BLKÖ:Studnicka, Alois

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Stuckhart, Franz
Band: 40 (1880), ab Seite: 155. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 128215992, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Studnicka, Alois|40|155|}}

Studnicka, Alois (Technolog, geb. zu Janov bei Soběslov in Böhmen [156] 1842). Sein Vater war Lehrer an der Pfarrschule zu Janov, sein Bruder Franz Joseph, dessen Lebensskizze folgt, ist Professor der höheren Mathematik am polytechnischen Institute in Prag. Alois besuchte die Unterrealschule in Tabor, dann die Oberrealschule in Prag, nach deren Beendigung das polytechnische Institut daselbst. Mit Adalbert Naprstek [Bd. XX, S. 83] bekannt geworden, half er demselben bei der Aufstellung des čechischen Industrie-Museums in Prag, das dieser nach dem Muster des Kensington-Museums in London ins Leben gerufen hatte, und machte sich auch sonst bei dessen industriellen Ausstellungen in mannigfacher Art und Weise nützlich. Im Jahre 1863 begleitete er ihn auf der Reise zur Gewerbe-Ausstellung in Hamburg, auf der Rückkehr in mehreren Städten Deutschlands verweilend, um ihre gewerblichen und industriellen Verhältnisse zu studiren. 1866 von Naprstek nach England geschickt, besuchte er auch Irland, in dessen Hauptstadt Dublin gerade eine Ausstellung stattfand. Nach einem längeren Aufenthalte in den wichtigeren Städten Hollands heimgekehrt, hörte er wieder Vorträge am polytechnischen Institute, bis ihn im Jahre 1867 der Prager Gewerbeverein zur Ausstellung nach Paris entsendete. Nach seiner Rückkehr erhielt er das Lehramt der Technologie und des Modellzeichnens an der Hauptgewerbeschule zu Smichov. 1869 wirkte er einige Zeit als Assistent der Technologie am Prager polytechnischen[WS 1] Institute und ging noch im nämlichen Jahre in Sendung des Prager Gewerbevereines zur Ausstellung nach Amsterdam. Insbesondere um die Verbreitung der Nähmaschinen in Böhmen machte er sich durch seine populären Vorträge darüber verdient; auch hielt er deren zahlreiche über die verschiedenen Industrien und gewerblichen Verhältnisse anderer Länder, im Gewerbeverein, in der Handwerker-Beseda, im Verein Mercur und sonst bei verschiedenen Gelegenheiten. In seinem Fache schriftstellerisch thätig, veröffentlichte er mehrere Abhandlungen und Aufsätze im „Průmyslnik“, d. i. Der Industrielle, im „Posel z Prahy“, d. i. Der Bote aus Prag, und in den „Průmyslový listy“, d. i. Die Gewerbeblätter, von welch letzteren er in Gemeinschaft mit Professor Tille die Redaction übernahm. Im Buchhandel erschien von ihm: „Šici stroje“, d. i. Die Nähmaschinen (Prag 1864, Selbstverlag, 16°.) – „Čechy, Morava a Slezsko. Ku prospěchu škol“, d. i. Böhmen, Mähren und Schlesien. Zum Gebrauch in den Schulen, 4 Blätter (Prag 1868, Selbstverlag). Auch führte er seit 1869 die Redaction des Dělník český, d. i. Der Böhmische Arbeiter, eines von der Arbeitergenossenschaft in Prag herausgegebenen Arbeiterblattes. Außerdem beschäftigte er sich mit der Herstellung einer plastischen Karte von Palestina und mit der Bearbeitung eines Werkes über die Grundzüge der gerad- und krummlinigen gewerblichen Ornamentik. Zur Zeit bekleidet Alois St. die Stelle eines Secretärs der technischen Section im Prager Gewerbeverein.

Slovník naučný. Redaktoři Dr. Frant. Lad. Rieger a J. Malý, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger und J. Malý (Prag 1872, Kober, Lex.-8°.) Band VIII, Seite 1095, Nr. 2.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: politechnischen.