BLKÖ:Weiß, F. G. Adolf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 54 (1886), ab Seite: 106. (Quelle)
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Weiß, F. G. Adolf (Schriftsteller und Journalist, geb. zu Breslau am 24. October 1839). Der Sohn eines Schusters, besuchte er eine Elementarschule und erlernte nach seiner Confirmation das Handwerk seines Vaters. Von mehreren Seiten aufgemuntert, sich fortzubilden, bereitete er sich, als er 18 Jahre alt war, für den Besuch des Gymnasiums vor, bezog im Frühjahr 1858 das Elisabethaneum in Breslau, an welchem er durch drei Jahre den Studien oblag, dann aber verließ er dasselbe und bildete sich privat weiter. Einige Jahre trug er sich mit dem Gedanken, protestantische Theologie zu studiren, gab aber dann aus inneren und äußeren [107] Gründen dieses Vorhaben auf und wendete sich der Journalistik und schönen Literatur zu. Anfangs 1868 übersiedelte der damals 29jährige Weiß nach Berlin, wo er namentlich für österreichische Blätter correspondirte, sich aber auch an dem politischen Vereinsleben, das seit 1848 in stetiger Entwickelung begriffen ist, rege betheiligte. Schon im folgenden Jahre, Ende Februar 1869, folgte er einem Rufe als zweiter Redacteur der „Tagespost“ in Gratz, in welcher Stellung er zehn Jahre lang, bis zum Sommer 1879, verblieb. Während dieses Decenniums setzte er auch seine frühere Thätigkeit als Correspondent über österreichische Zustände für auswärtige Blätter fort und fühlte sich nebenbei berufen, in der katholischen Steiermark für die Sache des freisinnigen Protestantismus durch Bekämpfung des Romanismus zu wirken, wozu er als Vorsitzender des steiermärkischen Protestantenvereines und als Mitglied des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde genügend Gelegenheit hatte. Zu Beginn des Jahres 1880 verließ er die Steiermark und übersiedelte nach Liegnitz, um dort die Redaction des „Liegnitzer Wochenblattes“ zu übernehmen, aber schon im Herbste 1883 nahm er bleibenden Aufenthalt in Breslau, wo er als Schriftsteller lebt. Selbstständig hat er bisher einen Band Gedichte unter dem Titel: „Protestantische Hornsignale“ (1833) herausgegeben.

Deutscher Literatur-Kalender für das Jahr, 1884. Herausgegeben von Joseph Kürschner (Berlin und Stuttgart, W. Spemann, 32°. ) VI. Jahrg., S. 284.