BLKÖ:Unger, Heinrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 49 (1884), ab Seite: 74. (Quelle)
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5. Heinrich Unger (gest. zu Pesth im August 1877). Die in Pesth erscheinende Zeitschrift „Hon“, d. i. Das Vaterland, entwirft von ihm folgende Lebensskizze. Der Sohn eines Schmiedes, daher gewöhnlich „Schmied-Unger“ genannt, hatte er eine sorgfältige Bildung erhalten und war ein vielgereister Mann. Er zählte zu den angesehensten Bürgern und zu den reichsten Männern von Pesth, denn er besaß daselbst allein dreizehn Häuser. Er betheiligte sich anfangs sehr lebhaft an den öffentlichen Angelegenheiten und übte viele Wohlthaten aus. Ein körperliches Leiden aber, zu dem sich durch einen unglücklichen Fall noch ein neues gesellte, veranlaßte ihn, sich von der Gesellschaft ganz zurückzuziehen. Nun machte er die schmerzliche Erfahrung, daß im Allgemeinen die Anhänglichkeit und Achtung, die man ihm zollte, nicht seiner Person, sondern seinem Reichthume galten, und so ward er menschenscheu und allmälig ganz Misanthrop. Auch die Entdeckung, daß die Neigung, die er für ein armes Mädchen gehegt, von demselben nur scheinbar erwidert und er hinter seinem Rücken betrogen wurde, verleidete ihm die Lust, zu heiraten, und er blieb Hagestolz. Er wohnte einsam in seinem Hause in prachtvollen, mit kostbaren Kunstwerken und exotischen Gewächsen herrlich geschmückten Gemächern. Besonders von Frauen und Kindern wollte er nichts wissen und machte darin nur eine Ausnahme mit seiner Nichte, der Gemalin des Oberbürgermeisters von Pesth, Karl Rath, die er auch, wie es verlautete, zu seiner Haupterbin eingesetzt hat. Nur in der letzteren Zeit, doch lange nicht in dem Maße wie in früheren Jahren, nahm er als zweiter Virilist der Hauptstadt wieder Theil an den städtischen Angelegenheiten. Er soll auch nicht unansehnliche Legate zu wohlthätigen Zwecken gemacht haben. –