BLKÖ:Szepesházy, Karl von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Szepesi, Emerich
Band: 42 (1880), ab Seite: 110. (Quelle)
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Szepesházy, Karl von (Schriftsteller, geb. zu Leutschau um das Jahr 1780, gest. am 7. Jänner 1829). Nachdem er seine Studien zu Erlau beendet hatte, begab er sich nach Miskolcz, wo er im Notariatsamte prakticirte. Als im Jahre 1800 in Folge der kriegerischen Weltlage die ungarische adelige Insurrection sich bildete, trat auch er in dieselbe, und zwar als Oberlieutenant bei der Infanterieabtheilung, welche das Borsoder Comitat ins Feld stellte. Nach dem 1801 geschlossenen Frieden löste sich die Insurrection auf, und Szepesházy kam, von Seite des Zipser Comitates auf das wärmste empfohlen, zur ungarischen adeligen Leibgarde in Wien. Als Gardist versah er während des Feldzuges 1805 Courierdienste. Nachdem er die vorschriftsmäßige Zeit von fünf Jahren in seinem Corps bestanden hatte, erhielt er bei der königlich ungarischen Hofkanzlei in Wien die Stelle eines Praktikanten. In anderthalb Jahren war er schon Honorär-, 1822 aber wirklicher Vice-Provinzial-Commissär [111] im Kaschauer Bezirke. Während seiner Dienstzeit in Wien war ihm höchsten Ortes im Jahre 1810 der Auftrag ertheilt worden, die russischen Seetruppen aus Croatien durch Ungarn über Galizien nach Polen, im Jahre 1814 aber die aus der türkischen Gefangenschaft zurückkehrenden italienischen Truppen durch Ungarn zu geleiten. Neben dieser verdienstlichen Thätigkeit in seinem amtlichen Berufe zeichnete er sich auch durch mehrere schriftstellerische Arbeiten aus, die unter folgenden Titeln im Druck erschienen sind: „Directorium itinerarium etc.“ (Kaschau 1817); – und gemeinschaftlich mit J. C. von Thiele „Merkwürdigkeiten des Königreichs Ungarn oder historisch-statistisch-topographische Beschreibung aller in diesem Königreich befindlichen 42 königlichen Freistädte, 16 Zipser Kronstädte, Jazygiens, Gross- und Klein-Rumaniens, der privilegirten Heiduken-Städte, der Berge, Höhlen, Seen, Flüsse, vorzüglichen Gesundbrunnen und des ungarischen Bergbaues; nebst einer Uebersicht des ganzen Königreiches. Nach officiellen von den Behörden eingesendeten Daten und anderen authentischen Quellen in alphabetischer Ordnung bearbeitet. Mit einer Abbildung der Karpathen nach der Natur“ 2 Bände (Kaschau 1825, Karl Werfer, 8°., 40, 32, 196 und 216 S.; auch Wien, Mayer); – „Wegweiser durch das Königreich Ungarn und nach allen angrenzenden Ländern mit statistischer Angabe der Zahl der königlichen Freistädte, Marktflecken, Dörfer und Prädien... nebst einer Postkarte von Ungarn und Siebenbürgen, verbunden mit einer ausführlichen Beschreibung aller Mineralbäder, Gesundbrunnen und Heilquellen des Königreichs Ungarn, Croatien, Slavonien und Siebenbürgen hinsichtlich ihrer chemischen Bestandtheile, medicinischen Wirkung, Unterkunft, Lage, Umgebungen, Lebensart, Zerstreuungen, Theuerung oder Wohlfeilheit...“ (ebd. 1827, Karl Werfer, 8°., VIII und 240 S.). Die diesem Werke beigegebene Karte ist von Szepesházy gezeichnet. Beide letztgenannten Werke sind längst von der Zeit übereilt, haben aber noch immer ihren Werth in Bezug auf vergleichende Statistik und Culturgeschichte.

Thewrewk (Joseph), Magyar Pantheon (Preßburg 1826).
Porträt. Gestochen von Mauschgo (8°.).