BLKÖ:Szeptycki, Barlaam (Basilius Barlaam)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 42 (1880), ab Seite: 125. (Quelle)
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3. Barlaam, auch Basilius Barlaam (gest im Jahre 1715), ist ein Sohn des Alexander Zacharias, Schwertträgers von Przemyśl, und der Eva Litynska aus dem Geschlechte Grzymala. Szeptycki war ein Ruthene, und wie es noch unter Johann Sobieski und August II. viele ruthenische Adelige gab, welche nicht zur lateinischen Regel übergetreten, sondern sich an die Union hielten, so waren denn auch Alexander und sein Sohn Barlaam – was Balthasar bedeutet – Unirte. Der Basilianer Barlaam befand sich im Jahre 1680 mit seinem Bischofe Szumlański auf der denkwürdigen Zusammenkunft zu Lubolsk, auf welcher die Vereinigung der Union und Nichtunion geplant wurde. Den größeren Theil seines Lebens, über 40 Jahre, hielt er sich auf dem heute griechisch-katholischen im Zloczower Kreise gelegenen Metropolitangute Uniow, einer damaligen Basilianerabtei, auf, für [126] welche er viel that. So erbaute er Kirche, Kloster und Wohnung des Archimandriten; errichtete rundumher tiefe Gräben und feste Wälle, damit das Kloster bei den häufigen Einfällen der Tataren dauernden Widerstand entgegensetzen konnte, und machte so aus Uniow eine kleine Festung. Dann führte er die gemauerte Wasserleitung auf und gründete in Uniow eine griechisch-slavische Druckerei. Erst in späterer Zeit bekannte er sich offen ganz zur Union, doch ist der Zeitpunkt seines Uebertrittes nicht mehr genau zu ermitteln. Wahrscheinlich aber vollzog er denselben zu gleicher Zeit mit seinem Bischofe Joseph Szumlański, denn auch dieser gehörte lange bereits heimlich der Union an. Im Jahre 1709 wurde Szeptycki Bischof von Lemberg, wo der Bischofsitz in Folge der politischen Wirren längere Zeit unbesetzt geblieben war. Am 17. Februar 1710 empfing er zu Warschau die Weihe und war nun der zweite Diöcesanbischof der Unirten in Lemberg. Fünf Jahre verwaltete er das Bisthum in rühmlichster Weise. Er war, obgleich ein Diener der Kirche, doch ein vollendeter Edelmann und nahm, wenn es galt, keinen Anstand, sich den Panzer umschnüren zu lassen und in den Kampf zu ziehen, was er, wenn sein Kloster Uniow bedroht war, zu wiederholten Malen gethan hat. Es war dies ein außerordentlicher Fall, daß ein Bischof der Union kriegerischen Neigungen huldigte, denn wohl war Szeptycki’s Vorgänger im Bisthum, Szumlański, auch Soldat gewesen, jedoch vor seinem Eintritte in den geistlichen Stand. Barlaam aber war als Bischof Inhaber eines Panzer-Reiter-Regiments. In der von ihm zu Uniow errichteten Druckerei ließ er folgende Werke drucken: „Ziercalo bogosłowija“, d. i. Spiegel der Gottesgelehrtheit, eine Uebersetzung des „Speculara sapientiae“ des Baseler Bischofs Cyrillus, welche, mit Holzschnitten ausgestattet, im Jahre 1692 (4°., 206 S.) und „Ewangielije uczytelnoje“, d. i. Lehrreiche Evangelien, desselben Verfassers, das, gleichfalls mit Holzschnitten ausgestattet, im Jahre 1695 (1102 S.) erschien. Zu letzterem Werke schrieb Szeptycki die Vorrede, in welcher er sich über den inneren Werth dieses Werkes ausführlich äußerte. Wie alt er war, als er im Jahre 1715 das Zeitliche segnete, ist nicht bekannt. Doch mochte er, als er im Jahre 1680 und zwar in der Eigenschaft eines Archimandriten von Uniow, der Versammlung von Lubolsk beigewohnt, wohl 40 Jahre alt gewesen und somit etwa im Alter von 73 Jahren gestorben sein. –