Beschreibung des Oberamts Ellwangen/Kapitel A 4

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Wohnorte.


Orte.
A. Zahl, Gattung und Areal.

Der Oberamtsbezirk zählt im Ganzen 315 Wohnplätze, nemlich 2 Städte, 23 Pfarrdörfer, 2 Dörfer, 5 Pfarrweiler, 149 Weiler, 52 Höfe und 82 einzelne Wohnsitze. Dieselben vertheilen sich auf 27 politische Gemeinden, wovon 17 II. Kl. und 10 III. Kl. mit 235 Markungen. Das Areal der Ortschaften umfaßt nach den Ergebnissen der Landesvermessung vom Jahr 1840 7234/8 Mrg., 30,4 ° = 228,05 ha.


B. Lage, Größe und Beschaffenheit.

Die Mehrzahl der Ortschaften liegt im Virngrunde, zwischen der Alb und den Ellwanger Bergen, die größern im Jagstthal und den beiden Sechtathälern, eine Anzahl kleinerer in den Bergen und dem Bühlerthal.

In Mitten des Bezirks auf dem rechten Ufer der Jagst | am Fuße des Schloßbergs liegt die Oberamtsstadt Ellwangen; 3 Stunden ostwärts am Ursprung der Jagst Walxheim; nun folgen entlang dem Flusse Lippach, Lauchheim, die zweite Stadt und zweitgrößte Ortschaft des Bezirks, Westerhofen, Westhausen, Schwabsberg, Saverwang, Schrezheim unterhalb Ellwangen, Rindelbach und Jagstzell mit Weiler.

In den rechten Seitenthälern liegen: und zwar im Sechtathal: Halheim, auf der Höhe Birkenzell, Beersbach, Pfahlheim, Röhlingen, Haisterhofen – östlich davon Killingen – Dalkingen, südlich davon Weiler.

An den Zuflüssen der Sechta rechts: ob dem Roththal: Ellenberg, weiter unten Röthlen und Erpfenthal; ob dem Schlierbach: Eigenzell, Rattstadt, Neunheim, Neunstadt. 1/2 Stunde östlich von der Mündung des Rothbachs: Dankoltsweiler. In den linken Seitenthälern: bei Westhausen: Reichenbach; am Aubach: Schwenningen, Buch; am Sizenbach: Espachweiler; am Rötenbach: Hohenberg, Klapperschenkel; auf der Höhe: Eggenroth; an der Mündung: Rotenbach; am Glasbach: Hummelsweiler; auf der Höhe eines Seitenthals: Rosenberg.

Zum Kochergebiet gehören: durch den Schlierbach: Ramsenstruth, Neuler; durch den Krumbach: Bronnen mit Binderhof und Hurrlesrain; ob dem Roththal: Gaishardt; im Bühlerthal liegen: Heilberg, Bühlerzell, Kottspiel, Bühlerthann; in den rechten Seitenthälchen und Höhen: Kammerstatt, Holenstein, Halden, Frohnroth, Hettensberg.

Zum Stromgebiet der Donau gehören: im Norden und Nordosten des Bezirks, zur Wörnitz-Breitenbach: Schönbronn, Wörth, Stödtlen, Gaxhard, Regelsweiler und Dambach; an der Sechta liegen: Thannhausen mit Forstweiler, Ober- und Unterschneidheim, Sechtenhausen; an der Acht: Nordhausen; am Riedbach: Geislingen und Unterwilflingen, südlich davon: Benzenzimmern; zwischen Acht und Riedbach: Zipplingen und Wessingen.

Endlich auf der Wasserscheide von Rhein und Donau, südlich von Walxheim: Zöbingen.

Die größten Gemeinden sind der Einwohnerzahl nach: Ellwangen, Lauchheim und Rosenberg, die kleinsten: Stödtlen, Benzenzimmern und Walxheim; dem Areal der Ortschaften nach die größten sind: Ellwangen aus 12, Röhlingen aus 11 und Stödtlen aus 23 Parzellen bestehend; die kleinsten Nordhausen mit 2, Walxheim mit 2 und Benzenzimmern mit 1 Parzelle.

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Gebäude.
A. Anzahl und Gattung.

Das Brandversicherungskataster von 1883 weist 5364 Haupt- oder Wohngebäude und 5580 Nebengebäude, zus. 10.944 Gebäude auf im Brandversicherungsanschlag von 24.992.731 M.

Zu öffentlichen Zwecken dienen 408 Gebäude, worunter 35 Kirchen, 84 Kapellen, 1 Synagoge, 62 Rath- und Schulhäuser, 88 Spital- Kranken- und Armenhäuser, 5 Stationsgebäude, 29 sonstige Bahngebäude, und 104 sonstige Häuser. Unter den Wohngebäuden befinden sich 2 Schlösser und 128 Amtswohnungen für Staats- und Gemeindediener, darunter 42 für Lehrer und 31 Pfarrhäuser.

Auf 1 Wohnhaus kommen durchschnittlich 6 Bewohner, die meisten mit 7,3 in Ellwangen, die wenigsten in Benzenzimmern mit 4,4 (s. u. Tab. I).


B. Bauart und Material.

Die Bauart der ländlichen Wohnungen ist die gewöhnliche: Riegelfachwerk auf steinernem Unterstock und Ziegeldächer; Strohdächer kommen vereinzelt noch vor. Geschnitztes Balkenwerk ist selten. Oft sind die Häuser an den Wetterseiten mit rothangestrichenen Brettern verschalt. Steinbauten herrschen vor in Ellwangen und zum Theil auch in Lauchheim.

Von architektonisch werthvollen Gebäuden sind außer den vielen in Ellwangen (s. u.) anzuführen:

Kirche in Bühlerthann und Schloß Tannenburg, Kirche in Bühlerzell, Kirche in Dalkingen, Kirche und Thorthurm in Lauchheim, Kirche in Nordhausen, Kirche in Beersbach, Kirchen in Röhlingen und Neunheim, Kirche auf dem Hohenberg, Pfarrhaus, Schloß und Kirche in Thannhausen, Kirche in Unterschneidheim, Kirche und Pfarrhaus in Westhausen, Kirche und Schlößchen in Wörth, Kirche in Zipplingen, die sogenannte Kapelle bei Zöbingen. Das Nähere siehe in der Ortsbeschreibung.


C. Werths- und Eigenthumsverhältnisse.
Der Werth sämmtlicher Gebäude beträgt nach dem Gebäudekataster pro 1. April 1884 bei 4878 Haupt- und 5182 Nebengebäuden zusammen bei 10.060 Gebäuden: 22.263.800 M., | worunter 47 Haupt- und 28 Neben- zusammen 75 Gebäude mit einem Katasteranschlag von 374.900 M. nur zu Amts- und Gemeindeumlagen pflichtig sind.

Nach dem Brandversicherungskataster vom Jahr 1883 dagegen zählt der Bezirk 5364 Haupt- und 5580 Neben- also 10.944 Gebäude im Versicherungswerth von 24.992.731 M., so daß der durchschnittliche Werth eines Gebäudes nach dem Steuerkataster auf c. 2213 M., nach dem Brandversicherungskataster auf 2284 M. sich berechnet. Von sämmtlichen vorhandenen Gebäuden befinden sich im Eigenthum des Staats 115 Gebäude, der Amtskörperschaft oder der Gemeinde gehören: 183, den Stiftungen 113 Gebäude.


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