BLKÖ:Wodzicki, Kasimir Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 57 (1889), ab Seite: 211. (Quelle)
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Wodzicki, Kasimir Graf (Naturforscher, geb. zu Olejów in Galizien 27. September 1816). Der jüngste Sohn des Grafen Joseph aus dessen Ehe mit Petronella Fürstin Jablonowska. Ueber seine Erziehung wissen alle uns zu Gebote stehenden Quellen nichts zu berichten, als daß er in Krakau und im Auslande studirt habe. Als Naturforscher, vornehmlich als Ornitholog, hat er sich durch eine Reihe polnischer und deutscher Schriften einen Namen gemacht. Von den polnischen bemerkt die „Encyklopedyja powszechna“, daß sie ebenso in schöner polnischer Sprache geschrieben seien, als durch Gründlichkeit und Wissenschaftlichkeit sich auszeichnen. Die Titel derselben sind in chronologischer Folge: „Systematyczny spis ptaków uważanych w dawnej ziemi krakowskiej“ d. i. Systematische Beschreibung der auf dem einstigen Gebiete von Krakau beobachteten Vögel, abgedruckt in der „Biblioteka Warszowska“ 1850, Bd. I, S. 351; – „Wycieczka ornitologiczna u Tatry i Karpaty“, d. i. Ornithologischer Ausflug in das Tatragebirge und die Karpathen (Leszno 1851, 8°.); – „O wpływie jaki wywierają ptaki na gospodarstwo“, d. i. Von dem Einflusse der Vögel auf die Landwirthschaft (Lemberg 1852; 2. Aufl. Leszno 1852, 8°.); – „O hodowaniu owiec“, d. i. Von der Zucht der Schafe (Lemberg 1853, 8°.); – „Der Vogelzug im Frühjahre 1855“, im „Journal für Ornithologie“ (Kassel 1855) Bd. III, S. 346; – „Ueber Musicapa parva und einige Calamoherpen“ in Naumann’s „Journal für Ornithologie“ Bd. II, S. 42; – „Einige Worte gewissenhafter Beobachtungen über die Fortpflanzung des Rallus aquatictus” ebenda, S. 267; – „O sokolnictwie i ptakach mysliewskich“, d. i. Von der Falknerei und den Vögeln, die zur Jagd dienen (Warschau 1858, 8°.), dieses Buch enthält Manches zur Alterthumskunde Polens und zur Kenntniß der Sitten und Bräuche der alten Polen; – „Rozwiązanie pytou zadanych dla sekcyi chowu owiec“, d. i. Lösung einiger von der Section der Schafzucht gegebener Fragen (Lemberg 1860, 8°.); – „Vademecum dla owczarzy wschodniéj Galicii“, d. i. Vademecum für Schafzüchter Ostgaliziens (ebd. 1867, 8°.); – „Wladnosc i sluzebnictwa w Galicije“, d. i. Eigenthum und Dienstbarkeit in Galizien“ (Krakau 1868, 8°.); – „Zapiski ornitologiczne. Wróbel domowy. Fringilla domestica“, d. i. Ornithologische Notizen. Der Haussperling (ebd. 1868, 8°.); – „Ueber den Kuckuk“ (1871). Außerdem veröffentlichte er in der Beilage zum Journal „Czas“, d. i. Die Zeit, eine Reihe mit Geist geschriebener und reiches Wissen bekundender Artikel über den Storch, die Schwalbe, die Gewohnheiten und die Lebensweise der Vögel u. d. m. Graf Kasimir hat sich 1845 mit Laura geborenen Gräfin von dem Broele, genannt Plater (geb. 1826, [212] gest. 20. October 1856) vermält, dann zum zweiten Male 1858 mit Josepha geborenen Gräfin Dzieduszycka (geb. 18. November 1839). Aus beiden Ehen stammen Söhne und Töchter, welche aus der Stammtafel ersichtlich sind.

Encyklopedyja powszechna, d. i. Polnische Real-Encyklopädie (Warschau Orgelbrand, gr. 8°.) Bd. XXVII, S. 601. – De Gubernatis (Angelo). Dizionario biografico degli scrittori contemporanei (Firenze 1879, Le Monnier, 8°.) S. 1070.