die feierliche Vermälung zu Dresden Statt und am 11. d. M. trat das erlauchte Paar von Dresden über Prag und Wien die Reise nach Innsbruck an, wo es neuerdings auf das Festlichste empfangen wurde. Aber nur kurz war die Dauer dieser Verbindung. Auf einer Reise nach Italien, bald nach ihrer Ankunft in Mailand, wo die Erzherzogin den Festen, welche Erzherzog Ferdinand Max, anläßlich des freudigen Ereignisses der Geburt eines Kronprinzen feierte, beigewohnt hatte, erkrankte die Erzherzogin zu Monza und den zwei ärztlichen Bulletins, deren eines jeden Grund für ernstere Besorgnisse in Abrede stellte (14. Sept.), das zweite die Hoffnung für einen günstigen Verlauf begründete (15. Sept.), folgte am 16. bereits die Nachricht von ihrem zu Monza erfolgten Ableben. Indem der Erzherzog nach diesem erschütternden Ereignisse sich für einige Zeit von den Staatsgeschäften zurückzog, auch eine Reise nach Rom unternahm, wo er sich längere Zeit aufhielt, übernahm er dann wieder seinen Posten in Tirol, wo er für die Interessen dieses Landes rastlos thätig ist und insbesondere zur Zeit des italienischen Krieges – im Frühjahr 1859 – die Landesvertheidigung auf’s energischste betrieb.

Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1855, Nr. 644: „Einzug des Erzherzogs Karl Ludwig, Statthalters von Tirol, in Innsbruck“ [mit dem Porträt des Erzherzogs und der Darstellung des Empfanges des kaiserlichen Prinzen durch den Magistrat von Innsbruck an der Kettenbrücke zu Mühlau am 26. September 1855]. – Dieselbe 1858, Nr. 784, S. 394: „Die Reise des Erzherzogs Statthalters Karl Ludwig in Südtirol“. – Deutschland (ein Frankfurter polit. Journal) 1856, Nr. 98: „Aus Tirol, Innsbruck 23. April“ [werden mehrere charakteristische Züge des Erzherzogs erzählt, welche alsbald in mehreren Journalen des In- und Auslandes, als: „Luna“ (Agramer Unterhaltungsblatt) 1856, Nr. 19. S. 75, im „Omnibus“, Beilage zur Olmützer „Neuen Zeit“ 1856, S. 310 und m. A. abgedruckt wurden]. – Volks- und Schützenzeitung für Tirol und Vorarlberg 1855, Nr. 108: „Erzherzog Karl Ludwig auf dem Solstein“ [Bericht über die von dem Erzherzoge, im Alter von 15 Jahren, am 17. Juli 1848 in Gemeinschaft mit seinem erlauchten Bruder, dem Erzherzog Ferdinand Max, unternommene Ersteigung des 9075 Fuß hohen Solsteins]. – Bote für Tirol und Vorarlberg 1855. Vom 24. September, an welchem Tage Se. kais. Hoheit die Grenze des Landes überschritten, bis 4. November, an welchem Tage die am 6. October begonnene Rundreise im Lande endete, enthielt dieses Blatt die authentischen Berichte über den feierlichen Empfang und die mannigfaltigen Volks- und Schützenfeste, welche dem kais. Prinzen zu Ehren, überall wo er hinkam, gegeben wurden. Dasselbe ist auch der Fall mit der „Volks- und Schützen-Zeitung für Tirol und Vorarlberg“ 1855, Nr. 78–88. – Dodatek tygodniowy przy Gazecie [397] Lwowskiej, d. i. Wochenbeilage zur Lemberger Zeitung, V. Jahrgang (1855), Nr. 38 und 39: „Der zweijährige Aufenthalt des Erzherzogs Karl Ludwig in Galizien“. – Erinnerungen an merkwürdige Gegenstände und Begebenheiten (Prager Unterhaltungsblatt, 4°.) XXXV. Jahrg. (1855), S. 374: „Einzug Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Karl Ludwig, Statthalters von Tirol, in Innsbruck“. – Austria Oesterr. Universal-Kalender für 1858, S. 114, 140, 141 und 147 [Verlobung, Vermälung und Einzug des Erzherzogs mit seiner Gemalin in Innsbruck]. – Derselbe 1859, S. 144 c und d. – Vollständiger Titel. Ritter des goldenen Vließes; des kais. russ. St. Andreas- und St. Alexander Newsky-, des weißen Adler- und des St. Annen-Ordens erster Classe; des kön. preuß. schwarzen und rothen Adler-Ordens erster Classe; des kön. bayer. St. Hubertus-, dann des kön. sächs. Ordens der Rautenkrone; Großkreuz des kön. belg. Leopold-, des großherz. hess. Ludwig-, des herzogl. braunschw. Ordens Heinrich des Löwen; Ehrenmitglied der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien; k. k. General-Major und Statthalter in Tirol; Inhaber des Uhlanen-Regiments Nr. 7; Chef des kais. russischen Lubinskischen 4. Huszaren-Regiments. – Porträte. 1) Lithogr. von Kriehuber (Wien, Neumann, gr. Fol.); – 2) von Demselben (Wien, J. Bermann, Fol.); – 3) nach Einsle, lithogr. von Eybl (Wien, Paterno, Fol.); – 4) Stahlstich im Gothaischen Hofkalender.