BLKÖ:Zengraf, Elise

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zenger, Augustin
Band: 59 (1890), ab Seite: 317. (Quelle)
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Zengraf, Elise (Sängerin, geb. zu Arad in Ungarn 1830). Der Vater, Gutsbesitzer, ließ die Tochter, welche großes musicalisches Talent und eine schöne Stimme besaß, gründlich ausbilden. Capellmeister Limmer [Bd. XV, S. 194], ein gediegener Musicus, war ihr Lehrer. 15 Jahre alt, 1845, betrat sie in der Rolle der Norma zum ersten Male in ihrer Vaterstadt Arad die Bühne. Der Erfolg war durchgreifend, und die Direction bot ihr sofort ein Engagement, welches sie auch annahm. Bis 1847 spielte sie daselbst in Oper, Posse und Vaudeville, endlich aber verließ sie auf Wunsch des Vaters, dem schon die Erlaubniß zu ihrem ersten Auftreten förmlich abgerungen werden mußte, die Bühne und entsagte vorderhand der Laufbahn auf derselben. Erst die Bewegung des Jahres 1848 sollte ihr die Bühne wieder erschließen. Der Vater in seiner Angst und um die Tochter den Gefahren, die sich von allen Seiten aufthürmten, zu entziehen, schickte sie nach Linz, und dort trat sie in mehreren Gastrollen auf, worauf sie einem Rufe nach Prag folgte, wo sie ein glänzendes Engagement abschloß. Diese Stadt war es auch, in welcher sie ihre künstlerische Ausbildung wesentlich vervollständigte. Nun nahm sie einen Antrag nach Gratz an, wo sie auch bald in die Gunst des Publicums sich hineinsang. Dort hörte sie Herr von Malortie, damals Intendant des Hoftheaters in Hannover, und lud sie zu einem Gastspiel auf seiner Bühne ein. 1852 kam sie der Einladung nach, sie sang den Oskar im „Maskenball“ und die Zerline in „Fra Diavolo“ mit solchem Erfolg, daß sie sofort engagirt wurde. Daselbst blieb sie bis Jänner 1854, wo sie einem Rufe nach Dresden folgte. Ihre späteren Schicksale sind uns unbekannt. In den Bühnenalmanachen erscheint eine Zengraf noch in den Sechziger-Jahren auf ungarischen Bühnen, in Lugos, Preßburg und anderen Städten. Die Glanzrollen unserer Sängerin in der Oper und Operette waren außer den schon genannten: Zigaretta in „Indra“, Zerline in „Don Juan“, Guste in „Guten Morgen, Herr Fischer“, Rosl in „Der Verschwender“, Nandl in „Das Versprechen hinterm Herd“, Jenny in „Die weiße Dame“, Page in „Die Huguenotten“, Johann von Paris in der gleichnamigen Oper u. a.

Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, kl. Fol.) 1853, Nr. 546. – Das große [318] Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände. Herausgegeben von J. Meyer (Hildburghausen, Amsterdam, Paris und Philadelphia 1852, gr. 8°.), 6. Supplementband (1855), S. 139.
Porträt. Holzschnitt in der oberwähnten „Illustrirten Zeitung“ Bd. XXI, S. 400.