BLKÖ:Thun-Hohenstein, Guido Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 45 (1882), ab Seite: 49. (Quelle)
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Thun-Hohenstein, Guido Graf (Diplomat, geb. am 19. September 1823), zweitgeborener Sohn des Grafen Joseph Matthias von Thun-Klösterle aus dessen Ehe mit Francisca geborenen Gräfin Thun. Nach beendeten Studien [50] wendete sich der Graf der diplomatischen Laufbahn zu, welche er als Gesandtschaftsattaché in München betrat. Dann in gleicher Eigenschaft zu Turin und später zu Brüssel als Legationssecretär thätig, fungirte er im Jahre 1859 einige Zeit als Geschäftsträger im Haag. Am 17. Juni 1860 wurde er Legationsrath, und 1863 ging er als Geschäftsträger nach St. Petersburg, in welchem Jahre sein Vetter Friedrich von der Linie Thun-Tetschen den Gesandtschaftsposten am genannten Hofe niedergelegt hatte. 1865 und einen Theil des Jahres 1866 brachte er am kaiserlich mexikanischen Hofe zu. Nach Europa zurückgekehrt, wurde er als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister bei den Hansestädten accreditirt. Seit 3. Juni 1878 bekleidet er als Comthur des Malteserordens zu St. Peter, bailli ministre receveur die Stelle des außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministers des souveränen Johanniterordens am kaiserlichen Hoflager in Wien. Am genannten Tage erhielt er auch die Würde des geheimen Rathes. In das parlamentarische Leben trat der Graf im Jahre 1867, als er von den verfassungstreuen Großgrundbesitzern Böhmens in den Landtag und von diesem am 13. April d. Js. in das Abgeordnetenhaus gewählt wurde, welchem er bis zum Jahre 1870 angehörte. Im December 1874 berief ihn der Kaiser als Reichsrath auf Lebenszeit in das Herrenhaus. Graf Guido besitzt Commandeur- und Großkreuze von den Niederlanden, von Belgien, Mexiko, Rußland, Oldenburg, Braunschweig und seit 22. Jänner 1870 das Großkreuz des Franz Joseph-Ordens.