BLKÖ:Teutscher, Marie Antonie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Teutsch, T.
Band: 44 (1882), ab Seite: 97. (Quelle)
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Teutscher, Marie Antonie (Schauspielerin und Schriftstellerin, geb. zu Wien am 13. Juni 1752, Todesjahr unbekannt). Wer ihre Eltern waren, wissen wir nicht. In der Rolle der Gräfin Olsbach betrat sie im Alter von siebzehn Jahren am 1. April 1769 zum ersten Male die Bühne, und zwar an dem unter der Direction des Freiherrn von Bender stehenden Wiener k. k. Nationaltheater, an welchem zu jener Zeit treffliche Kräfte, wie Madame Brockmann, Herr [[BLKÖ:Steigentesch, Conrad|Steigentesch, Stephanie der Jüngere, Demoiselle Kummersberg]], Herr und Madame Abbt, wirkten. Kritiker beanständeten an der Teutscher, welche Heldinen und sentimentale Liebhaberinen spielte, den singenden Ton, das Ziehen der Worte bei zärtlichen Stellen und die zur Unzeit angebrachten malerischen Attitüden. Im Jahre 1773 versuchte sie sich in einem nach einem Roman bearbeiteten dramatischen Stücke: „Fanny oder die glückliche Wiedervereinigung“, welches zu Wien 1773 und auch im neunten oder zehnten Bande der zu Pesth herausgegebenen Sammlung „Neue auf dem Wiener Theater aufgeführte Schauspiele“ im Druck erschien. Außerdem schrieb sie Einiges für die Wochenschrift „Der Einsiedler“, welche Friedrich Justus Riedel [Bd. XXVI, S. 86] 1774 in Wien herausgab. Im Jahre 1780, erst 28 Jahre alt, verließ sie die Bühne; ihre ferneren Schicksale sind nicht bekannt. Nach ihrer nicht gewöhnlichen Bildung zu schließen, mußte sie aus guter Familie stammen. Sie besaß eine gewählte Bibliothek, welche sie selbst gesammelt hatte, und war eine sehr geschickte Porcellanmalerin.

(De Luca). Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, Trattner, 8°.) I. Bds. 2. Stück, S. 225 und 389. – Meusel (Johann Georg). Deutsches Künstler-Lexikon. Bd. I, S. 141 und Bd. II, S. 266. – Galerie von teutschen Schauspielern und Schauspielerinnen der älteren und neueren Zeit (Wien 1783, Joh. Nep. v. Epheu, 8°.) S. 240.