BLKÖ:Szepessy, Paul (I.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 42 (1880), ab Seite: 114. (Quelle)
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In der Familie Szepessy ist vor allen der obengenannte Paul (I.) Szepessy erwähnenswerth, der in der Zriny-Frangipan’schen Verschwörung eine Rolle spielte. Nachdem nämlich an den Häuptern derselben, an Zrinyi, Frangipani, Nádasdy und Tattenbach, zu Neustadt, Wien und Gratz das Todesurtheil des Hochverraths vollstreckt worden, begannen die Magnaten, welche sich an jenem Unternehmen betheiligt hatten, besorgt zu werden, und entsendeten im Juni 1671 aus ihrer Mitte Stephan Petroczy und Paul Szepessy an die Pforte mit der Erklärung, daß sie 18.000 Mann aufzubieten und jährlich 50.000 Thaler Tribut zu [115] zahlen sich anheischig machten. Der Empfang der Gesandten fiel dieses Mal nicht ungnädig aus, und der Sultan schickte in der That ein Schreiben an den Kaiser, worin er von demselben die Räumung aller in Ungarn besetzten Orte forderte, im Falle der Weigerung aber einen neuen Krieg in Aussicht stellte. Auch später noch, 1676, spielte Szepessy eine wenig rühmliche Rolle, indem er beim Großvezier wider den kaiserlichen General Strassoldo, der mit 16.000 Mann Debreczin überfallen hatte, Klage führte. Es war dies eine Zeit niedrigster Schmach, als die Magnaten des apostolischen Königs als Schleppträger des Sultans dessen Fußstöße geduldig, ja in Demuth ersterbend dahinnahmen. [Hammer (Jos. von), Geschichte des osmanischen Reiches (Pesth 1835, Hartleben, 8°.). Zweite verbesserte Auflage, Bd. III, S. 246 und 247, 681 und 682.]