BLKÖ:Teutschmann, Johann Paul Isidor

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tevini, Alexander
Band: 44 (1882), ab Seite: 98. (Quelle)
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Teutschmann, Johann Paul Isidor (Abt des Cistercienserstiftes Hohenfurth in Böhmen, geb. zu Tscharnitz in der Lausitz 6. August 1746, gest. zu Hohenfurth 9. December 1827). Sohn mittelloser Eltern, konnte er erst im Alter von fünfzehn Jahren, als er einen Stiftungsplatz an dem Jesuitenconvict zu Krumau in Böhmen erhielt, seinem Drange zu studiren genügen. Nach Absolvirung des Gymnasialunterrichtes[WS 1] daselbst ging er im Jahre 1767 nach Prag, wo er die philosophischen Studien hörte und nach Abschluß derselben sich der Heilkunde widmen wollte. Da er sich aber früher bereits zum Eintritte in das Cistercienserstift Hohenfurth gemeldet, änderte er, nachdem ihm die Gewährung seines Ansuchens versichert worden, um so lieber seinen Plan, als er immer eine besondere Vorliebe für den geistlichen Stand gehegt hatte. Am 24. Jänner 1771 trat er als Noviz in das Stift ein, legte am 23. Februar 1772 die Ordensprofeß ab und erhielt nach beendeten theologischen Studien am 12. März 1775 die Priesterweihe. Von dieser Zeit an verwaltete er folgeweise verschiedene Aemter im Stifte, rückte zum Prior auf und wurde, da er sich in allen Stellungen das Vertrauen der Ordensbrüder erworben hatte, am 14. October 1801 zum Abt und Landesprälaten gewählt. Dieser Würde stand er über ein Vierteljahrhundert zu seines Stiftes und seinem eigenen Ruhme vor. Vor allem ließ er die Güterverwaltung sich auf das sorgsamste angelegen sein, und in seine Zeit fallen mehrere ansehnliche Bauten des Stiftes. Auf die geistige Hebung der Ordensglieder bedacht, errichtete er in den Jahren 1810–1815 eine theologische Hauslehranstalt, an welcher selbst die Osseker Kleriker einige Zeit lang sich den Studien widmeten. Die Mitglieder seines Stiftes hielt er zu gediegener wissenschaftlicher Ausbildung an, und sie genossen in der Zeit seiner Verwaltung einen so ausgezeichneten Ruf, daß im Jahre 1815 sämmtliche philosophische Lehrkanzeln an der bischöflichen Diöcesan-Lehranstalt zu Budweis durch sie besetzt wurden und in [99] Folge des Hofdecretes vom 7. April 1803 auch aus Stiftsmitteln zu erhalten waren. Obwohl seiner äußeren Erscheinung nach von organischer Körperschwäche, hatte er och die Freude, 1822 die fünfzigjährige Jubelfeier seiner Profeß, 1825 die fünfzigjährige Feier seines Priesterthums und 1826 das fünfundzwanzigjährige Jubiläum seiner Abtwürde zu begehen. Neben seinem geistlichen Berufe widmete er die Stunden seiner Muße früher der Pomologie und später der Bienenzucht. In einem ihm gewidmeten Nachrufe heißt es: „Als er im hohen Alter von 81 Jahren starb, wurde der Hingang des Vielgeliebten tief betrauert: er schied als wahrer Heiliger im Rufe christlicher und klösterlicher Tugend und Frömmigkeit aus dem Leben. Seine Wohlthätigkeit gegen Arme kannte keine Grenzen: er entäußerte sich nicht selten der eigenen nothwendigen Leibeswäsche, unbekümmert um die eigenen Bedürfnisse, um denen Anderer zu genügen.“

Proschko (Franz Isidor Dr.). Das Cistercienserstift Hohenfurth in Böhmen. Aus Anlaß der sechshundertjährigen Jubelfeier seines Bestehens (Linz o. J. [1859? denn aus dem Buche ist kein Datum ersichtlich]. Babette Eurich, Lex.-8°.) S. 61.
Porträt. Dasselbe, im Jahre 1814 von Adalbert Staubmann aus Klattau – Kniestück in Lebensgröße – gemalt, befindet sich im Kunstcabinete des Stiftes. Staubmann ist wieder einer jener Künstler, dessen weder ein österreichisches, noch ein anderes Künstler-Lexikon gedenkt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Gymnasialunterichtes.