Beschreibung des Oberamts Ellwangen/Kapitel B 18

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18. Schwabsberg,
Gem. III. Kl. mit 869 Einw. 1. Schwabsberg, Pfarrdorf, mit Eisenbahnstation, 302 Einw., wor. 13 Ev., Fil. von Ellwangen; 2. Buch, Weiler, mit Jägerhaus, 294 Einw., wor. 1 Ev.; 3. Saverwang, Weiler, 138 Einw.; 4. Schwenningen, Weiler, 135 Einw.
Parz. 3 kath. Fil. von Ellwangen. Parz. 4 von Neuler, Parz. 2 theilweise von Hüttlingen, OA. Aalen.


Schwabsberg liegt hoch über dem Jagstthal auf der linken Seite des Flusses; gegenüber mündet von Osten her der Auerbach in die Jagst; zwischen ihm und einer nördlichen Schlucht lag die Burg Schwabsberg, jetzt fast spurlos verschwunden; ursprünglich ein römischer Burgstall (s. o. S. 343).

Die im Jahr 1733 erbaute Kirche ist dem h. Bischof Martin geweiht, und im Stil dieser Zeit gehalten. Der Chor wurde mit hübschen Fresken von Zimmer ausgemalt; im Triumphbogen stehen die schönen gothischen Holzfiguren des h. Nikolaus und des h. Sebastian. Am linken Seitenaltarbild steht F. X. M. G., am rechten: F. M. G(eiger) pistor Elvaci. Auf dem Hochaltar das Bild des h. Martin, gestiftet von den Kindern der Witwe Magdalena Hutter 1875. Der Thurm steht nördlich am vieleckigen Chor. Die Inschriften der drei Glocken lauten:

1. Parate viam Domini, rectas facite semitas ejus.
2. In omnem terram exivit sonus eorum.
3. Venite exultemus Domino, jubilemus Deo salvatori nostro.
Die Kirche ist aus dem vom Staat abgelösten Stiftungskapital, das 1750 erbaute Pfarrhaus vom Staat zu unterhalten. Das Schulhaus, auch mit dem Rathszimmer, wurde aus einem früheren Wirthshaus eingerichtet, trägt die Jahreszahl 1652. Reichliches Trinkwasser liefern 7 laufende, 62 Pump- und 7 Schöpfbrunnen. Bedeutende Quellen auf der Markung sind: der Weiherlesbrunnen an der Straße nach Dalkingen, der Hohlbrunnen in der Nähe der Eisenbahnstation, der Aalbach am Fußweg von Buch nach Dalkingen, der Kirchenbrunnen in Schwenningen, das Saubrünnlein an der Straße von Saverwang nach Ellwangen. Außer der Jagst sind zu nennen die kleine Sechta, der Auerbach, Mittelbach, Malbach, Lengenbach, Forstbach, Goldrainbach. Von Weihern bestehen noch der Bächweiher, 5–8 Morgen groß, und der 2 Morgen große Seelesweiher. Trocken gelegt wurden der 1 Morgen große Mahdweiher, der | Mühlweiher bei der Mühle, Markung Buch, der Frauenweiher am Lengenbach, der Bruckweiher an der Brücke nach Goldshöfe, der Gabelweiher am Forstbach, der Strichweiher, der Hardtweiher am Schwenninger Bach, der Strütweiher, der Stöcklesweiher, letzterer auf Saverwanger Markung.

Haupterwerbsmittel sind Feldbau und Viehzucht. In günstigen Jahren kann Getreide (Roggen, Haber, Dinkel) ausgeführt werden. Der Wiesenbau ist bedeutend, die Obstzucht wenig. Eine Mühle besteht in Schwabsberg. Aus Weide, Pferch und Allmanden bezieht die Gesammtgemeinde 2500, 350 und 188 M. Die Pfarrkirchenpflege besitzt ein Vermögen von 2700 M. mit einem Baufonds von 12.000 M., Kapellenpflegen sind in Buch und Schwenningen.

Der Name des Ortes ist von einem, zum bekannten Volksnamen gehörigen Personennamen Swab abzuleiten und er selbst tritt in der Geschichte zuerst auf als namengebend für eine auf der bereits erwähnten Burg wohnhafte ellwangische Ministerialenfamilie, welche in alten Zeiten sicherlich wenigstens in einzelnen Mitgliedern das Truchsessenamt der Fürstäbte von Ellwangen bekleidete. Als solche Herren von S. kommen die folgenden vor:

Sigefrith (Sigefrid) von Swabesberch, Suabesberc, im Jahr 1147 Zeuge des ellwangischen Dienstmanns Sigeboto bei einer Schenkung an das Kloster und um dieselbe Zeit des Abts Adalbert (I.) von Ellwangen bei einer Belehnung; der Truchseß Ritter Heinrich von Swabesberc (Swasberc) den 25. Juni 1240 und um dieselbe Zeit wiederholt Bürge bei Rechtsgeschäften der Äbte; derselbe und Diemar von Suvabesberc gleichfalls um die Mitte des 13. Jahrhunderts Zeugen bei einem Vertrage Krafts von Lohr und Marquards von Burghagel (Wirt. Urkb. 2, 41. 3, 472. 451. Württ. Franken, Neue Folge 36, 37); Ritter Diemar auch den 30. Januar 1292 Zeuge bei einem Vermächtnis des Ritters Ulrich von Larrieden für das Ellwanger Kapitel; ein Rudolf von S. Schenker eines Mansus in Alfingen (OA. Aalen) an das Kloster Ellwangen im Necrologium Elvacense aus dem 12. und 13. Jahrhundert (Württ. Vierteljh. 1 Jahrg. S. 207). In der zweiten Hälfte des 13. und im Anfang des 14. Jahrhunderts werden mit mehr oder weniger Sicherheit drei Ellwanger Äbte dem Geschlechte zugetheilt: Otto, zuvor Abt des Klosters Wülzburg im Nordgau (bayr. AG. Wassertrüdingen; Falkenstein, Antiquit. Nordgav. 2, 405) 1256–1269, Konrad 1269 bis 1278, Ekkehard 1278–1309 (s. oben S. 462). Später vorkommende Angehörige der Familie sind namentlich folgende. Einige Konrad, während der Jahre 1336–1423 genannt: ein Konrad und ein Albrecht von Schwabsberg geriethen aus einer nicht näher bekannten Veranlassung, allein ohne Zweifel infolge der württembergischen Schutzherrlichkeit über Ellwangen, in Gemeinschaft einiger anderer Herren in eine Fehde mit der Herrschaft | Württemberg, bei welcher z. B. der Rothhof verbrannt wurde, sodann aber auch in die Gefangenschaft der Grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg, aus welcher sie gegen eine Urphedeverschreibung gegenüber von Württemberg und Ellwangen vom 16. Oktober 1423 frei wurden (Sattler, Grafen 2, 84. R.Arch.Urk. 1, 216); wiederum ein Konrad und ein Albrecht, wohl dieselben, kauften den 7. Nov. d. J. von dem Grafen Ludwig von Oettingen, kaiserlichem Hofmeister, 35 Goldgulden aus dem halben Theil der Steuer zu Oettingen um 700 Goldgulden. Ein Hans 1372 ff. Einige Wilhelm während der Jahre 1372–1472, z. B. einer mit seinem Bruder Albrecht im Jahr 1467 und wiederum im Jahr 1471 allein Erwerber je des halben Schlosses Röttingen (OA. Neresheim; vergl. OA.Beschr. Neresheim S. 407). Einige, z. Th. bereits erwähnte, Albrecht, während der Jahre 1399–1473, so der 1433 unter den Rittern und Edelknechten des kaiserlichen Hofmeisters Graf Ludwigs von Oettingen genannte (vergl. R.Arch.Urk. 1, S. 440; Oetting. Mater. 4, 246), 1438. 1439 Vogt zu Flochberg, 1444 gesessen zu Ellwangen, württembergischer Diener. Christine von Schwabsberg 1404–1406 Äbtissin des Klosters Medingen (bayr. AG. Dillingen; Steichele 3, 168). Ein Jörg 1464–1505: im Jahr 1474 inscribiert er als Ellwanger Kanoniker zu Heidelberg, 1487 erscheint er mit dem Bischof von Augsburg auf dem Reichstag zu Nürnberg, 1501 stiftet er, Domherr zu Augsburg und Kustos zu Ellwangen genannt, mit seinem Vetter Hans eine ewige Messe für einen Chorvikar auf den St. Leonhardsaltar in der Vorhalle der Ellwanger Stiftskirche (Schwab, Syllabus rectorum Heidelberg. 1, 70; Crusius Annal. Suev. 2, 477). Endlich aber als der letzte des Geschlechts wiederum ein Hans 1501 ff., gesessen zu Wildenstein (OA. Crailsheim), das er im Jahr 1518 mit 4 Gütern zu Gunzach (ebda.) gegen Eignung des halben Schlosses Röttingen (OA. Neresheim) dem Hause Brandenburg-Ansbach zu Lehen auftrug, im Jahr 1545 aber um 6800 fl. an die Pappenheim verkaufte (vergl. Steichele 3, 529). Er gerieth vorübergehend infolge der Klage der Elisabeth Grössin von Haselbach in die Acht des Rottweiler Hofgerichts und da er trotz der Mahnung des Fiskals, sich von der Acht absolvieren zu lassen, in derselben verharrte, gebot Graf Rudolf von Sulz als kaiserlicher Hofrichter zu Rottweil den 13. Dezember 1524 ihn in Dinkelsbühl oder dessen Gebiet weder zu enthalten noch zu hausen und hofen; selbst ein etwaiges Privilegium der Stadt, offene Ächter zu enthalten, sollte in diesem Falle ungültig sein; wiederholt untersagte er am 24. d. Mts. alle Gemeinschaft mit diesem offenen Ächter. Hans hinterließ nur 3 Töchter: Dorothea, Gem. des Hans Ernst von Wolmershausen, eine zweite, Gem. des Christoph vom See, und Anna, Gem. des Valentin Ernst von Ellrichshausen, und starb, 81 Jahre alt, am 4. März 1549 zu Crailsheim (vergl. Theolog. Studien aus Württemberg 3, 1882 S. 195. OA.Beschr. Crailsheim S. 512 und oben S. 390). Anna wird noch im Jahr 1567 genannt (vergl. S. 534).

Über die schwabsbergischen Grabdenkmale in der Vorhalle der Ellwanger Stiftskirche, darunter solche von einigen der hier erwähnten Personen, s. oben S. 389 ff.

Daß die Familie auch später noch im Besitz des ellwangischen Truchsessenamtes war, beweist der Umstand, daß Konrad von Schwabsberg den 31. Dezember 1336 als Lehensnachfolger seines Vetters Diemar von | Schwabsberg zugleich im Namen seiner Söhne sich gegen den Abt Kuno verschrieb, wenn er das Truchsessenamt nicht gehörig versehe, sollen die zu demselben gehörigen Güter zu Schwabsberg und Dalkingen dem Stift heimfallen sowie daß Konrad und Albrecht Gebr. von Schwabsberg im Jahr 1399 Güter, welche zu diesem Amte gehörten, mit Einwilligung des Abts gegen Einsatz anderer verkauften und den 14. März 1400 ein Gut zu Schwabsberg und Dalkingen, welches Diemars von Schwabsberg sel. gewesen war und nicht zum Truchsessenamt gehörte, ausgenommen die dem Kloster vorbehaltene Fischenz, zur Aufbesserung des Amtes vom Abt verliehen erhielten. Außerdem kommen Angehörige des Geschlechts, abgesehen von Schwabsberg selbst (s. unten), im Oberamte zu Bautzenrod, Bösenlustnau, Breitenbach, Dalkingen, Weiler bei Dalkingen, Gerhof, Hirschbach, Konradsbronn, Maizen, Halheim, Röhlingen, Erpfenthal, Haisterhofen und Wörth, sodann zu Lengenfeld OA. Aalen (s. OA.Beschr. S. 271), zu Röttingen OA. Neresheim (s. oben und OA.Beschr. Neresheim S. 407) berechtigt vor.

Was Verheirathung von Mitgliedern der Familie mit Angehörigen anderer Geschlechter betrifft, so werden genannt: Rudolf von Bopfingen als Gemahl der Anna von Schwabsberg 1342; Konrad Veldner † nach 1360 als Gemahl der Anna von Schwabsberg (Wirt. Franken 4, 171. 7, 589); Katharina Münch als Ehefrau des Hans von Schwabsberg 1384; Reichserbmarschall Ulrich von Biberbach als Gemahl der Anna, Tochter Philipps von Schwabsberg, welcher derselben 1000 fl. Heirathsgut spendete, eine für die damalige Zeit beim Adel große Summe (Döderlein, Histor. Nachr. von den Marschallen von Calatin und von Pappenheim 1, 144) 1445–1476; Margarethe von Neuneck als Ehefrau des Albrecht von Schwabsberg, Mutter des Jörg, Wilhelm und Albrecht von Schwabsberg 1445 ff., † 1476; Katharina von Bircken 1471 als Gemahlin des Wilhelm von Schwabsberg; eine von Schwabsberg geb. von Trautmannsdorf † 1534.

Das schwabsbergische Wappen zeigte im (blauen) Schilde einen aufgerichteten (goldenen) Löwen, links von einer (silbernen) Hirschstange beseitet; Helmkleinod ein (rechts blaues, links weißes) Hirschgeweih.

Wie das Stift Ellwangen schon von älterer Zeit her lehensherrliche Rechte hier ausübte, Zehnten, Gülten u. s. w. bezog, so erscheint namentlich im Anfang des 15. Jahrhunderts Burgstall und Dorf urkundlich als Lehen der schwabsbergischen Familie von Ellwangen. Allein nachdem Konrad von Schwabsberg den 25. Januar 1415 seine Hälfte hieran seinem Bruder Albrecht um 1000 fl. verkauft hatte, veräußerte dieser selbst mit Konrads Einwilligung den ganzen Lehensbesitz: „das Burgstall, die Zarge mit der Hofraithe dabei und das Dorf Schwabsberg mit allem, was dazu und darein gehört“, so einer Mühle, Lehen, Gütern, Weihern, Fischwassern, Äckern, Wiesen, Hölzern, Holzmarken, der Hirtschaft, der Vogtei über den Heiligen u. s. w. den 16. Sept. 1416 um 2400 fl. an Abt Siefried und so erscheint Schwabsberg ums J. 1450 als propsteilicher Besitz (s. S. 448) und in | der Topographia Ellvacensis von 1733 mit einer Mühle, 5 Bauern, 23 Löhnern, 2 Söldnern (zus. 31) als Bestandtheil des fürstlichen Ammanamtes.

Was sonstigen Besitz betrifft, so verkauften z. B. Wilbolt von Birkenfels (bayr. AG. Ansbach), seine Hausfrau Dorothea von Gromberg und seine Schwiegermutter Elisabeth Steinerin ihren ellwangischen Lehenhof dahier den 25. Juli 1442 an die Brüder Hans und Konrad von Ahelfingen; bei 99 Morgen Ackers diesseits der Jagst gegen Dalkingen hatte der Dinkelsbühler Spital das Zehntrecht.

Einige Vergleiche zwischen Dalkingen und Schwabsberg sind bereits S. 571 erwähnt worden.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts (1480 ff.) und im J. 1623 wird einer hiesigen St. Martinskirche, sowie ihrer Pfleger und ihres Einkommens gedacht, in der Folge jedoch bestand keine eigene Pfarrei mehr, wurde Schwabsberg vielmehr mit Buch durch einen Vikar von Ellwangen aus alle Sonntage mit dem gesetzlichen Gottesdienst versehen, bis im J. 1749 wieder ein eigener Pfarrer hier eingesetzt wurde. Das Patronat der Pfarrei war ellwangisch, nach der Säkularisation landesherrlich, seit 1858 findet bischöfliche Kollatur statt.

Die hiesige Rosenkranzbruderschaft erhielt auf Ansuchen des Stephan Alexander Segesser, Präfekts der päpstlichen Schweizergarde, am 3. Septbr. 1616 von Seraphius Siccus, Professor der Theologie in Pavia und General des Predigerordens, einen Ablaß.

Buch, Weiler, mit Jägerhaus, z. Th. mit schönen Bauernhäusern, 2 km südlich von Schw. im Aybachthal gelegen, da wo in diesen von Nordwesten her der Stierbach hereinmündet. Hoch auf dem linken Thalabhang liegt am Nordende des Dorfes das Kirchlein zur hl. Maria. Der Chor ist viereckig, zugleich der Thurm und noch gothisch, am Schiff steht 1699. Das Innere hübsch ausgemalt, auf dem Hochaltar spätgothische Pieta, Johannes Ev. und Stephanus, an der Südwand schöne spätgothische Madonna; an dem Gemälde des linken Seitenaltars sieht man: F. X. M. G., an dem des rechten F. M. G. (Geiger) Pistor. Elvaci. 1724.

Merkwürdig sind die haustiefen Hohlwege, die von Westen her durch das Dorf gehen, und sich durch jahrtausendlange Benutzung in dem hier anstehenden weichen goldgelben Sandboden (Goldshöfer Sande) erklären lassen.

| Der Weiler, dessen Name mit dem Baumnamen Buche in Verbindung zu bringen ist, wird das erste Mal erwähnt, als Graf Ludwig von Oettingen am 22. Juni 1287 seine hiesigen Güter der Abtei Ellwangen für solche zu Nordhausen zu Lehen auftrug (vergl. S. 643). Auch in der Folge gieng hier Besitz anderweitiger adeliger Familien von der Abtei zu Lehen, denn am 24. Januar 1421 verkauften Lutz von Pfahlheim und seine Söhne Wilhelm und Rudolf eine Reihe Güter, Lehen, Gülten, Hirtenhühner, Zinsen vom Fischwasser in der Jagst, drei Weiher, mehrere Wiesmads, die Holzmark dahier, ausgenommen allein die Eigenleute, sämmtlich Lehen vom Kloster, die Lutz von seinem Vetter Konrad von Pfalheim ererbt hatte, um 2176 Goldgulden an Ulrich von Ahelfingen zu Hohenahelfingen (OA. Aalen), worauf Buch im J. 1431 als zu dem ahelfingischen Gerichte zu Hohenahelfingen gehörig erscheint (s. S. 678).

Nach dem Erlöschen des ahelfingischen Geschlechts in der Mitte des 16. Jahrhunderts wird dieser Besitz mit anderen Gütern der Familie von Ellwangen als heimgefallen eingezogen worden sein und so gehörte Buch nach der Topographia Ellvacensis von 1733 mit 1 Mühle, 5 Bauern, 2 Halbbauern, 19 Löhnern, 2 Söldnern zum ellwangischen Amt Oberalfingen (OA. Wasseralfingen).

Hiesigen Zehnten, der jährlich bei 30 Malter ertrug, bestellte Propst Albrecht von Ellwangen den 12. März 1464 dem Pfarrer zu Wörth als Unterpfand.

Ein seither dem Dekan und Kapitel zu Ellwangen zustehender Falllehenhof wurde gemäß Rezeß vom 22. August 1670 der Propstei mit aller Obrigkeit, auch Steuer, Reis und Dienstbarkeit unterworfen.

Den 27. September 1769 zerstörte eine Feuersbrunst hier 19 Gebäude.

Die hiesige Kapelle zur Jungfrau Maria wird im J. 1593 genannt; der Sage nach ist sie aber als eine Stiftung der Ritter von Ahelfingen, für welche heutzutage noch ein Jahrtag besteht, noch älteren Ursprungs.

Saverwang, Weiler, mit Kapelle, nicht ganz 2 km nordwestlich von Schw. am linken Abhang des Jagstthals gelegen, nach Schrezheim schulpflichtig. Große Lindenbäume an den sehr stattlichen, mit schönem Balkenwerk aufgeführten Bauernhäusern. Die hübsche Kapelle zum h. Johannes stammt aus dem | vorigen Jahrhundert und ist innen mit Gemälden und Skulpturen aus derselben Zeit geschmückt.

Der Name Saverwang, früher auch Saferwanch, Sauerwang geschrieben, ist, was die erste Hälfte desselben betrifft, entsprechend der heutigen Aussprache (Sâferwang) wohl eher mit dem ahd. saf, Saft, in Verbindung zu bringen (Vogelmann) als von einem vordeutschen Fluß- oder Bachnamen, sura, Sauer, oder aber vom Adjektiv sauer, indem sumpfige Wiesen und ihr Gras als sauer bezeichnet werden, abzuleiten (Buck a. a. O. 229, vergl. Förstemann, Ortsnamen Sp. 1411); die zweite Hälfte Wang bedeutet Ebene, Feld.

Der Weiler kommt im ellwangischen Gült- und Rechtsbuch von 1339 in Folge von Zehntberechtigung Ellwangens genannt vor, ums J. 1364 wird eines ellwangischen Lehens, im J. 1464 eines Eigenguts zu Sauerwang gedacht und im J. 1733 bildete der Ort mit 2 Bauern, 4 Halbbauern, 4 Löhnern, 6 Söldnern (zus. 16) einen Bestandtheil des fürstlichen Ammanamtes.

Ein Ortsadel dieses Namens, von welchem die Sage spricht, und welchem insbesondere ein Deutschordensritter und Kreuzfahrer Christoph von S. angehört haben soll, ist so wenig als schwabsbergischer Besitz dahier geschichtlich beglaubigt.

Schwenningen, Weiler, 21/2 km westnordwestlich von Schwabsberg auf der Höhe gelegen, nach Neuler schulpflichtig. Die Kapelle zum heil. Blut Christi, mit vieleckigem Chor und hübschem Thürmchen an dessen Südseite, stammt aus dem vorigen Jahrhundert. Dabei steht eine prächtige Linde. Das Innere enthält Kunstwerke aus verschiedenen Zeiten. Auf dem Altarblatt des Hochaltars ist dargestellt Christi Tod von G. Lacher, München. Am linken Seitenaltar Mariä Himmelfahrt mit der Unterschrift: F. M. Fidicen (Geiger) pistor Elvaci. 1737. An der Decke des Schiffes sieht man die Verherrlichung der katholischen Kirche, an der Decke des Chors Krönung Mariä. Im Triumphbogen stehen 2 alte Holzfiguren, mater dolorosa und St. Nikolaus. Außerdem besitzt die Kapelle eine Pieta aus der Renaissancezeit und einige gut gemalte Epitaphien, eines davon mit ex voto 1689. Der Stifter, nach dem Wappen Propst Heinrich Christoph von Wolframsdorf, (1687–89) kniet vor Christus. – Die Kapelle ist eine sehr alte Wallfahrt (s. auch o. S. 178).

| Zwischen hier und Espachweiler entdeckte im Sommer 1885 Prof. Dr. Kurtz in Ellwangen den sog. „Judenkirchhof“, ein auf drei Seiten mit Wall und Graben umgebenes Rechteck, die Langseite 150 Schritt messend, wohl auch der Rest einer römischen Schanze.

Schwenningen, dessen Name wohl „bei denen des Suano, Sueno“ (Förstemann, Personennamen Sp. 1132; Ortsnamen Sp. 1419) bedeutet und welches mit dem nicht sehr weit entfernt hievon gelegenen Schwenningen (bayr. AG. Höchstädt), dem Sitz eines alten Ortsadels, nicht verwechselt werden darf, tritt urkundlich gegen Ende des 16. Jahrhunderts als fuggerisches zur Herrschaft Niederalfingen (OA. Aalen) gehöriges Lehen von Württemberg in der Matrikel der Rittergüter des Kantons Kocher vom J. 1592 in der Geschichte auf. Die Grundherrschaft eines hiesigen Falllehenguts, dessen Vogtei der fuggerschen Herrschaft schon länger her zustand, wurde den 21. August 1670 von ihrem seitherigen Inhaber, Dekan und Kapitel zu Ellwangen, an Graf Niklas Fugger vertauscht, Graf Sigmund Joseph Fugger aber verkaufte wiederum am 28. Juni 1690 mit Konsens seiner Agnaten sein eigenthümliches, in keinem Lehens- oder Pfandverbande stehendes Gut Schwenningen sammt 2 Bauernhöfen und einem Lehen zu Bronnen um 13.000 fl. an das Kapitel vorbehältlich des dem Kanton Kocher zustehenden Steuer- und Einquartirungsrechts und so erscheint Schwenningen z. B. im J. 1733 mit 3 Bauern, 7 Halbbauern, 1 Löhner, 2 Söldnern (zus. 13) beim Kapitelamt, während Steuer, jus armorum et sequelae, noch bis ins laufende Jahrhundert ritterschaftlich blieben.

Die hiesige Kapelle wird z. B. 1692/3 urkundlich genannt.


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