Beschreibung des Oberamts Freudenstadt/Kapitel B 28

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Pfalzgrafenweiler,
Gemeinde II. Klasse mit 1446 Einw., worunter 3 Kath. a. Pfalzgrafenweiler, Pfarrdorf mit Marktrecht, 1438 Einw. b. Zinsbach-Mühle, 8 Einw. – Evang. Pfarrei; die Kath. sind nach Heiligenbronn, O.A. Horb, eingepfarrt.


Das marktberechtigte Pfarrdorf Pfalzgrafenweiler ist der Sitz eines Postamtes, eines Revierförsters und eines practicirenden Arztes; auch befindet sich daselbst eine Apotheke. Der sehr freundliche Ort, wohl das ansehnlichste Pfarrdorf des Bezirks, liegt 4 Stunden nordöstlich von der Oberamtsstadt auf der Hochfläche des Schwarzwaldes zwischen den Thälern der Waldach und des Zinsbachs. Außer der durch den Ort führenden Stuttgart-Freudenstadter Landstraße sind Vicinalstraßen nach Edelweiler und Altensteig angelegt; letztere wurde im Jahr 1853 von Altensteig über Spielberg bis an die Markungsgrenze von Pfalzgrafenweiler neu gebaut und dadurch die sehr steile Ganssteige bei Altensteig umgangen. Bei seiner hohen und freien Lage gewährt der Ort eine ausgebreitete Aussicht, welche sich namentlich auf dem nördlich vom Dorf gelegenen Bühl nicht nur über einen großen Theil des Schwarzwaldes, sondern auch an die Alp, von dem Dreifaltigkeitsberg bis zum Hohenstaufen, erstreckt.

Im Jahr 1798 den 24. April brach im Gasthaus zum Lamm Feuer aus, das in kurzer Zeit beinahe das ganze Dorf in Asche legte; 119 Gebäude, worunter 93 Wohngebäude und das Rathhaus wurden ein Raub der Flammen und nur das Pfarrhaus, die Schule, das alte Forsthaus und einige Privatgebäude (im Ganzen 17 Häuser) blieben verschont. Der Ort wurde hierauf ziemlich regelmäßig, mit breiten Straßen und mit einem ansehnlichen Marktplatze neu angelegt; die gewöhnlich an den Wetterseiten verschindelten Gebäude sind meist gut erbaut und lagern sich nahe beisammen an den wohl unterhaltenen, durchaus gekandelten Ortsstraßen.

| Die an dem nördlichen Ende des Orts gelegene, dem heiligen Jacob geweihte Pfarrkirche ist ursprünglich sehr alt, mit Ausnahme des Thurms wurde sie aber in späterer Zeit, namentlich im Jahr 1772, styllos verändert und größtentheils neu gebaut. Von der frühgermanischen Bauweise sind nur 2 mit Maßwerk gefüllte Spitzbogen erhalten, die bei dem Neubau der Kirche an der südlichen Seite des Langhauses eingemauert wurden. Der viereckige, massive, nicht hohe Thurm besteht aus 3 Stockwerken, von denen das untere einen spitzbogigen Durchgang hat, das oberste, mit einem Zeltdach gedeckte, enthält spitzbogige mit Maßwerk gefüllte Fenster; auf ihm hängen 3 Glocken, von denen die größte von Pantleon Sydler von Eßlingen im Jahr 1513 gegossen wurde; die mittlere, wohl die älteste, trägt weder Schrift noch Zeichen und die kleinste ist von Kurz in Reutlingen im Jahr 1835 gegossen worden. Das Innere der Kirche hat außer einem alten, im germanischen Geschmack gut geschnittenen Gestühlwerk nichts Bemerkenswerthes.

Der Begräbnißplatz, früher um die Kirche, ist seit dem Jahr 1830/31 an das nordwestliche Ende des Orts verlegt und mit einer Mauer umfangen; auf demselben werden auch die Verstorbenen von Vesperweiler, Edelweiler, Neu-Nuifra und Kälberbronn beerdigt.

Das in der Nähe der Kirche gelegene, gut erhaltene Pfarrhaus wurde im Jahr 1717 neu erbaut; zu demselben gehört eine Scheuer, ein Waschhaus und ein über 4 Morgen großer Obstgarten.

Statt des früheren mitten auf dem Marktplatz gelegenen Rathhauses (jetzt Apotheke) erkaufte die Gemeinde im Jahr 1840 um 4400 fl. den an der Nordseite des Marktplatzes stehenden Gasthof zum Hirsch und richtete denselben zum Schul- und Rathhaus ein; das Gebäude kam bis zu seiner völligen Herstellung auf etwa 10.000 fl. zu stehen und enthält außer den Raths- und Schulzimmern auch die Wohnungen für den Schulmeister, einen Unterlehrer und einen Lehrgehilfen, welche an der Schule angestellt sind.

Kirche, Begräbnißplatz, Pfarr- und Schulhaus gehören der Stiftungspflege zum heil. St. Jacob, welche den großen Zehnten im Jahr 1486 von dem Kloster Alpirsbach für 450 Gulden erkauft hat.

Außer einem im Jahr 1843 erbauten Gemeindebackhaus sind auch 2 öffentliche Waschhäuser und ein Armenhaus vorhanden. Ein der Amtskorporation gehöriger Beschälerstall wird seit einigen Jahren mit Hengsten nicht mehr besetzt, weil die Nachfrage nach denselben zu unbedeutend wurde.

Der Ort erhält sein gutes Trinkwasser aus einem, von der sogenannten Burg hergeleiteten zweiröhrigen Brunnen, aus einem Schöpfbrunnen, | dessen beständig fließende Quelle das beste Wasser liefert, und aus mehreren Zieh- und Pumpbrunnen. Wenn in ganz trockenen Jahren die Brunnen theilweise nachlassen, so wird das nöthige Wasser in der 1/4 Stunde nordöstlich vom Ort gelegenen Vörbachquelle und in der 1/4 Stunde südlich gelegenen Weiherbachquelle geholt. Wetten sind 2 vorhanden. Periodisch fließende Quellen (Hungerbrunnen) kommen in den Lochwiesen, in den Zinsenwiesen, am westlichen Ende des Orts und sonst an mehreren Stellen vor. Unterhalb der ehemaligen Burg Vörbach bestand früher ein Fischweiher, der längst in Wiesengrund umgewandelt ist. In der Markung fließen der Zinsbach und die Waldach, ersterer in früherer Zeit schon innerhalb der Markung, gegenwärtig erst außerhalb derselben zum Flößen benützt.

Die körperlich nicht sehr kräftigen Einwohner sind im Allgemeinen geordnet und fleißig, übrigens, mit Ausnahme einiger Reichen, nicht in günstigen Vermögensumständen. Der größte Güterbesitz beträgt ohne Waldungen 70 Morgen, der gewöhnliche 10–12 Morgen. Erwerbsquellen sind Feldbau, Viehzucht und etwas Gewerbe; die ärmere Klasse sucht sich ihr Auskommen durch Holzmachen zu sichern, wozu die großen, schön bestockten Waldungen, namentlich der sogen. Weiler-Wald, viele Gelegenheit bieten. Außer den gewöhnlichen Handwerkern (am zahlreichsten Weber und Bäcker) sind 2 Ziegelhütten, 2 Kaufleute, 8 Schildwirthschaften, worunter 4 mit Bierbrauereien, eine Kienrus-Fabrik und mehrere Schaufeln- und Rechenmacher zu nennen.

Die Feldgüter der ziemlich großen Markung liegen, mit wenigen Ausnahmen, eben und haben im Allgemeinen einen mittelfruchtbaren Boden, der im südlichen Theile der Markung aus den Verwitterungen des bunten Sandsteins, im nördlichen Theile aber aus einem gelblichen Thon besteht; letzterer läßt die Feuchtigkeit nicht durch, ist daher naßkalt, liefert aber in mittelfeuchten Jahrgängen die besten Früchte. Bei der Ruine Vörbach befindet sich ein bunter Sandsteinbruch, aus dem gute Bausteine gewonnen werden.

Wegen der hohen, freien Lage der Gegend ist das Klima rauh, übrigens nicht ungesund; Frühlingsfröste schaden häufig dem Obst, den Bohnen etc., auch erfriert zuweilen der Roggen in der Blüthe. Gewitterschaden kommt selten vor, indem eine vom Ort westlich gelegene bewaldete Höhe, das sogen. Kreuz, eine Wetterscheide bildet. Die Getreide-Ernte tritt 14 Tage später ein als im Gäu.

Der Feldbau wird theils im Dreifeldersystem, theils als Wechselwirthschaft | gut und fleißig betrieben; man baut vorzugsweise Dinkel, Hafer, Roggen und in neuerer Zeit auch Gerste. Die Brache wird beinahe ganz mit Kartoffeln und Futterkräutern angeblümt; von Handelsgewächsen werden Flachs, Hanf und nur wenig Reps gebaut. Bei einer Aussaat von 9 Simri Dinkel, 5–6 Simri Hafer, 4 Simri Roggen und 4 Simri Gerste erzielt man einen durchschnittlichen Ertrag von 6–7 Scheffel Dinkel, 3–4 Scheffel Hafer, 1–2 Scheffel Roggen und 4–5 Scheffel Gerste pr. Morgen. Die Felderzeugnisse reichen übrigens für die Einwohner nicht hin, daher noch Früchte von Außen aufgekauft werden müssen. Die höchsten Preise eines Morgens Acker betragen 200 fl., die mittleren 100 fl. und die geringsten 30 fl.

Die durchaus zweimähdigen Wiesen ertragen pr. Morgen durchschnittlich 20 Centner Heu und 10 Centner Öhmd; ihre Preise bewegen sich von 120–400 fl. pr. Morgen.

Die Obstzucht, welche sich nur mit späten Mostsorten und etwas Zwetschgen beschäftigt, ist ziemlich ausgedehnt, liefert übrigens selten einen erheblichen Ertrag. Wiewohl die hiesige Ortslage der Weinkultur im Allgemeinen nicht zusagen kann, so reiften doch im Jahr 1857 an einem auf der südlichen Seite eines Wohnhauses gepflanzten Rebstock 263 Trauben, welche einen recht trinkbaren Wein gaben (Schwäb. Kronik Nr. 225).

Die Rindviehzucht mit allgemeiner Stallfütterung ist beträchtlich; eine gute Landrace wird durch 4 Farren nachgezüchtet, die ein Bürger anschafft und auf Kosten der Gemeinde gegen 180 fl. und der Nutznießung von 3 Morgen Wiesen und 11/2 Morgen Acker hält; der Handel mit Vieh ist nicht unbedeutend. Die Zucht von Pferden hat ganz aufgehört, dagegen ist die Haltung der Pferde ziemlich ausgedehnt. Schafzucht wird nicht betrieben und die Schweinezucht ist sehr im Abnehmen begriffen, so daß die meisten Ferkel von Außen aufgekauft werden.

Der Verkehr wird sehr belebt durch die 3 Flachs-, Roß-, Vieh- und Krämermärkte, welche der Ort (den 16. März, 29. Juni, 5. Oktober) abzuhalten berechtigt ist.

Die Gemeinde ist im Besitz von 900 Morgen gut bestockter Waldungen (vorherrschend Fichten und Forchen), welche im 120jährigen Umtriebe bewirthschaftet werden. Von dem jährlichen Ertrag derselben erhält jeder Bürger 1/2 Klafter; ein großer Theil wird als Langholz verkauft, was der Gemeindekasse eine Rente von etwa 1000 fl. jährlich sichert. Die vorhandenen 276 Morgen Allmanden sind unter | die Bürgerschaft ausgetheilt, wofür jeder Ortsbürger etwa 1 fl. jährlich entrichtet, was der Gemeinde ebenfalls 200 fl. einträgt; gleichwohl wird noch eine bedeutende Gemeindeschadens-Umlage erfordert; über das Vermögen der Gemeinde- und der Stiftungspflege s. Tabelle III. Die Armenkastenpflege besitzt Stiftungen im Betrag von 1100 fl., aus deren Zinsen die Kultkosten und Armenunterstützungen bestritten werden.

Der zur Gemeinde gehörige Weiler, die Zinsbach-Mühle (auch Zins-Mühle) mit 2 Mahlgängen und einem Gerbgang, liegt 3/4 Stunden nördlich von Pfalzgrafenweiler am Zinsbach. Bei dieser Mühle stund vor Zeiten ein Wallfahrtskirchlein, „zu unserer Frau im Zinsbach“ genannt. Ganz in der Nähe (südwestlich) von Pfalzgrafenweiler stand die Burg, auch Bürg, Schloß genannt, wovon nur noch ein mit einem Graben umgebener, kreisrunder Hügel vorhanden ist. Die gegen die Burg führende Straße wird noch die Schloßgasse genannt, während am entgegengesetzten Ende des Orts die Benennung „Pfalz“ vorkommt. Im Jahr 1624 waren von der Burg noch Grundmauern vorhanden.

Dagegen sind jetzt noch von der geräumigen Burg Vörbach etwa 1/4 Stunde südöstlich vom Dorf auf einer gegen das Waldach-Thal und das Vörbach-Thälchen steil abfallenden Bergspitze noch der Burggraben und einiges Gemäuer sichtbar, nachdem ein viereckiger, gegen 100′ hoher Thurm und namhaftes Gemäuer in Folge des Brandes von Pfalzgrafenweiler im Jahr 1798 abgetragen und die Steine zu dem Neubau des Dorfs verwendet worden.

Etwa 1/4 Stunde südöstlich vom Ort in dem Walde Steinach befindet sich am Bergabhang der sogen. Hohlestein, ein einzelner etwa 30′ hoher und 20′ breiter Sandsteinfelsen, der über den Abhang der Art vorsteht, daß man sich unter demselben vor Regen schützen kann.

Der ursprüngliche Name Pfalzgrafenweilers ist Weiler; später wurde er nach seinen Besitzern, den Pfalzgrafen von Tübingen, in Pfalzgrafenweiler umgewandelt.

Eine hiesige Burg zerstörte, im Kampfe mit dem Pfalzgrafen Hugo von Tübingen, der Herzog Welf VII. im Jahr 1165 (Stälin, Wirt. Gesch. 2, 99). Wieder aufgebaut – wurde sie im Jahr 1228 von dem Pfalzgrafen Rudolf (Enkel Hugo’s) dem Hochstift Straßburg zu Lehen aufgetragen (castrum in Wyler. Wenk, Hess. Landesgesch. 2, S. 146).

Hugo von „Wilare“ beschenkte das Kloster Reichenbach im Jahr 1209 mit einer halben Mühle bei Altheim (O.A. Horb), bei welcher | Schenkung Folmar von Wilare, zugenannt „Bravva“, Zeuge war (Cod. Reichenb. 33 b. 34 a.).

Mit Besenfeld (s. d.) kam der Ort an die Grafen von Eberstein und von diesen im Jahr 1421 an Württemberg.

Im Jahr 1455 verkaufte Hans von Leinstetten den hiesigen Laienzehnten für 530 Pf. H. an das Kloster Alpirsbach.

Der Pfarrsatz ist landesherrlich. Außer den im Oberamtsbezirk gelegenen Filialien Durrweiler, Vesperweiler, Oberwaldacher Mühle, Herzogsweiler, Edelweiler, Neu-Nuifra, Kälberbrunnen gehört auch der Missihof (O.A. Horb) seit 1841 als Filial zur Pfarrei.

Das nun abgegangene Vörbach (ehemals Veherbach geschrieben) war gräflich hohenbergisches Lehen. Die Oberherrlichkeit hierüber kam durch den Grafen Burkhard von Hohenberg mit Wildberg (Stälin, Wirt. Gesch. 3, 668) im Jahr 1360 kaufweise an den Pfalzgrafen Ruprecht I. und ebenso durch den Pfalzgrafen Otto, welcher es im Jahr 1410 bei der Pfälzischen Theilung erhalten hatte (Tolner, Hist. Pal., cod. dipl. 155, vergl. auch Reg. Boic. 13, 109), den 10. August 1440 an die Grafen Ludwig und Ulrich von Württemberg.

Noch 1373 hatte der Pfalzgraf Ruprecht seinen Besitz in dieser Gegend weiter abgerundet, indem ihm am 21. Juni d. J. Conz Böcklin, den man nent Hopler, die Dörfer Ober- und Nieder-Waldach, Cresbach und Niufra sammt Zugehörden für 1300 Goldgulden von Florenz verkauft und auf die Veste Vörbach und Zugehörungen verzichtet hatte (St.A.).

Unter den Rhein-Pfalzgrafen, der Sage nach schon unter den ältesten Oberherren dieser Gegend, den Pfalzgrafen von Tübingen (Uhland in Pfeiffers Germania 1 a, 5), besaßen die Herren von Emershofen das Lehen Vörbach, und so saß hier namentlich Stephan von Emershofen, welcher im Jahr 1435 als Hofmeister des Pfalzgrafen und Herzogs Otto zu Mosbach erscheint (Acta Pal. 2, 61), und sich durch die den pfälzischen Hof auszeichnende Liebe zu alten Schriften bemerklich machte (Germania a. a. O.). Späterhin nahm ein Ludwig von Emershofen Theil an der Fehde Eberhards von Klingenberg und Hansens von Rechberg mit dem Grafen Eberhard im Bart von Württemberg, beraubte württembergische Diener und Unterthanen und führte den Raub auf sein Schloß Vörbach; Graf Eberhard nahm daher dieses und zog die Herrschaft als verwirktes Lehen ein, jedoch gab er sie auf Bitten seiner Mutter, der Erzherzogin Mechtild, im Jahr 1466 wieder zurück (Steinhofer 3, 141). Darauf verkaufte Ludwig von Emershofen im Jahr 1483 Burg und Schloß Vörbach mit den beiden Weilern Ober- und Unter-Waldach | und dem Dorf Cresbach für 1800 fl. rhein. an Jörg von Ehingen. Rudolf von Ehingen veräußerte 1498 Vörbach, Riedenberg, Cresbach, Nuifra, Thumlingen, 1/3 an Hörschweiler, Ober- und Unter-Waldach an Hans von Neuneck, welcher von Württemberg den 13. Juni 1499 mit der Burg Vörbach sowohl als auch dem Burgstall Riedenberg und dem Dorf Crespach belehnt wurde (Scheffer 77). Am 23. April 1625 aber verkauften Wildhans von Neuneck und seine Gattin Felicitas für 70.000 fl. und 1000 Reichsthaler Leihkauf an den Herzog Johann Friedrich von Württemberg ihr adeliches Gut und Schloß Vörbach, den Burgstall Riedenberg mit dem Dorfe Crespach, lauter von Württemberg rührende Kunkellehen, sodann die eigenthümlichen Ortschaften Thumlingen, Ober- und Unter-Waldach und das halbe Dorf Wörnersberg mit aller Zugehör, hoher und niederer Gerichtsbarkeit, Jagdgerechtsame, auch allen andern Jurisdictionen, Zoll, Steuer, Umgeld, Leibeigenen, Mannschaft, Diensten, Collatur der beiden Pfarreien zu Crespach und Unter-Waldach (St.A., Sattler, Herz. 6, 211, Scheffer 146). Hierauf wurde die Herrschaft durch den Landtagsabschied vom 23. December 1629 dem Lande einverleibt (Landesgrundverfassung 461), nachdem im Jahr 1625 die Burg Vörbach selbst mit den dabei gelegenen Gütern von dem Herzog für 10.000 fl. an die Gemeinde Pfalzgrafenweiler überlassen worden war. Durch den Vertrag Württembergs mit dem Rittercanton Neckarschwarzwald vom 30. October 1769 wurde von der Ritterschaft die Collectation in solcher Herrschaft, cum juribus annexis, an Württemberg für immer überlassen (Cramer, Wetzlar. Nebenstunden 112, 600).


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