Berliner Ballade

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Textdaten
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Autor: Klabund
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Titel: Berliner Ballade
Untertitel:
aus: Die Harfenjule
S. 13–14
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1927
Verlag: Die Schmiede
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Scans auf Commons
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[13]

Berliner Ballade.

Sie hing wie eine Latte vom Schranke steif und stumm. Am Morgen sah’s ihr Gatte, lief nach dem Polizeipräsidium.

„Meine Frau“, so schrie er, „ist verschieden…“ Doch der Polizeiwachtmeister Schmidt, rollte blutig seine Augen: „Wie denn, ha’m Sie den Jeburtsschein mit?“

[14] Dieses hatte er mit nichten, und er setzte sich in Trab, spät entsann er sich der ehelichen Pflichten, – schnitt sie ab.

Und er legt den Strick an seine Kehle, vor dem Spiegel, peinlich und honett. Nimmt noch einen Schluck, befiehlt Gott seine Seele – schwapp, schon baumelt er am Ehebett.


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Berliner Ballade.


Sie hing wie eine Latte
vom Schranke steif und stumm.
Am Morgen sah’s ihr Gatte,
lief nach dem Polizeipräsidium.

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„Meine Frau“, so schrie er, „ist verschieden…“

Doch der Polizeiwachtmeister Schmidt,
rollte blutig seine Augen:
„Wie denn, ha’m Sie den Jeburtsschein mit?“

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Dieses hatte er mit nichten,
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und er setzte sich in Trab,

spät entsann er sich der ehelichen Pflichten,
– schnitt sie ab.

Und er legt den Strick an seine Kehle,
vor dem Spiegel, peinlich und honett.

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Nimmt noch einen Schluck, befiehlt Gott seine Seele

– schwapp, schon baumelt er am Ehebett.