Badenweiler (Wessenberg)

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Autor: Ignaz Heinrich von Wessenberg
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Titel: Badenweiler
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 268–269
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[268]
Badenweiler.

Willst du der Natur dich freuen,
Willst du sinnen, ungestört,
Ueber Alles, was der neuen,
Was der alten Zeit gehört;

5
Wie des Schicksals Wandelsterne

Sich in sichern Kreisen drehn,
Wie die Menschen stets sich ferne,
Seyn und Nichtseyn nahe stehn;

O so komm in dieses Eden,

10
Wo mit Sonn, Mond und Thau

Bäch’ und Nachtigallen reden
Zwischen heiterm Grün und Blau;
Hier dem Erdenqualm enthoben,
Siehst von Strahlen dich umwoben,

15
Wallst, umweht von Blumenduft.


Kämst du mit zerrissnem Herzen,
Mit geheiltem giengest du;
Schnell entfliehn des Grames Schmerzen,
Lacht dir dieses Thales Ruh;

20
Wo der Glaube hinmlisch heiter

Schaut der Liebe in’s Gesicht,
Die den Glauben nahm zum Leiter,
Der sie füllt mit Muth und Licht.

Schau umher! Die Menschenalter

25
Braußten, stürmten durch das Thal,

Folgten wechselnd sich, wie kalter
Winter folgt dem Sommerstrahl;

[269]

Zartes siehst du Rauhes mildern,
Blüthenglanz im Fels zerstreut,

30
Allwärts bei des Lebens Bildern

Bilder der Vergänglichkeit.

Tief des Römerbades Trümmer,
Wo im Thal der Heilquell floß;
Hoch im reinsten Aetherschimmer

35
Ein zerfall’nes Ritterschloß.

Blumenreiche Wiesen grünen,
Wo der Adler Roms geglänzt,
Und der teutschen Burg Ruinen
Voll Gesang ein Hain umkränzt.

40
Hinter segensreichen Auen,

Hell durchströmt vom stolzen Rhein,
Sind im Ferngedüft zu schauen
Bläulicher Vogesen Reih’n.
Holde Landschaft! Wunderselig

45
Wall’ in deinen Thälern ich;

Manches Bild erblich allmählig,
Stets verklärt das deine sich!

v. Wessenberg.