BLKÖ:Trieste, Gabriel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 47 (1883), ab Seite: 199. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Trieste, Gabriel|47|199|}}

Trieste, Gabriel (Humanist, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt, gest. zu Padua am 9. März 1860). Wahrscheinlich in Padua oder doch im Venetianischen geboren, wo die Familie Trieste zu den angeseheneren israelitischen Familien zählt vergleiche S. 200 die Quellen] widmete er sich in seiner Vaterstadt dem Handelsstande und errang sich als Mitglied desselben und der Gemeinde bald solche Achtung, daß er zum Präsidenten der Handelskammer und zum Vorsteher der israelitischen Cultusgemeinde erwählt wurde, in welchen beiden Richtungen er sich große Verdienste erwarb. So hatte er unter Anderem einen hervorragenden Antheil an der Gründung des Vereines zur Beförderung der Landwirthschaft und Industrie der Provinz Padua. [200] Den Einfluß, den ein guter Prediger auf die Gemeinde übt, nicht unterschätzend, machte er derselben noch bei seinen Lebzeiten eine Schenkung von 22.000 österreichischen Lire, deren Zinsengenuß er zum Unterhaltungsbeitrag des anzustellenden Predigers bestimmte. Unter seinen zahlreichen humanen Vermächtnissen befindet sich auch eine Stiftung von 24.000 österreichischen Lire zu einem Stipendium für einen Juden, der sich der bildenden Kunst widmet. Joseph Wertheimer, der unserem Trieste einen kurzen Nachruf widmet, bemerkt darin, daß die französischen und italienischen Blätter dieses Humanisten in ausführlichen Nekrologen gedenken. Leider konnte ich keinen derselben erhalten, um davon für dieses Werk Gebrauch zu machen.

Jahrbuch für Israeliten 5622 (1861 bis 1862). Herausgegeben von Joseph Wertheimer und Dr. Leopold Kompert (Wien 1861, Leop. Sommer, 12°.). Neue Folge. Achter Jahrgang, S. 109, im Artikel: „Nekrologie“. Von J.(oseph) Wertheimer.