BLKÖ:Wagner, Joseph (Jesuit)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 52 (1885), ab Seite: 110. (Quelle)
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26. Wagner, Joseph (Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Wien 1. October 1740, gest. daselbst 6. Jänner 1809). Er trat 1756 in den Jesuitenorden ein, in welchem er nach abgelegten Gelübden die theologischen Studien beendete, aus denen er an der Wiener Hochschule die Doctorwürde erlangte. Nun übertrugen ihm seine Stiftsoberen die gottesdienstlichen Verrichtungen in der akademischen Kirche, und nach Aufhebung seines Ordens wirkte er mehrere Jahre als Domprediger bei St. Stephan. Auf theologischem, vornehmlich homiletischem Gebiete schriftstellerisch thätig, gab er heraus: „Conciones practicae“. Tomi duo (Augsburg 1784 [Schwaiger in Preßburg] 8°.); – „Gebot der Enthaltung von Fleischspeisen am Freitag und Samstag und anderen von der Kirche festgesetzten Tagen. Ein Gespräch“ (Wien 1797); – „Betrachtungen über das Leiden unseres göttlichen Erlösers auf jeden Tag in den Fasten“ (Wien 1802, 8°.); – „Betrachtungen und andere Andachtsübungen für die Feste und Octaven der Ankunft des göttlichen Geistes und des heiligen Altarsacraments“ (Wien 1803, 8°.); – „Betrachtungen und andere Andachtsübungen für die Feste und Octaven der Auferstehung und Himmelfahrt Christi“ (Wien 1805, 8°.). Auch sind von ihm gedruckt vorhanden drei Lobreden – sogenannte Panegyrien – welche er zu Wien 1773 auf den h. Johannes Nepomuk, 1781 auf den h. Kilian und 1782 auf den h. Bonifacius [111] gehalten; ebenso drei im Dome zu St. Stephan an den Jahrestagen der allgemeinen Insurrection 1799, 1801 und 1803 gehaltene Festreden, welche Stoeger im unten bezeichneten Werke als „Singulare prudentiae suae monumentum“ bezeichnet.

Stoeger (Joh. Nep.). Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae Ratisbonae 1856, schm. 4°.) p. 388.