BLKÖ:Szegfi, Emilie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Szegfi, Moriz
Band: 42 (1880), ab Seite: 6. (Quelle)
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Szegfi, Emilie (ungarische Schriftstellerin, geb. zu Pesth im Jahre 1832). Emilie, die Tochter des Pesther Schulinspectors Paul Kanya, vermälte sich mit dem ungarischen Schriftsteller Moriz Szegfi. Von ihrem Vater erhielt sie eine sorgfältige Erziehung und erlernte nebst ihrer Muttersprache auch das deutsche Idiom in vollkommener Weise. In letzterem versuchte sie sich zuerst als Schriftstellerin, indem sie 1853 einige Novellen des beliebten Romandichters Maurus Jókai übersetzte. Einige Jahre später, 1856, erschien ihre erste Originalnovelle „Den die Welt belacht“ in ungarischer Sprache, und fand dieselbe so entschiedenen Beifall, daß die belletristischen Journale Ungarns die Verfasserin sofort zur Mitarbeiterschaft einluden. In der That blieb Emilie nicht müßig, denn wohl ein halbes Hundert Novellen hat sie seither in verschiedenen Blättern veröffentlicht. 1859 trat sie mit einem größeren Werke, dem zweibändigen Romane „Tage der Krisis“, vor das Publicum. 1860 begründete sie die erste ungarische Frauenzeitung: „Családi kör“, d. i. Der Familien-Cirkel, auf welcher sie sich nur mit ihrem Taufnamen Emilie als Eigenthümerin und Redacteurin zeichnet. Mit diesem Blatte wirkte sie auf die verschiedenen Kreise des Publicums in ebenso einflußreicher als wohlthätiger Weise. So sammelte sie während einer zwölfjährigen journalistischen Thätigkeit (1860 bis 1872, leider fehlen uns spätere Nachrichten über ihr Wirken) für den Schriftsteller-Versorgungsverein 3500 fl., für die Nothleidenden im Jahre 1863 an 6000 fl. und für andere humane Zwecke zusammen 46.000 fl. Dabei fand ihr Vorgehen in den weiblichen Kreisen Ungarns großen Anklang, und von ihnen unterstützt, vertritt sie seit Jahren das Recht der Frau auf Arbeit. Der „Bazar“ bemerkt in Hinblick auf Emilie Szegfi: „Sie widerlegt glänzend das Vorurtheil, daß die Frau nur mit Vernachlässigung ihrer häuslichen Pflichten und auf Kosten ihrer Weiblichkeit sich einer öffentlichen Thätigkeit widmen könne, denn Frau Emilie ist Mutter zahlreicher Kinder, [7] und zwar Mutter und Hausfrau im vollsten Sinne des Wortes“.

Bazar (Berliner illustrirte Frauenzeitung, kl. Fol.) 1872, Nr. 36: „Emilia Szegfi“.
Porträte. 1) Gezeichnet von L. H. Holzschnitt aus der xylographischen Anstalt von R. Brend’amour [in der vorgenannten Zeitung]. – 2) Unterschrift: „Szegfi Mórné Kanya Emilia, d. i. Emilie Kanya, vermälte Moriz Szegfi. Hesky E. (lith.). Herausgegeben und gedruckt bei J. Pataki in Pesth 1864 (4°.).