BLKÖ:Wilgenheim, Ludwig Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 56 (1888), ab Seite: 163. (Quelle)
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Wilgenheim, Ludwig Freiherr (k. k. Oberst des 1. Uhlanen-Regiments, Jahr und Ort seiner Geburt unbekannt, gest. in Laibach 2. November 1813). Ueber den Adel der Freiherren von Wilgenheim versagen uns alle genealogischen Quellen den Dienst. Im „Gothaischen genealogischen Taschenbuch der freiherrlichen Häuser“, dessen 37 Jahrgänge leider ein für den zweckdienlichen Gebrauch einer solchen Serie fast unentbehrliches Generalregister der Familien nicht aufzuweisen haben, kommen die Wilgenheim nicht vor. Das in genealogischen Sachen heute noch immer als ziemlich verläßliche Hauptquelle zu betrachtende große Zedler’sche „Universal-Lexikon“ enthält die Familie Wilgenheim ebenso wenig, wie das treffliche (1826 erschienene) „Adels-Lexikon“ von Johann Christian von Hellbach. Oesterreichischen Ursprungs aber scheinen die Wilgenheim doch nicht zu sein. Die Geburt unseres tapferen Obersten dürfte in das 6. oder 7. Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts fallen. 1805 finden wir ihn zuerst als Major im Erzherzog Karl Uhlanen-Regimente Nr. 3, in welchem er sich während des Feldzuges 1809 auszeichnete. Das Regiment stand in der Brigade des Grafen Radetzky im 5. Armeecorps, das in Bayern und Oberösterreich gegen die Franzosen kämpfte. Am 1. Mai befehligte er die Nachhut der Brigade Radetzky, welche den Rückzug der Unseren gegen die Traun sichern sollte. Die Franzosen verfolgten das Armeecorps in hartnäckigster Weise, und bei dem Defilé von Geyersberg kam es zum Zusammenstoße. Da warf sich Wilgenheim mit vier Escadronen seiner Uhlanen auf den verfolgenden Feind, drängte ihn zurück und machte über 100 Gefangene. Am nämlichen Tage bestanden die Uhlanen noch ein glänzendes Gefecht bei Haag. Einen neuen Ehrentag feierte der indessen zum Oberstlieutenant in seinem Regimente beförderte Wilgenheim, als er nach der Schlacht bei Wagram (5. und 6. Juli desselben Jahres) mit einer Escadron seiner Uhlanen und einer Abtheilung Jäger zur Deckung der linken Flanke des 5. Armeecorps beordert ward. Bei Schöngrabern, Grund und Hollabrunn entspann sich gegen die von den Generälen Picet und Marulaz befehligten Franzosen ein mehrstündiger heißer Kampf. In demselben that sich Oberstlieutenant Wilgenheim so hervor, daß ihn die officielle Relation unter den Braven des Tages nannte. Noch im nämlichen Jahre rückte er zum Obersten bei Merveld-Uhlanen Nr. 1 vor, als welcher er vier Jahre später zu Laibach starb. Nach Schluß dieser Skizze erfahren wir von befreundeter Seite, daß Wilgenheim im Militär-Schematismus für 1803, in welchem zuerst die Hauptleute und Rittmeister vorkommen, unter den Escadronscommandanten bei Erzherzog Karl-Uhlanen Nr. 3 ganz einfach, ohne jedes Adelsprädicat, als Ludwig Wilgenheim erscheint. Im Militär-Schematismus für das Jahr 1810 wird er bereits als Oberst bei Merveld-Uhlanen und als Baron aufgeführt. Er erhielt nämlich 1809 als Auszeichnung für seine Tapferkeit und auf seine Bitte die Erlaubniß, des von seinen Vorfahren (in Franken) einst prävalirten, wie es aber scheint, zeitweilig [164] aufgegebenen Freiherrntitels sich zu bedienen.

Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1882, Prochaska, gr. 8°.) Bd. II, S. 285, Jahr 1809; S. 288, Jahr 1809. – Derselbe. Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862 und 1863, F. B. Geitler, gr. 8°.) Bd. III: „Die Uhlanen“, S. 51, 86, 87, 88, 99, 100.