BLKÖ:Taxonyi, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 172. (Quelle)
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Taxonyi, Johann (Homilet, geb. zu Hanusfalva im Sároser Comitate Ungarns 17. September 1677, gest. zu Großwardein am 4. Juni 1747). Der Sproß einer ungarischen 1690 von Leopold I. geadelten Familie, welche auch Taksony geschrieben wird. Zwanzig Jahre alt, trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu ein, in welchem er, anfangs im Lehramte verwendet, zu Gyöngyös und Erlau in den Humanitätsclassen, dann zu Kaschau und Klausenburg Casuistik und Controversen vortrug. Seine bedeutende Rednergabe aber veranlaßte seinen Oberen, ihn zum Predigtamte heranzuziehen, und so wirkte er eine Reihe von Jahren hindurch als Sonntags- und Fastenprediger zu Raab, Tyrnau, Nagybánya, Ungvár, Komorn, Szathmár, Rosenau, Güns und Groß-Wardein. Seine Zeitgenossen nannten ihn den Fürsten der Redner (szónokok fejedelme). Zuletzt wurde er Rector seines Ordens-Collegiums in Raab und starb als solcher im Alter von 70 Jahren. Im Druck sind von ihm folgende Werke erschienen: „Az emberek erköltseinek és az Isten igazságának tüköréi“, …, d. i. Der Spiegel der menschlichen Moral und der Wahrheit Gottes (Raab 1740, neue Aufl. Preßburg o. J. (1805), 8°.), kein ascetisches Andachtsbuch, sondern ein aus geschichtlichen Darstellungen, welche den besten Autoren entnommen sind, mit Umsicht und glücklicher Auswahl zur Förderung der Sittlichkeit zusammengestelltes Lesebuch; – dann übersetzte er des Jesuiten Gabriel Hevenesy (geb. 1656, gest. 1715) „Quadragesima sancta seu considerationes de passione domini“ ins Ungarische unter dem Titel: „A negyven napi Böjtnek Szentsége“.... (Nagy-Szombath, 1739, 8°.) und ebenso des berühmten spanischen Jesuiten Martin Roa (geb. 1563, gest. 1631) Buch „De statu animarum in purgatorio“ unter dem Titel: „A purgatoriumbeli lelkeknek állapottyok....“ (Raab 1742, 8°.).

Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1863, Moriz Ráth, gr. 8°.) Bd. XI, S. 21 unter Taksony, und S. 74 unter Taxonyi. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Posonii 1777, A. Loewe, 8°.) Tom. III, p. 386.