BLKÖ:Tartcy, Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tardy, Hermann von
Band: 43 (1881), ab Seite: 71. (Quelle)
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Bleibender Erinnerung werth ist eine Heldenthat des Zugführers Alexander Tartcy vom Infanterie-Regimente Erzherzog Joseph Nr. 57. Im italienischen Feldzuge 1859 wurde um den Ort Bernate gekämpft, welchen der Naviglio grande mitten durchschneidet. Ein Theil des ersten Bataillons des genannten Regiments stand im Gefechte und begann, von der Ueberlegenheit des Feindes bedrängt, bereits zu weichen. Durch das Herannahen eines Bataillons Turcos wurde die Lage der Unseren nur noch bedenklicher. Da sollte die fünfte Division, bei welcher sich der Zugsführer A. Tartcy mit der Fahne befand, in den Kampf rücken. An die Spitze der Sturmcolonne sich stellend, rief er: „Der Fahne nach, Kameraden!“ Durch diese Worte entflammt, schreitet das Häuflein unaufhaltsam vorwärts, im Kampfe das Banner vor Augen, mit dem Bajonnete sich Bahn brechend durch den mit verzweifelter Tapferkeit kämpfenden Feind. Dieser suchte Deckung in Bernate. Immer wieder ruft Tartcy, das Banner hoch haltend: „Mir nach, Brüder! Haltet Euch zur Fahne!“. Und so dringen die Unseren auf Bernate los, wo sich der Feind mit neuen Verstärkungen vertheidigt. Schon kam es zum Handgemenge. Um die Fahne geschaart, kämpften die Unseren wie Löwen. Bereits [72] sind sie, Tartcy allen voran, bis an die Brücke des großen Canals vorgedrungen, als plötzlich ein Turco, der bis dahin im Hinterhalte gelauert, auf den Tapferen zustürzt. Nun entspinnt sich der Kampf um die Fahne. Mit der Linken sie festhaltend, wehrt Tartcy mit dem Säbel die heftigen Bajonnetstöße des Turco längere Zeit ab. Durch die Fahne behindert, sich mit ganzer Kraft zu vertheidigen, geräth er seinem Angreifer gegenüber immer mehr in Nachtheil. Da erblickt ein Officier den verzweifelt Ringenden und sticht den Turco, der eben nach der Brust des ermatteten Tartcy das Bajonnet stößt, mit seinem Degen nieder. [Lorbeern gesammelt von den Soldaten des kaiserlich österreichischen Heeres im Feldzuge 1859. Nach officiellen Quellen (Wien 1861) Heft I, S. 30.]