BLKÖ:Tardy, Moses (geb. 1759)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 73. (Quelle)
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1. Moses (geb. im Dorfe Kisar im Szathmárer Comitate Ungarns 1759, gest. zu [74] Libica nächst Podiebrad in Böhmen am 22. März 1837) verließ 1783, als nach Erlaß des Toleranzpatentes durch Kaiser Joseph II. in Böhmen evangelische Gemeinden sich bildeten, denen es jedoch an Predigern fehlte, sein Vaterland Ungarn und ging nach Böhmen, wohin um jene Zeit bereits viele ungarische protestantische Geistliche sich begeben hatten, um den neuen Gemeinden ihrer Confession das Wort Gottes zu predigen und überhaupt priesterliche Hilfe zu leisten. Obwohl aus der ganzen Zahl dieser Prediger nur drei der čechischen Sprache mächtig waren, so ließ sich doch keiner der übrigen dadurch beirren, sondern jeder eignete sich in seiner Gemeinde auch deren Sprache allmälig an. Moses von Tardy übernahm das Predigeramt zu Libica nächst Podiebrad, wo er sich bald auch bei den übrigen Confessionen beliebt machte. Er blieb in Libica, wo er im Jahre 1810 die Seniorswürde erlangte. Fünf von seinen Söhnen aus seiner Ehe mit Anna Antas aus Bošin traten in die Fußstapfen des Vaters und widmeten sich dem evangelischen Kirchendienste. Moses Tardy’s literarische Thätigkeit beschränkt sich auf die Herausgabe des „Malý bratrský kancionál“, d. i. Kleines Brüder-Gesangbuch. Er starb im Alter von 78 Jahren. –