Beschreibung des Oberamts Künzelsau/Kapitel B 2

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2. Ailringen,

Gemeinde III. Kl. mit 707 Einw., worunter 43 Ev., Fil. von Hohebach, und 1 Isr. zur Synagoge Hohebach.

An der nordöstlichen Grenze des Oberamts im Jagstthal liegt das schöne Pfarrdorf Ailringen in freundlicher Umgebung. Die Jagst macht unmittelbar vor Ailringen ihre dem Kocherlauf entsprechende Wendung von Süd-Nord nach Ost-West. Die Bergwände auf dem linken Ufer sind mit herrlichem Wald bewachsen. Der Haupttheil des Dorfes hat sich zu beiden Seiten des Forellenbaches, der aus tief eingerissenen Schluchten hervorbricht und den Rißbach aufnimmt, und längs der mit der Jagst gehenden Hauptstraße angebaut. Das Klima ist verhältnismäßig mild, die Sommertage sehr heiß, die Nächte durch die Nähe der| Jagst ziemlich kühl. Kalte Nebel verursacht in den Übergangszeiten die Jagst. Gegen starke Winde ist der Ort durch die Höhen, welche den Ort ringsum schirmend umgeben, geschützt. Die feineren Gemüse und der Weinstock gedeihen deshalb ganz wohl.

Die Häuser, im unteren Theil des Dorfes dicht nebeneinander, im oberen Theil, der sich gegen die Kirche hinzieht, von Gärten unterbrochen, sind gut gebaut, mit hellen Farben getüncht und mit Ziegeln gedeckt.

Die Kirche zum heil. Martin steht, das Dorf beherrschend und weithin sichtbar mit ihrem schönen Thurm, aus einer Anhöhe nordwestlich vom Dorf. Ein reizender Weg an üppigen Obstgärten vorbei führt auf vielen steinernen Stufen hinauf. Die Kirche mit dem rings sie umgebenden Gottesacker wird von einer hohen festen Mauer umschlossen. Über den beiden Thoren, von denen das hintere jetzt zugemauert ist, erheben sich kleine Gaden, die ursprünglich wohl zur Vertheidigung des Kirchhofes, später aber Einsiedlern zur Wohnung dienten, s. unten. Die Kirche ist im gothischen Stil des 15. und 16. Jahrhunderts gebaut. Der Thurm, in dessen unterem Theil sich der Chor mit Kreuzgewölbe befindet, hat unten noch Rundbogenfenster, nach oben aber Spitzbogenfenster mit Fischblasen.

Am Triumphbogen auf Konsolen die alten holzgeschnitzten Bilder des Apostels Jakobus und Paulus in edler Arbeit. Leider ist die Ausstattung des Chors und der Hochaltar dem Stil desselben durchaus nicht entsprechend, sondern zopfig.

In dem hellen, mit gothischen Fenstern geschmückten, außen durch Strebepfeiler gestützten Schiff befinden sich zwei Seitenaltäre, Maria und Joseph geweiht. Auf dem Josephsaltar sieht man eine Darstellung des heiligen Abendmahls, aus Holz geschnitzt in halb erhabener Arbeit mit feinen Köpfen, die dem 15. Jahrhundert angehört und ursprünglich wohl den Hauptaltar zierte.

Auf dem schmucken, schlanken Thurme hängen drei Glocken, von denen die größte in gothischer Schrift die Inschrift hat: S. Lucas. S. Markus. S. Mateus. S. Johannes a. 1451. Die zweite Glocke hat die Inschrift mit dem doppelten Chronogramm: SanCta DeIparens MarIa esto hVIVs LoCI patrona (1764). Anno, qVo Iohannes Weber paroChVs et Iohannes VaLCkenberger praefeCtVs hVIVs LoCI fuerVnt, CaMpana haeC fVsa atqVe sVspensa est.

| In Gottes Namen goß mich Joh. Leonhard Lösch von Morsbach nach Eylringen. 1764.

Philipp Fuß Dornheim. S. M. D. Matheus Thör. Johann Georg Alt beide B. M.

Die dritte Glocke:

Ich ruffe die Gemeine
Zum heiligen Vereine
Zum Beten, zum Gesange,
Mit meinem hellen Klange.

Umgegossen von J. G. König in Langenburg. 1837.

Über der Hauptthüre befindet sich das gutgearbeitete Wappen des Deutschordens als Patronen und Ortsherrn mit der Inschrift: Gloria sit soli, qui regit astra poli 1621.

An der Thüre selbst, welche ganz der Hauptthüre in Amrichshausen gleicht, ist das Steinmetzzeichen mit der Zahl 1621 angebracht. Dasselbe Zeichen kehrt über dem Portal nahe am Kirchendach mit der Zahl 1629 wieder.

Mitten im Dorf nahe am Bach steht die unscheinbare Kapelle zum heiligen Bernhard, wegen der Nähe des Baches etwas feucht und düster, innerlich ohne Schmuck, aber sonst wohl erhalten. Auf dem kleinen Dachreiter hängen zwei alte Glocken, die kleinere ohne Inschrift, die größere mit der Inschrift: O. REX. CHRISTE. GLORIE. VENI. CON. PACE. Die groben rundgedrehten Bretzeln ähnlichen Buchstaben in römischen Uncialen erscheinen wie aufgelöthet und theilweise verschoben und gleichsam auf einander geklebt. Die Glocke dürfte zu den ältesten Glocken mit Inschrift gehören.

An der Südwand außen sind zwei kleine rohgearbeitete Wappen angebracht, welche sicher die Stifter der Kapelle andeuten.

Die Kirche und die Kapelle werden von der Stiftungskasse unterhalten. Unterhalb der Kirche an der Hauptstraße steht, von Garten und Hof umgeben, das 1803 vom Deutschorden erbaute Pfarrhaus. Dasselbe war bis 1865 einstockig und wurde in diesem Jahr von der baupflichtigen Staatskasse mit einem zweiten Stockwerk versehen; es ist gut unterhalten und wohnlich.

Neben dem Pfarrhaus steht das große alte Amthaus des Deutschordens, in welchem bis 1784 der Amtmann des Deutschordens seinen Sitz hatte (das Amt wurde aber im genannten Jahre nach Nitzenhausen verlegt), später das Haus für die Poststation| in A., jetzt in Privathänden und von vier Familien bewohnt.

Das Schulhaus, etwas höher als das Dorf gelegen unterhalb der Kirche, ist ein großes, 1840 neu erbautes Gebäude. Es enthält im ersten Stock zwei helle freundliche Lehrzimmer und im zweiten Stock die Wohnung des Schullehrers. An der Schule arbeiten ein ständiger und ein unständiger Lehrer.

Das Rathhaus, ein sauber getünchtes wohlunterhaltenes Haus, über dessen Alter nichts bekannt ist, steht mitten im Dorf an der Hauptstraße nach Hohebach und enthält sämmtliche für die Gemeindeverwaltung nöthigen Gelasse. Schule und Rathhaus sind von der Gemeinde zu unterhalten. Außerdem besitzt die Gemeinde noch ein Armenhaus und ein Schafhaus.

Die Einwohner sind von mittelkräftigem Bau, besonders die Frauen sind von zarter Konstitution, aber ausdauernd bei der anstrengenden Arbeit, welche das bergige Terrain, das für den Ackerbau benützt wird, erheischt. Gegenwärtig sind sechs Personen über 80 Jahre, darunter eine 84 Jahre alt.

Im Allgemeinen ist Fleiß und Sparsamkeit, religiöser Sinn und Ordnungsliebe vorherrschend. Eigenthümliche Tracht und Sitten sind vollständig verschwunden.

Der Grundbesiz des Vermöglichsten beträgt 18 Hektar 37 Ar Feld und 4,68 Hektar Wald, der des Mittelmannes 7 Hektar Feld, 1 Hektar Wald, der der ärmeren Klasse 94 Ar. Auf auswärtigen Markungen besitzen die Ortsbürger 60–70 Morgen. Im Ganzen gehören die Vermögensverhältnisse der Ortsbürger zu dem besseren Mittelschlag. Die Haupterwerbsquellen sind Feldbau und Viehzucht, in zweiter Linie Weinbau und Obstzucht.

Die ziemlich große und wohlabgerundete Markung hat im Thal fruchtbaren, tiefgründigen, humusreichen Boden, auf den Höhen ist der Boden leichter und steinig. Das Klima ist mild, Hagelschlag selten, Gewitter nicht gerade häufig.

Die Hebung der Landwirthschaft findet ihre Hindernisse in dem bergigen Terrain und dem Mangel an Absatz für ihre Produkte bei der Entfernung von der Bahn.

Der Weinbau ist nicht von großer Bedeutung. Die beste Weinberglage ist auf der Röthel, der höchste Ertrag des Morgens 12 Hektoliter. Der Eimer des hiesigen, ziemlich angenehmen und haltbaren Weins erzielte in den letzten zehn Jahren| als höchsten Preis 86 ℳ, als niedersten 66 ℳ. In den Jahren 1850–60 ist der Weinbau stark vermindert worden.

Die Gemeinde besitzt 3437/8 Morgen Laubwald und 83 Morgen Nadelwald, meist Kultur; der jährliche Ertrag des Waldes ist 209 Rm. und 15.000 Wellen, wovon nur Besoldungsholz abgeht, der ganze Erlös in die Gemeindekasse fällt.

Weiden von mittelguter Beschaffenheit sind 325/8 Morgen vorhanden. Dieselben werden mit Brach- und Stoppelfeld für einheimische Schafe benützt. Die Gemeinde erzielt aus ihrem Weiderecht 610 ℳ Pacht und 600–800 ℳ Pferchnutzung. Die Allmanden sind an die Bürger verliehen und tragen jährlich 124 ℳ Pacht, die übrigen Güter der Gemeinde 683 ℳ 72 Pf.

Von Handwerken sind die für die Landbevölkerung erforderlichen sämmtlich vertreten, am stärksten Schuhmacher und Maurer, welche auch nach außen arbeiten. Die Wasserkräfte werden von zwei Mühlen je mit drei Mahlgängen und einem Gerbgang benützt, von denen die eine mit Hanfreibe verbunden an der Jagst, die andere am Bache steht, und von zwei Sägmühlen. Es sind fünf Krämer, drei Schildwirthschaften und zwei Schenkwirthschaften vorhanden.

Die vom Deutschorden aufgenommenen Israeliten, „Schutzjuden,“ welche für den Deutschorden Jagdhunde und Postpferde zu halten hatten (OA.Beschr. Mergenth. 421), haben größtentheils ihren Wohnsitz aus Ailringen verlegt. Nur eine Familie ist von der früher ansehnlichen Bevölkerung übrig, welche sich zur Synagoge in Hohebach hält und dort auch ihren Begräbnisplatz hat. Seit wann sie in Ailringen aufgenommen wurden, läßt sich nicht bestimmt nachweisen, jedenfalls waren sie 1659 dort (St.-Arch.).

Die Stiftungskasse (der Kirchenfond) besitzt 15.250 ℳ, wozu 1778 M. Schedel, Bäckermeister in Wien, 100 fl. gestiftet. Zu einem Baufond für die Kirche stiftete Bauer Jos. Wunderlich 400 fl., für arme unbescholtene Bräute Pf. Kinzinger 100 fl., für die Ortsarmen Jos. Kechels Witwe 100 fl.


Alterthümer: Zwei Kilometer nordöstlich von Ailringen, in tiefer Waldeinsamkeit versteckt, liegt auf einer Anhöhe, die nur von Osten her zugänglich ist, umschlossen von zwei Bächlein, die sogenannte Burg, wahrscheinlich ursprünglich ein Ringwall; s. auch o. S. 249. Am Fuß der Burg entspringt eine reiche Quelle, der grönische oder grüninger Brunnen genannt, der Sage| nach haben hier die Burgbewohner ihr Wasser geholt. Der Name weist entweder auf die Familie Grener, einen Seitenzweig der Truchsessen von Baldersheim, welche in Ailringen Besitzungen hatten (Reg. 1537), oder auf Gröningen OA. Crailsheim, mit dessen Umgebung Gaggstatt (Reg. 1370), Wallhausen, Helmshofen (Reg. 1470), Bronnholzheim (1537), Ailringen in enger Beziehung stand. Wahrscheinlicher aber ist hier der Ort Gruningen, wo Markuart vom Taubergau neben Wichartesheim, Lutenbach, Zimbern, Oberstetten im 9. Jahrhundert an das Kloster Fulda Schenkungen macht, zu suchen.

Zwischen Ailringen und Dörzbach auf der Höhe stand der Weiler „Röthelweiler“ (s. Dörzbach), zu welchem der Eselspfad führte. Nordwestlich von Ailringen fließt eine starke Quelle, welche dem wüsten Weiler das Wasser lieferte. Eigenthümlich ist der Flurname Zessel, östlich von Ailringen gegen Mulfingen, und die Etzflur.

An sonstigen Flurnamen sind zu bemerken: langer und kleiner Meßbach, Muckenwiesen, Ameisenberg, Ixenschlag, Kalch, Riesbach, Kuhwedel, Schillerach im Riesbachthal, Kügelensholz, Trappenholz (wahrscheinlich zur Trapponei des Deutschordens gehörig), Ränzlein (im OA. Mergentheim gebräuchlicher Flurname), Schlotacker und Kleeb, Ringgarten s. Dörzbach.


Ailringen, ursprünglich Adalringen, später Edelringen, Elringen, erst in neuerer Zeit Eilringen und Ailringen geschrieben, vom Volk Alringen genannt, ist der Sitz der Nachkommen Adalhers, der Adalherungen. Es gehört ursprünglich zum Reichsgut, war dann als Reichslehen im Besitz des Pfalzgrafen Hermann von Luxemburg und wurde 1054 von Kaiser Heinrich III., als Hermann in die Acht fiel (exlex), an seinen treuen Emhard, wahrscheinlich aus der Familie der Grafen Rothenburg-Komburg, verliehen. Es lag in der Grafschaft des Grafen Hecilo (cf. Ezzelbrunn) im Jagstgau. W. U. 1, 272; W. F. 8, 443. Später gehörte Ailringen zur Herrschaft Hohenlohe-Brauneck auf dem Neuhaus (OA. Mergentheim) und wurde vor 1300 dem Bisthum Würzburg als Lehen aufgetragen, besonders die Vogtei und der Kirchsatz. Mon. boic. 38, 244.

Theils als hohenlohische Lehen, theils als freies Eigenthum besaßen verschiedene ritterschaftliche Herren Güter und Rechte zu Ailringen, so die Familie Crewel 1328, 1348 die Herren v. Finsterlohe und Zobel, 1354 v. Bolzhausen, 1364 ff.| v. Bebenburg, 1380 die Lösch, 1364–1541 die Truchsessen von Baldersheim, 1447 die Herren v. Wolmershausen, v. Berlichingen, 1476 die Martine von Mergentheim, 1490 die v. Saunsheim, vor 1570 die Herren v. Rosenberg, 1574 die Herren v. Stetten, später die Herren von Dienheim. 1354 und 1364 erwarb das Stift Haug zu Würzburg Güter und Gülten zu Ailringen, verkaufte aber seinen Besitz 1536 an den Deutschorden, der 1447 den Haupttheil an Ailringen von Burkhard von Wolmershausen erworben hatte und auf dem Wege des Tausches von Hohenlohe 1570 auch den halben Zehnten und einen halben Hof bekam. Nach und nach erwarb der Deutschorden den ganzen Ort mit hoher, mittlerer und niederer Gerichtsbarkeit. Von geistlichen Korporationen waren außerdem seit 1380 der Heilige zu Ingelfingen und seit ca. 1459 Gnadenthal besitzberechtigt (s. Reg.). Durch die Reformation bekam Hohenlohe diese Rechte.

Die Centgerichtsbarkeit war getheilt. Der südöstliche Theil bis zum Bach gehörte zur Cent Jagstberg, der andere Theil wahrscheinlich zur Cent Hollenbach-Weikersheim.

1540 gestattet Kaiser Ferdinand dem Deutschorden, in Ailringen ein eigenes Gericht zu errichten und die peinliche Gerichtsbarkeit mit dem Halsgericht zu Mergentheim zu verbinden. Wegen des Jagdrechts hatte der Deutschorden heftige Streitigkeiten mit dem Bisthum Würzburg, so daß Bischof Julius sich genöthigt sah, 1580 Ailringen zu pfänden. Auch Marktgerechtigkeit hatte Ailringen seit 1790. Das Dorf war mit einem Bannzaun versehen. Weiderecht auf der Markung Ailringen hatte der Schäfer von Roth (OA.Beschr. Mergentheim 711). Die Gerichtsbarkeit übte der Deutschorden erst durch einen Amtsschultheißen, später bis 1784 durch einen Amtmann. 1806 kam es mit dem Amt Nitzenhausen an Württemberg. Über den Bauernkrieg s. allg. Theil.

Eine Schule bestand zu Ailringen schon im Bauernkrieg (Ludw. Archiv).


Kirchliches. Ailringen gehörte zum Kapitel Künzelsau. Der Kirchsatz gehörte der Herrschaft Hohenlohe-Brauneck, seit 1300 als würzburgisches Lehen.

In der Reformationszeit herrschte über das Collaturrecht völlige Ungewißheit. Bischof Julius sprach dasselbe als heimgefallen an und stritt darüber mit dem Deutschorden, der dasselbe| durch Vertrag mit Bischof Julius 1612 erwarb, indem er dafür das Patronatrecht zu Geltersheim, Bayr. Bez.-Amt Schweinfurt, abtrat. Der Heilige zu Ailringen besaß Unterthanen zu Hachtel OA. Mergentheim. OA.-Beschr. Mergentheim S. 563.

Der Zehnte zu Ailringen war zu 2/3 hohenlohisches Lehen, 1/3 freieigen, wurde aber 1541 von den Truchsessen von Baldersheim an Hohenlohe verkauft, wozu Hohenlohe auch 1542 den Berlichingenschen Theil kaufte, aber 1570 trat Hohenlohe dieses Zehntrecht an den Deutschorden ab.

Auf dem Kirchhof zu Ailringen war eine Eremitenwohnung für Tertiarier des Franziskanerordens, deren letzter 1804 Schulden halber entfloh.

Die Pfarrkirche wurde 1492 neu in gothischem Styl erbaut, aber 1621–29 bedeutend restaurirt.


Pfarrer: Gernod v. Bartenstein 1292 und 1305. Wib. II, 117. 181. Johann Cori 1492. Hans Koch ? 1544. Johann v. Rein 1547. Johann Leutwein 1567–1608. Mich. Hoffmann v. Waldürn 1608 bis 10. Wendel Wagner vorher zu Unter-Griesheim. Georg Reichard. Georg Schönecke 1612. (Pf.-Akten). Stephan Schwend. 1618. Conrad Thurner 1613–26. Stephan Schröpflin 1628–36 († 11. Okt.). Joh. Vögler v. Ailringen 1636–47, Stadtpfarrer zu Mergentheim. Karl Bernh. Wagner 1648–58, Pfarrer in Stuppach. Leonh. Beyßer, al. Geisler, Pfarrer in Klepsheim, (Klepsau, bad.) in Ailringen 1658–73. Laur. Ulrich 1673–81 (eigtl. Pfarrverweser und Pfarrer in Stuppach) Marq. Beckart v. Mergentheim 1681–87. Joh. Petr. König v. Dettelbach † 1718. 21. Aug. J. Mich. Degen v. Ehingen 1718–24. Joh. Ochs 1724–28. Georg Konr. Metzger v. Gelchsheim 1728–34. A. Kasp. Zimmermann v. U.-Balbach 1734–39. Georg Andr. Hofmann 1739–49. Johann Weber 1749. Joh. And. Heim v. Mergentheim 1765–1793. Joh. Jos. Kinzinger v. Mergentheim 1793–1817. Rud. Hofmann von Pfarrweissach bei Ebern 1812–22. Kaspar Mayer v. 1323–31. Joh. Bapt. Dacher 1831–35. E. Petermann 1838 bis 44. G. Pfizinger 1845–58, Dekan in Amrichshausen. Leo Adis 1859–76. Ant. Bauer 1878.


1054 10. Juli. Donauwörth. Kaiser Heinrich III. schenkt seinem Getreuen Emhard den Besitz des Pfalzgrafen Hermann, der exlex geworden, in Marcholfesheim, beiden Asbach (OA Mergentheim, in Riethbach, Huchelheim (Heuchlingen OA. Gerabronn), Zazendorf (Hollenbach) Adalringen und Igilstruoth (OA. Mergentheim) W. U. I, 272.

1292. Gernod, rector ecclesiae in Edelringen, Zeuge in einer Urkunde Schenk Friedrichs von Limpurg über eine Schenkung in Mangoltsklingen. Wib. II, 117.

1300 9. Nov. belehnt Bischof Mangold v. Würzburg die Witwe Gebhards v. Bruneck, Adelheid, und ihren Sohn Ulrich mit der neuen| Burg auf dem Kitzberg mit dem Dorf Eldringen sammt dem Kirchsatz daselbst. Mon. b. 38, 244.

1305 am Neujahr gibt Gernot der Pfarrherr zu Edelringen sein frei eigenes Gut zu Ezzebrunnen (auch Ezzelbrunn), das Walter baut, an Kloster Gnadenthal, Wib. II, 181.

1328. Götz Crewel v. Edelringen siegelt eine Urkunde Fritz Crewels v. Wanbuch. W. F. 5, 309.

1348. Konr. Zobel v. Husen und seine Gattin verkaufen an das Stift Haug Güter zu Elringen, Niedermulfingen und Hohenrode für 46 Pfd. (19. Mai). Staatsarch.

1348 4. Juli. Konrad von Vinsterlohe und seine Gattin Anna (v. Bolzhausen?) verkauft mit Zustimmung Konrad v. Bolzhausen und Petronella seiner Gattin und ihres Sohnes Berthold einen mansus in A. an Conrad v. Hall, Custos des Stiftes, sowie Gülten daselbst um 58 Pfd. Ludw. Arch. W. F. 53, 385.

1352 10. Nov. Mechtild v. Sachsenflur, Wittwe Erkingers v. Bolzhausen verkauft ihre Güter und Gülten zu Elringen an Konrad v. Hall, Priester im Stift Haug für 451/2 Pfd. Staatsarch. W. F. 5, 386.

1363. Friedrich v. A. Guardian des Barfüßerklosters zu Hall. W. F. 10, 194.

1364. Konrad von Hall, can. und custos des Stifts Haug, begabt die Maria Magdalena-Pfründe zu Haug mit Zinsen und Gülten zu Elringen, Igelstrut und Niedermulfingen. Staatsarch. W. F. 5, 386.

1367 theilen Hans v. Bruneck und Kraft v. Hohenlohe die Herrschaft Werdeck. Die Güter zu Elringen darf Kraft in Besitz nehmen, muß sich aber mit Andreas v. Bruneck gütlich oder rechtlich vergleichen. W. F. 5, 310.

1370 23. Nov. erhält Konrad Hartrad von der Familie der Truchsesse von Baldersheim cfr. W. F. 6, 128 die Nutzgewähr von den Gütern Wilhelms v. Bebenburg zu Bebenburg, Gamesfeld, Standorf, Edelringen, Gebenhagen, Oberwinden, Gackstatt, Klepsheim wegen einer Schuld von 1000 Mark. Reg. b. 9, 250.

ca. 1370. Hans v. Berlichingen und seine Hausfrau Anna verkaufen an Gnadenthal ein Gut zu Ailringen. W. F. 9, 58.

1377 24. Aug. Wilhelm von Bebenburg weist seine Gattin Gutta v. Landau mit 1000 Pfd. Heller Heimsteuer und 50 Pfd. Leibgeding auf die Feste Bebenburg und seine Güter in Bretach und Edelringen an. Reg. b. 9. 380 W. F. 5, 310.

1380 kaufen Heinrich Kreß, Kübler zu Ingelfingen, und die Heiligenpfleger für das Gotteshaus zu Ingelfingen eigene Leute zu Edelringen von Hans Löschs Wittwe. W. F. 6, 204.

1411. Wilhelm v. Klepsheim verkauft Güter zu Edelringen an Wiprecht Tanner zu Dörzbach (Schönhuth Jagstth. S. 159 ad. 1412).

1411. Seitz Marstaller v. Ellringen vermacht dem Deutschordenshause zu Mergentheim sein Vermögen und wird dafür von Bete, Steuer, Wacht und allen Diensten für den Orden und die Stadt freigesprochen. W. F. 5, 387 Note.

s. a. Seitz Elring und Adelheit seine Hausfrau, Kuntz Schultheiß und Els Elringin geben dem Orden alle ihre Güter. Adelheid, Gattin Sifrids v. Elringen, gibt nach ihrem Tod alle ihre Habe zu einem Jahrtag| für sich, Konrad Schultheiß, Sifrid v. Elringen und Sifrids erste Gattin Elisabete und ihre Kinder. W. F. 6, 85.

1421. Samstag nach Ambros. verkaufen Martin Diebecher, Kunz, Peter, Hans, Burkart Diebecher an Albrecht Schilher und Endres bei dem Brunnen, Zinsmeister und Pfleger des Altars Uns. l. Frauen und St. Michael zu A., Gülten zu Hachtel um 205 fl. Staatsarch.

1430. Wilhelm Truchseß von Baldersheim empfängt als hohenlohische Lehen 2 Theile des Zehnten zu Ellringen, den halben Zehnten zu Lickertshausen, Güter und Gülten zu Weckelweiler, Herolthausen, Winden (Ober-), Volkertshausen, Helmshofen, Wallhausen, Schönbuch. W. F. 5, 310.

1447 kauft Dietrich von Berlichingen von Adam Hund Güter und Gülten zu A. (Götz v. Berlichingen S. 570). W. F. 5, 386.

1447. Donnerst. vor M. Magd. (20. Juli) Burkard v. Wolmershausen zu Amlishagen und Anna Löschin, seine Mutter, Burkards v. Wolmershausen auf Rechenberg Hausfrau verkaufen das Dorf Elringen mit Vogtei, Holz, Hofrait, Wassermühle, 30 fl. Bet, 3 Sri. Vogt-Haber, 31/2 Pfd. Geld vom Wasser zwischen Hohebach und Dörzbach, um 700 Pfd. an den Deutschorden. Staatsarch. W. F. 5, 386.

1467. Graf Kraft von Hohenlohe gestattet Karl Truchseß, genannt Grener, seine Tochter mit ihrem Heirathgut auf den Zehnten zu Ellringen und andern hohenlohischen Lehen zu verweisen. Friedrich v.Saunsheim wird mit seiner Gattin Margareta Truchseß Greners Tochter belehnt. W. F. 6, 134.

1477 streitet Karl Martin zu Mergentheim mit Dieter, Hans Engelhard und Götz v. Berlichingen wegen Güter zu Elringen, Dörzbach und andern Orten, die seinem Vater Eitel Martin entzogen worden seien. Die v. Berlichingen können einen Kaufbrief, wornach Dieter v. Berlichingen die Güter von Adam Hund gekauft, vorweisen, s. oben 1447. W. F. 5, 386. Staatsarch.

1490/1503. Philipp v. Saunsheim empfängt 2 Theile des Zehnten zu Ellringen als hohenlohische Lehen. W. F. 5, 310.

1492 Johann Cori, Pfarrer zu A., bekennt, daß Engel Dieterin zum Bau der Pfarrkirche 1 Tagwerk Wiese und 3/4 Morgen Weinberg gegeben hat. Staatsarch.

1494 erwirbt der Deutschorden die Güter des Stifts Neumünster in A. (Staatsarch.)

1525. Samstag nach Burkh. versprechen die Deutschordensunterthanen zu A., Roth und Nitzenhausen Philipp von Berlichingen, Amtmann zu Jagstberg, 80 fl. zu zahlen für den Schaden, welchen sie ihm im Bauernkrieg gethan. Oechsle, Bauernkrieg S. 231. Staatsarch.

1527 wird von denen von Elringen, weil sie im Bauernkrieg um Rath und Hilfe angesucht und sich als gehorsame Unterthanen bewiesen, kein Strafgeld erhoben, doch werden einzelne ausgenommen. Oechsle 238.

1536. Johann Fabri, Vikar des Stifts Haug, verkauft an den Deutschorden Güter und Gülten zu Wachbach und A. Staatsarch.

1536 wird dem Amtmann von Jagstberg Georg von Rain das Jagen im Rißbach gewehrt. Staatsarch.

1537 belehnt Albrecht v. Hohenlohe Sigmund Truchseß v. Baldersheim mit 2 Theilen am Zehnten zu Ellringen. W. F. 9, 310.

1540 22. Juli verleiht Ferdinand I. dem Deutschorden ein| eigenes Gericht zu A. und gestattet, die Unterthanen zum Halsgericht Mergentheim zu weisen. Staatsarch.

1542 verkauft Asmus v. Berlichingen den Zehnten zu A. an Albrecht v. Hohenlohe um 1000 fl. W. F. 5, 386.

1541 verkaufen Sigmund und Philipp v. Baldersheim an Albrecht v. Hohenlohe ihren Zehnten zu A., davon 2/3 hohenlohisch Lehen, 1/3 frei eigen sind, um 1400 fl. an Albrecht v. Hohenlohe. Weik. Rep. W. F. 5, 311.

1544 ist der Pfarrer v. A. gestorben. Die Gemeinde dringt auf baldige Besetzung besonders wegen Haltung des Faselviehs. Niemand weiß, wer die Pfarrei zu verleihen hatte. Konrad Fuchs, Domherr in Würzburg, schreibt, nach Aussage des alten Pfarrers von Jagstberg, Math. Schurmer, Vikars zum Neumünster, haben die Frauen von Gnadenthal sie zu leihen. (Irrthum und Verwechslung mit Hohebach.)

1558. Die Gemeinde zu A. klagt über Valentin v. Berlichingen und die v. Hollenbach, die ihnen Holz im Steinbach beim Diebsbrünnlein abgehauen und sie aus der gemeinschaftlichen Weide im Röttler Weiler (Rohrthal s. Dörzbach) vertrieben. Staatsarch.

1569 wird dem Jagstberger Amtmann Bernhard v. Liebenstein die Jagd im Rißbach gewehrt. Staatsarch.

1570 vertauscht Hohenlohe an den Deutschorden den halben Zehnten und einen halben Hof zu A. gegen des letzteren Einkünfte zu Brüchlingen, Hollenbach, Herbsthausen, Zaisenhausen, Pfizingen, Steigerbach, auch großen und kleinen Zehnten zu Steigerbach. Staatsarch.

1572 hinterläßt Albrecht von Rosenberg seinen Allodialerben Güter zu A. W. F. 5, 386.

1575 vertauscht Eberhard von Stetten die von Albrecht v. Rosenberg geerbten Zinse auf der Mühle zu A. gegen des Deutschordensmühle zu Unterschüpf. Staatsarch. W. F. 5, 386.

1577 überfällt der würzburger Keller den Deutschordensjäger zu A. mit 100 Mann bei der Jagd. Staatsarch.

1578 besitzen die Herren v. Dienheim 2 Huben, Zinsen und Güter zu A. als hohenlohische Lehen. W. F. 5, 387.

1579/80. Hexenprozesse in A., darunter gegen ein 11jähriges Mädchen. Der Schultheiß Wolf Bayer dringt auf Verbrennung der wegen Hexerei eingezogenen Weiber. Staatsarch.

1580 pfändet Bischof Julius A., worüber ein großer Prozeß vor dem Reichsgericht entsteht. Staatsarch.

1589. Tob. Leutwin, Sohn des Pfarrers Joh. Leutwin, heirathet Kath. Meurer, Tochter des Schultheißen in Hohebach. (Hoh. Kirchenb.)

1596 erhält Pfarrer Leutwin den Befehl von Bischof Julius, seine Haushälterin abzuschaffen. Staatsarch.

1612 wird der langjährige Streit über Besetzungsrecht der Pfarrei zwischen Bischof Julius und dem Deutschorden verglichen. Der Orden tritt an den Bischof seine Pfarrei Geltersheim (BA. Schweinfurt) ab. Staatsarch.

1629 wird das Filial Roth von Hollenbach losgerissen und nach A. eingepfarrt. Wib. 1, 717.

1689 wird Christian Albrecht v. Wolmershausen von Hohenlohe mit 2 Huben in Ailringen, welche den Herren von Dienheim gehörten, belehnt. W. F. 5, 387.

| 1730. Valentin Anton Schad, Tertiarier des St. Franziskusordens von Erlenbach, Eremit zu A. † 28. April 1758.

1760 ist Eremit Konrad Schmitt von Buttenheim. Er wohnt in dem Gebäu auf dem Kirchhof und verspricht, dem Schulmeister des Winters in der Schule zu helfen. Staatsarch.

1784 wird das Amt A. nach Nitzenhausen verlegt. Staatsarch.

1790 die Gemeinde A. bittet, ihre Jahrmärkte wieder aufrichten zu dürfen. Staatsarch.

1802. Stephan Lochner und Felician Frank bitten um Erlaubnis, Bier brauen zu dürfen.

1806 der Einsiedler Joseph Sack entweicht Schulden halber. Staatsarch.

1809 27. Juni wollen die A. den Mergentheimern bei der Empörung gegen Württemberg beistehen. OA.Beschr. Mergentheim 309.


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