BLKÖ:Václavík, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 49 (1884), ab Seite: 186. (Quelle)
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Václavík, Franz (Culturingenieur, geb. zu Bědovice bei Třebechovic im Königgrätzer Kreise am 27. Februar 1836, gest. zu Skalic in Böhmen am 1. Juni 1873). Nachdem er die Volksschule zu Třebechovic besucht hatte, kam er zunächst auf eine größere Herrschaft, wo er neben der Kenntniß verschiedener landwirthschaftlicher Arbeiten sich insbesondere mit dem Vorgange bei Bewässerung und Drainirung des Bodens vertraut machte. Er eignete sich darin bald eine solche Geschicklichkeit an und verstand sein Verfahren immer so umsichtig einzurichten, daß er, erst 23 Jahre alt, von der k. k. Landwirthschaftsgesellschaft den Auftrag erhielt, verschiedene Bewässerungs- und Drainirarbeiten im Königgrätzer Kreise auszuführen. 1861 unterzog er sich bei genannter Gesellschaft nach dieser Richtung hin einer besonderen Prüfung, aus welcher er das Diplom eines Culturingenieurs davontrug. Nachdem er nun einige Zeit hie und da in dieser Eigenschaft sich beschäftigt hatte, begab er sich auf Reisen, auf welchen er zunächst sein eigenes Vaterland, dann Deutschland, das namentlich für seine Studien wichtige Harlemer Meer in Nordholland, ferner die Niederlande, Frankreich, Italien und schließlich auch Rumänien besuchte. Eine 1862 aus Rußland an ihn ergangene Aufforderung, daselbst Bodenverbesserungen auszuführen, lehnte er, um in seiner Heimat zu bleiben, ab. Mit seiner praktischen Thätigkeit verband er nun theoretische Arbeiten, indem er die Bewässerungsfrage nach allen Seiten und mit ihren Beziehungen zur Austrocknung von Sümpfen, zur Cultur der Wälder, zur Verbesserung des Bodens u. s. w. erörterte und so die Aufmerksamkeit des großen Publicums auf diesen bis dahin viel zu wenig beachteten Punkt lenkte. Seine erste größere Arbeit nach dieser Richtung erschien unter dem Titel: „Praktické naučení o ryhování, číli nauka o kladení trativodů trubkových s obšírným poučením o tom, kterak se luka srovnávají a podháněji“, d. i. Praktische Lehre über die Drainage oder die Lehre von der Legung von Wasserröhren u. s. w. Mit 39 Abbildungen im Text (Prag 1863, 8°.). Im Jahre 1864 unternahm er ein großes Bodenbewässerungsgeschäft auf den Herrschaften des Fürsten Rohan in Böhmen und 1866 ein anderes nicht minder großartiges auf den Herrschaften Hrubo, Skalska und Doxan. Eine neuerliche Probe seiner Studien in dieser Richtung gab er mit dem Werke: „Meliorace čili zlepšení pozemků pro umělé povodnování a opatrování luk, roli a lesů i t. d.“, d. i. Melioration oder Verbesserung der Grundstücke durch künstliche Bewässerung und Bewirthschaftung der Wiesen, Aecker und Wälder u. s. w. (Prag 1869, gr. 8°., mit 4 lith. Tafeln und einem Plane in Farbendruck), worin er auf die bisher unbenützt in der Erde gelegenen Capitalien, auf den Nutzen und die Bedeutung der Wälder hinweist, die Nothwendigkeit einer baldigen Reform des Wassergesetzes, der Drainirung feuchter Gründe und der Canalisirung Böhmens [187] erörtert. Dieses Werk schrieb er zunächst im Hinblick auf die Interessen böhmischer Landwirthe, dann aber für die böhmischen Landesvertreter, um deren Aufmerksamkeit auf die wichtigen und unumgänglich nöthigen Reformen des Landes nach dieser Richtung zu lenken. Er bespricht darin auch die Errichtung von besonderen Drainageschulen und die Anlegung von Landverbesserungsbanken. Unter solchen Verhältnissen wurde sein Name immer bekannter und erfolgte in den nächsten Jahren ununterbrochen seine Berufung auf viele Herrschaften und Güter in Böhmen und Mähren. So blieb Vaclavík bis zu seinem schon im Alter von 37 Jahren erfolgten Tode thätig.