BLKÖ:Wolff, Vincenz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 8. (Quelle)
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Wolff, Vincenz (Banquier und Humanist, geb. in Krakau 6. April 1796, Todesjahr unbekannt). Ein Sohn Andreas Wolff’s, eines angesehenen Krakauer Bürgers, aus dessen Ehe mit Kunigunde von Bartlów. Die Schulen beendete er in seiner Vaterstadt. 1825 war er bereits Kaufmann und Bürger von Krakau und übernahm dann von seinem Oheim Franz Anton Wolff dessen Krakauer Bankgeschäft, dem er bis zu seinem nach 1870 erfolgten Tode vorstand. Ins öffentliche Leben tritt er bemerkbar zum ersten Male im Jahre 1826, in welchem er als Repräsentant der Gemeinde Jaworzno und als Mitglied der Schatzcommission auf dem Krakauer Landtag erschien und Marschall des Gemeinderathes der Stadt Krakau wurde. In diesen Stellungen gewann er so sehr das Vertrauen der Bevölkerung, daß er im October 1837, als es nach den vorangegangenen politischen Stürmen seiner Heimat galt, die öffentliche Meinung zu beschwichtigen, und man in Krakau zu diesem Zwecke die volksthümlichsten Männer suchte, welche die öffentlichen Angelegenheiten des Freistaates [9] leiteten, zum Senator gewählt wurde. Im selben Jahre noch ward er Marschall der Repräsentantenversammlung und Vorsitzender des obersten Gerichtes im Landtage, der eben damals versammelt war. Mit diesen Aemtern verband er als Mann allgemeinen Vertrauens noch folgende: das eines Stadtrathes, des Vorsitzenden in der Schatzsection, im kaufmännischen Vereine, des Directors der Krakauer Filiale der Wiener Nationalbank, eines Directionsmitgliedes der Krakauer Sparcasse, eines Vorsitzenden der Schützengesellschaft und eines Mitgliedes der Erzbruderschaft der unbefleckten Empfängniß Mariä. Aber schon in zwei Jahren zog er sich, als er gewahr geworden, daß unter den bestehenden Verhältnissen nichts Förderliches auszurichten sei, aus dem öffentlichen Leben zurück, um sich ganz seinem Bankgeschäfte zu widmen. Während sein Volk im unaufhörlichen Ringen nach Wiedererlangung der verlorenen Freiheit immer von neuem sich erhob, bleibt Wolff als Rather, Warner und Unterstützer nicht unthätig, so bereits 1831, insbesondere aber in dem unglückseligen Jahre 1846, welches so viel Elend über das arme Land Galizien und das alte Congreßpolen brachte. Als damals in Krakau ein Revolutionsausschuß alle Regierungsgewalt an sich riß und die allgemeine Verwirrung den Höhepunkt erreichte, dann nach niedergeworfenem Aufstand es galt, bei der erbitterten Regierung vermittelnd einzutreten und möglichste Schonung für die ohnehin schwergetroffene Stadt zu erwirken, früher wie später, richtete sich alle Zuversicht auf Wolff, der den Aufrührern gegenüber mit dem ganzen Gewicht des ihm von Seite der Bevölkerung gewidmeten Vertrauens, der schwer beleidigten Regierung gegenüber jedoch mit der Würde seines Amtes und seines Einflusses entgegentrat und im ersten Falle viel Unheil von der Stadt abwendete, im zweiten aber die Regierung bestimmte, Gnade für Recht walten zu lassen, welch letzteres die Aufständischen verwirkt hatten. Auch als Wohlthäter seiner Vaterstadt verdient er eine Ehrenstelle, da er, als 1816 die Wohlthätigkeitsgesellschaft in Krakau sich bildete, derselben sofort beitrat, jährlich Beiträge und zeitweise größere Summen beisteuerte und sonstige Stiftungen machte, welche seinem Namen ein gesegnetes Andenken in der Geschichte dieses Vereines wahren. 1865 war er Vicepräses desselben, und als am 24. und 25. Juni 1866 der Verein die fünfzigjährige Feier seiner Gründung beging, war von dessen ersten Begründern Wolff der einzige überlebende. Wenige Jahre danach segnete der als Bürger des einstigen Freistaates, als Staatsmann und als Wohlthäter seiner Vaterstadt in schwerer Zeit um seine armen Mitbürger gleich verdiente Wolff das Zeitliche.

Pamiętnik towarzystwa Dobroczynnosci Krakowskiego wydany z powodu obchodzonego w d. 24. i 25. czerwca 1866 r. pięcdziesiąt-letniego Jubileusza, d. i. Denkbuch der Krakauer Wohlthätigkeitsgesellschaft. herausgegeben anläßlich der am 24. und 25. Juni 1866 begangenen fünfzigjährigen Jubelfeier (Krakau 1868, Kirchmayr, kl. 4°.) S. 227 u. f.
Porträt. Unterschrift: „Wincenty Wolff, | Bankier krakowski | b. Marszalek Zgromadzenia Reprezentantów, | Vice-Prezes Tow. Dobr. | Jubilat w r. 1866.“ Lithographie ohne Angabe des Zeichners und Lithographen. In der Lithographie der Zeitung „Czas“ des M. Salb in Krakau (4°.).